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Delegation mit Bürgermeister besucht Theleyer Missionare in IndonesienVom Reisfeld bis zur Pfarrkirche

Delegation mit Bürgermeister besucht Theleyer Missionare in IndonesienVom Reisfeld bis zur Pfarrkirche

Theley. Gut 13 000 Kilometer und 15 Flugstunden trennen Indonesien und das Saarland. Für die beiden aus Theley stammenden Steyler Missionare Klaus Naumann und Kurt Bard ist der Inselstaat in Südostasien längst zur Heimat geworden: Pater Naumann wirkt dort seit 1974, Pater Bard wurde von seinen Ordensoberen 1965 nach Indonesien entsandt

Theley. Gut 13 000 Kilometer und 15 Flugstunden trennen Indonesien und das Saarland. Für die beiden aus Theley stammenden Steyler Missionare Klaus Naumann und Kurt Bard ist der Inselstaat in Südostasien längst zur Heimat geworden: Pater Naumann wirkt dort seit 1974, Pater Bard wurde von seinen Ordensoberen 1965 nach Indonesien entsandt. In ihrem Geburtsort Theley wurde zur Unterstützung der beiden Patres sowie der in Argentinien tätigen Schwester Rosemarie Dewes der Verein "Hilfe Direkt" gegründet, der fast 100 Mitglieder zählt. Durch regelmäßige Veranstaltungen und Initiativen, wie zuletzt den Hungermarsch am Schaumberg, konnten viele Projekte der beiden Patres und der Ordensschwester, wie der Bau von Kindergärten oder Schulen, Landwirtschaftsprojekte oder bei der Malaria-Prävention, verwirklicht werden. Unter der Leitung des Vorsitzenden Franz Dewes machte sich eine 13-köpfige Delegation, auf den Weg nach Indonesien, um Spenden zu überbringen. Zu der Gruppe gehörte auch Bürgermeister Hermann Josef Schmidt mit Ehefrau Helga. Tätig sind diese auf der Insel Flores. Flores ist die größte christliche Gemeinde Indonesiens. Seit 1914 arbeiten meist deutsche Missionare und Schwestern dort. Von den 1,35 Millionen Einwohnern sind 85 Prozent Christen (Indonesien insgesamt: zehn Prozent), elf Prozent sind Moslems, der Rest Hindus und Buddhisten. 90 Prozent der Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen von der Landwirtschaft (Reis- und Maisanbau), von Früchten wie Bananen, Papaya oder Mango. Reis und Kartoffeln sind sehr teuer. Ärmliche VerhältnisseLandwirte verdienen monatlich umgerechnet etwa zehn Euro. Für ein Kilo Reis, den Tagesbedarf einer vierköpfigen Familie, müssen etwa 0,32 Euro bezahlt werden. Die Männer sind oft als Arbeiter auf anderen Inseln tätig. Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber zehren an den Kräften der Bewohner. Die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder, für die es eine Schulpflicht gibt. Allerdings kümmert sich der Staat weder um ihre Einhaltung noch um die Bereitstellung von genügend Schulen. Für Naumann und Bard ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen darum eine Herzensangelegenheit, die die jungen Indonesier auch zu schätzen wissen: Zu der in Kewapante von Naumann zelebrierten Kindermesse, bei der auch die Spende des Hungermarsches am Schaumberg übergeben wurde, kamen gut 800 Kinder. Auf dem Besuchsprogramm stand auch das Pfarrzentrum in Kewapante sowie das dortige Krankenhaus, das neben einer Geldspende auch Medikamente erhielt. Besucht wurden der Kindergarten und schulische Einrichtungen sowie ein Kinderheim und ein Benediktinerkloster in Larantuka. Bard zeigte den Gästen seinen Wirkungskreis im westlicheren Teil der Insel. Dort stellte er eine Reisplantage vor, für deren Anlegung er verantwortlich zeichnete. Auch hier besuchte die Delegation ein Krankenhaus und ein Frauenkloster der Steyler Missionare. Höhepunkt war eine Tanzmesse mit etwa 100 Mitwirkenden in Kewe, der Pfarrei von Bard, bei der die Gäste eine andere Form der Liturgie kennen lernten, als man sie aus Deutschland gewöhnt ist. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland zeigten sich die Gäste von der Arbeit der Theleyer Missionare tief beeindruckt, da sie trotz schwierigster Bedingungen mit großem Geschick und Mut ihre Herausforderungen meistern. Mitreisende aus der Gemeinde Tholey waren Franz, Gaby und Sarah Dewes, Klaus und Erika Linnenbach, Bernd und Birgit Wilhelm, Hermann Josef und Helga Schmidt. red

Hintergrund Der Verein Hilfe direkt nimmt Spenden entgegen, die komplett in die Mission zu der aus Theley stammenden Schwester Rosemarie Dewes in Argentinien sowie zu Pater Klaus Naumann und Pater Kurt Bard in Flores, Indonesien, einem der ärmsten Länder der Welt gehen. Spendenkontonummer: 33 85 32; Volksbank Nahe-Schaumberg, BLZ: 5 90 99 50, Infos: Tel. (0 68 53) 53 23 oder 20 23. red Zur PersonPater Klaus Naumann ist 61 Jahre alt. Nach dem Abitur am Aufbaugymnasium Ottweiler und dem Theologiestudium trat er der von Arnold Janssen im holländischen Steyl gegründeten "Gesellschaft des göttlichen Wortes" bei und wirkt seit 1974 in Indonesien. Zunächst war er Kaplan und Pfarrer in Benteng Java, seit 1983 Kaplan und Pfarrer in Kewapante. Seit 2007 ist er Direktor der Caritas in der Diözese Maumere. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Kinder- und Jugendarbeit. Vor zehn Jahren hat er mit Misereor-Unterstützung ein Malariaprogramm ins Leben gerufen. Zu seinen Aufgaben als Direktor der Caritas zählen unter anderem Umweltprogramme und die seelsorgerische Begleitung von Gewaltopfern. Pater Kurt Bard ist 76 Jahre alt. Er machte 1957 Abitur im St. Wendeler Missionshaus, wurde 1963 zum Priester geweiht und 1965 nach Indonesien entsandt. Zunächst war er bei der Ausbildung von Priesternachwuchs tätig und übernahm eine 4000 Seelen-Gemeinde. Zwischen 1967 und 1972 legte er 600 Hektar Reisfelder an. 1990 baute er eine Pfarrkirche in Were, 2002 einen Kindergarten und 2008 ein Pfarrzentrum. Neben der seelsorgerischen Tätigkeit kümmerte er sich um den Aufbau einer Trinkwasserversorgung und ist bei der Ausbildung von Kindergärtnerinnen, von Krankenschwestern, Apothekerinnen und Dorfhebammen tätig. 1987 begann er mit dem Aufbau und der Leitung des Exerzitien-, Bildungs- und Tagungszentrums Kemah-Tabor in Matalokko. red