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Der "höchste" Bischof der Kirche

Der "höchste" Bischof der Kirche

Marpingen/Theley. Bischof Jesús Juárez aus El Alto in Bolivien war im Dekanat St. Wendel zu Besuch. Zu Beginn seines umfangreichen Tagesprogramms feierte Bischof Juárez gemeinsam mit Dechant Klaus-Peter Kohler und dem stellvertretenden Dechanten Thomas Damke einen Gottesdienst in der Marpinger Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

 Bischof Jesús Juárez und Dechant Klaus-Peter Kohler (rechts).
Bischof Jesús Juárez und Dechant Klaus-Peter Kohler (rechts).

Marpingen/Theley. Bischof Jesús Juárez aus El Alto in Bolivien war im Dekanat St. Wendel zu Besuch. Zu Beginn seines umfangreichen Tagesprogramms feierte Bischof Juárez gemeinsam mit Dechant Klaus-Peter Kohler und dem stellvertretenden Dechanten Thomas Damke einen Gottesdienst in der Marpinger Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Am Nachmittag sprach der Bischof, der seit seinem Theologiestudium in Benediktbeuren gut Deutsch spricht, mit den Seelsorgern und Vertretern der Gremien im Dekanat im Pfarrheim in Theley. Juárez stellte zunächst sein Bistum El Alto vor, das auf der Höhe von 4100 Metern, rund 20 Kilometer nördlich der bolivianischen Hauptstadt La Paz liegt. "Ich bin damit der höchste Bischof der Katholischen Kirche", lachte Juárez. 53 Prozent der rund eine Million Katholiken sind unter 18 Jahre alt. Das Bistum, das 23000 Quadratkilometer (fast neunmal so groß wie das Saarland) umfasst, ist in 54 Pfarreien eingeteilt, in denen 62 Priester arbeiten. 27 junge Männer bereiten sich im Seminar auf den Priesterberuf vor.Große UnterschiedeDie Teilnehmer aus dem Dekanat St. Wendel waren in dem vom Dekanatsreferenten Arnold Orth moderierten Gespräch sehr interessiert an den Erfahrungen des Bischofs mit der Seelsorge in großen Gebieten. Bei allen notwendigen Vorbehalten, Bischof Juárez sprach von Unterschieden "wie Tag und Nacht" zwischen der Situation der Kirche in Bolivien und Deutschland, sahen die Gesprächsteilnehmer doch Anregungen in der Katechese in Bolivien. Dort werden die Kinder von ihren Eltern über zwei Jahre auf ihre Erstkommunion vorbereitet. Die Eltern wiederum werden von speziellen Ausbildern unterstützt. Ähnlich ist es in der Vorbereitung auf die Firmung. "Die Arbeit mit Jugendlichen macht uns viel Freude und gibt uns Hoffnung", sagte Bischof Juárez und verwies darauf, dass in seiner jungen Kirche auch junge Leute in die Entscheidungen eingebunden seien. Ob die Weitergabe des Glaubens, wie im Bistum El Alto, ein Modell für das Dekanat St. Wendel sein kann? Bischof Juárez lud alle kurzerhand ein, sich das alles vor Ort anzusehen: "Nur für den Flug müssen Sie selbst sorgen". Und er nannte eine Bedingung für eine gute Katechese. Die müsse den jungen Menschen eine persönliche Begegnung mit Jesus Christus ermöglichen, sonst sei das "verlorene Zeit". In fünfjähriger Arbeit, so berichtet der Bischof, habe man in seinem Bistum einen Plan für die Seelsorge erarbeitet. Dieser Pastoralplan werde in jedem Jahr von einer Versammlung von 500 Vertretern aus den Gemeinden ausgewertet und für das kommende Jahr fortgeschrieben. Als einen wesentlichen Grundzug der Seelsorge stellte Bischof Juárez das Zugehen auf die Menschen vor. Der Herr habe seiner Kirche aufgetragen, "rauszugehen, dorthin wo die Menschen sind". Das sei auch die Aufgabe des "guten Hirten". Ob auch das eine Anregung für den noch zu erstellenden Pastoralplan im Dekanat St. Wendel ist? Bischof Juárez lacht: "Wenn ich so weiterrede: Vielleicht werde ich dann noch der künftige Bischof von Trier." Juárez, der zusammen mit all seinen Bischofskollegen im Bistum Trier zu Besuch war, um unter anderem das Partnerschaftsjubiläum 2010 vorzubereiten, feierte zum Abschluss in der Pfarrkirche St. Peter eine Pontifikalvesper mit seinen Gastgebern. red