Musik: Der singende Koch will hoch hinaus

Musik : Der singende Koch will hoch hinaus

Eigentlich ist Thomas Nils Bastuck in der Küche zu Hause. Doch auch das Singen hat es ihm angetan. Jetzt hat der Theleyer seine erste CD vorgestellt.

„Jetzt singt er auch noch!“ So lautet nicht nur eine Textzeile in einem seiner Lieder, sondern auch der Titel der CD, die Thomas Nils Bastuck vor zwei Wochen herausgebracht hat. Um sein Gesangstalent unter Beweis zu stellen, hat der mobile Koch Familie und Freunde ins Schützenhaus nach Theley eingeladen.

Vor 30 Zuhörern präsentiert er seine Lieder. Jana Haupenthal urteilt: „Ich finde das super. Ich hätte es mir nicht so gut vorgestellt.“ Eigentlich kennt man den Maître de Cuisine mit Kochlöffeln in der Hand, wenn er eines seiner Rezepte zaubert. Doch nun wagt er sich in den Bereich des Entertainments und greift zum Mikrofon: „Was will der sonst noch alles machen? Jetzt fängt er auch noch an zu singen. Soll man da weinen oder lachen? Das kann er doch nicht auch noch bringen!“, singt er zu einer Melodie von Mary Roos nicht ohne Selbstironie. Gleich bei der Präsentation des zweiten Songs „Nur ein Flirt“ geht das Publikum mit und singt den eingängigen Refrain mit. Bei „Lady Lay“ fangen einige sogar an zu tanzen. Das ist auch gut so, denn: „Wenn ich merke, jemand macht nicht mit, dann komme ich mit dem Mikrofon und animiere den“, droht Bastuck mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

Zwischen seinen Liedern erzählt er, wie er als Mietkoch denn überhaupt zum Singen gekommen ist: Eine Kundin habe ihn Anfang des Jahres für eine 1920er-Jahre-Party gebucht. Da half Bastuck bei der Planung. Die Frage nach einem guten Sänger, der Lieder aus dieser Zeit intoniert, habe sich als äußerst schwierig herausgestellt. Zeitgleich regte Gabriela Dindorf, die Mutter des Kochs an, dass er sich mehr dem Entertainment widmen müsste. So wurde die Idee geboren, dass er selbst die Gäste – nach dem Essen –  mit Gesang unterhalten werde. Nachdem er sich auch noch das nötige Equipment zulegte, war die Bühne frei für ihn.

Seitdem bietet er die Musikeinlage fest an und hat seit Januar insgesamt schon zehn Mal nach dem Dessert den Kochlöffel gegen das Mikrofon eingetauscht. 40 Minuten Programm gibt er zum Besten. Vier weitere Auftritte in heimischer Atmosphäre sind schon in Planung. Sein Repertoire besteht aus Covern von Schlagern, Gassenhauern und älteren Liedern, wie „Unter Linden“. „Ich bin zwar noch kein Chansonsänger, aber ich trau mich da nun mal ran“, meint er und interpretiert Edith Piaf.

Das Publikum hört gebannt zu. „Ich hätte es mir nicht so gut vorgestellt. Das ist live wie auf der CD“, freut sich Alena Freichel. „Bewundernswert“, kommentiert Magnus Weinard. Das sei zwar nicht sein Musikgeschmack, aber er würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.

Die CD mit den vier Coversongs ist noch nicht das Ende der Fahnenstange für Bastuck, der in der Vergangenheit auch schon mehrere Bücher herausgebracht hat. Denn im kommenden Jahr will er mit Susan Ebrahimi von Klondike Records eine CD mit eigenen Liedern aufnehmen und diese dann auch im Radio etablieren.

Eins steht jetzt schon fest: „Es gibt immer wieder was Neues von Thomas. Es wird nie langweilig“, wie ein Zuhörer meint.

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