Das Geschäft mit der Partnersuche

Das Geschäft mit der Partnersuche

Tholey. Der 80-jährige Vater von SZ-Leser-Reporterin Marita Zimmer suchte eine Haushaltshilfe. Die meinte er in einer Annonce der "CB Kommunikationsberatung GmbH" gefunden zu haben: "Maria, 69, Witwe, sehr gepflegt, sauber, häuslich…", sucht Kontakt.Er wählte die angegebene Nummer. Doch statt Maria meldete sich ein Mann

Tholey. Der 80-jährige Vater von SZ-Leser-Reporterin Marita Zimmer suchte eine Haushaltshilfe. Die meinte er in einer Annonce der "CB Kommunikationsberatung GmbH" gefunden zu haben: "Maria, 69, Witwe, sehr gepflegt, sauber, häuslich ", sucht Kontakt.Er wählte die angegebene Nummer. Doch statt Maria meldete sich ein Mann. Der kündigte noch für den gleichen Tag den Besuch einer Dame an. Allerdings kam nicht jene Maria, "sondern eine wesentlich jüngere Dame, die ihn abzockte", sagt Zimmer. Ihr Vater habe 451 Euro in bar bezahlt und ein Formular unterschrieben, welches die Frau berechtige, weitere 3 000 Euro vom Konto abzubuchen. Die SZ-Leserin wisse zwar, dass bei Partneragenturen vorab eine Bearbeitungsgebühr fällig werde. "Aber wie das gehandhabt wird, ist nicht in Ordnung", bemängelt sie. Die Mitarbeiterin hätte ihrem Vater Zeit geben müssen, in Ruhe über die Sache nachzudenken.

Direkt am nächsten Morgen kontaktierte Zimmer jedenfalls die Bank ihres Vaters, um zu verhindern, dass die 3 000 Euro abgebucht werden. Das sei nicht unproblematisch gewesen, dennoch sei es der Bank gelungen, die 3 000 Euro zurückzubuchen. Erfolglos versuchte Zimmer hingegen, die Mitarbeiterin der Agentur telefonisch zu erreichen. Auch auf den Widerruf des Vertrages per Einschreiben habe die Firma nicht reagiert. Deshalb erstattete sie Anzeige bei der Polizei: "Die hat mir gesagt, dass es sich um ein Haustürgeschäft handelt und mein Vater innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurücktreten kann."

Das bestätigt Gertrud Truar von der Verbraucherzentrale. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch könnten zudem weder Verbraucher noch Partnervermittler ihre Kosten beziehungsweise Leistungen einklagen. Die Agenturen würden deshalb nach Zahlungsweisen suchen, die für sie "bombensicher" seien, so Truar. Und Überweisungen seien nicht mehr ohne Weiteres rückgängig zu machen. Deshalb empfiehlt die Beraterin, diese bei Haustürgeschäften auf keinen Fall auszufüllen. mv

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporterin Marita Zimmer aus Tholey. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder per Mail an: leser-reporter@sol.de.

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