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Bohnentaler Krippenausstellung in Scheuern

Krippenausstellung in Scheuern : Im Stall darf auch geschwenkt werden

Kreative Details machen die Darstellungen von Christi Geburt Marke Eigenbau aus. 30 Arbeiten zeigen die Bohnentaler Krippenbauer.

Die 17. Bohnentaler Krippenausstellung hat ihre Pforten geöffnet. Die traditionelle Schau lockte Besucher von nah und fern. „So etwas bekommen die Städter nicht hin. Auch der Zusammenhalt im Dorf, den man hier spürt, ist schon was Besonderes“, lobte Annemarie Frenzel mit einem Augenzwinkern. Sie war eigens aus St. Ingbert angereist und besuchte gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn die Ausstellung. In diesem Jahr platzte diese mit 30 Weihnachtskrippen fast aus allen Nähten. Es herrschte ein fröhliches Miteinander aller Generationen beim Auftakt in der Mehrzweckhalle in Scheuern. Vor allem die Kommunionskinder huschten aufgeregt hin und her in ihren Kostümen. Denn sie hatten für diesen Abend mit Carina Kläser ein Krippenspiel vorbereitet. Für ihre Vorstellung ernteten die Kinder dann auch viel anerkennenden Applaus und wurden anschließend vom Nikolaus mit Präsenten beschert.

Vor den auf Tischen aufgebauten Krippen drängten sich die Besucher und bestaunten die Handwerkskunst. Alles sieht täuschend echt aus. In den Bohnentaler Krippen funkelt und leuchtet es. Kleine Lichtchen lassen die Krippenhütten erstrahlen. Aus manchem Schornstein steigt gar Rauch. In Feuerstellen flackern kleine Flammen. Regionale Bezüge prägen nicht nur die monumentale Saarlandkrippe, die jedes Jahr ihren festen Platz in der Ausstellung hat. Auf einer Fläche von drei auf zwei Metern haben die Bohnentaler Krippenbauer eine besondere Krippenlandschaft mit Denkmälern der Region geschaffen. Im Mittelpunkt der Szene stehen die Themen Kohle, Stahl und das Schaumberger Land. Detailgetrau haben die Bastler einen Förderturm, den bekannten Heinitz-Stollen und das alte Völklinger Stahlwerk nachgebaut. Die Scheuerner Kirche St. Katharina, der alte Schaumbergturm und die Johann-Adams-Mühle versinnbildlichen das Bohnental und das Schaumberger Land. Die regionalen Denkmäler bilden die Kulisse für die Krippenszene. Und auch dieser haben die Schaffer eine regionale Note verliehen. Vor dem Stall steht ein Miniatur-Schwenker mit winzig kleinen Schwenkern und Lyoner.

Auch in der Krippe von Kerstin Henkes entdeckt der Besucher vor der Hütte einen kleinen Schwenker. Sie hatte ab Anfang Oktober den Kurs der Bohnentaler Krippenbauer besucht. Zwei Erwachsene und zwei Kinder haben dieses Mal mit den Gebrüdern Warken in einer eigens dafür eingerichteten Werkstatt ihre Krippen gebaut.

„Ich habe den Krippenbauern mal über die Schulter geschaut und gestaunt, wie aus kleinsten Holzstückchen kleine Glöckchen herausgearbeitet werden. Das ist wahre Ingenieursleistung“, berichtete Dietmar Lauck, der Ortsvorsteher von Scheuern. Seit 2016 finden die Krippenbaukurse mit großer Resonanz statt. So musste Roman Warken Bürgermeister Hermann Josef Schmidt, der gerne mit seiner Enkelin teilnehmen würde, auf 2022 vertrösten: „Unsere Kurse für 2020 und 2021 sind bereits ausgebucht.“ Unter den 30 ausgestellten Krippen stehen auch jene, die während des Kurses entstanden sind. Neben Kirsten Henkes haben Elmar Schütz und die beiden Kinder Max Poerschke und Joshua Kläser den Kurs besucht. Die Kosten für das Material übernehmen die Bohnentaler Krippenbauer. Lediglich um die Anschaffung dekorativer Extrawünsche müssen sich die Teilnehmer selbst kümmern. Finanziert werden die Kurse jedes Jahr aus den Einnahmen der Krippenausstellung. Ein Opa-Enkel-Projekt war die Krippe von Joshua und Horst Kläser. „Wir hatten uns überlegt, dass wir keine Krippe im alpenländischen Hüttenstil bauen wollten, sondern eher orientalisch angehaucht, was ja auch zur Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu passt“, erklärte Horst Kläser. „Unsere Krippe steht dieses Jahr an Weihnachten erstmal bei meinem Opa im Wohnzimmer“, verrät der achtjährige Krippenbauer Joshua. Auch Max Poerschke hat mit seinem Opa zusammen eine Krippe gebaut. „Mir gefällt an unserer Krippe das große Wasserrad am besten. Die Zäune und den Brunnen habe ich gebaut“, berichtete der achtjährige Schüler aus Scheuern.

Und so sind 90 Prozent der Krippen in der Ausstellung in diesem Jahr Eigenkreationen. Beim Schlendern durch die Schau gab es weihnachtliche Musik live am Akkordeon gespielt von Jürgen Egler. Außerdem bereicherte Renate Scholl die Eröffnung mit Gesangs- und Textvorträgen.

Joshua Kläser (vorne links) und Max Poerschke (vorne rechts) präsentieren bei der Eröffnung der Bohnentaler Krippenausstellung stolz mit den anderen Teilnehmern des Krippenbaukurses ihre Kunstwerke. Foto: Marion Schmidt

Weitere Termine der Krippenausstellung: Samstag, 14. Dezember, 17 bis 22 Uhr, Sonntag, 15. Dezember, 14 bis 18 Uhr (mit Kuchen). Gruppenanfragen: bohnentalkrippe@web.de oder Tel. (0 68 88) 86 41 oder Tel. (0 68 88) 4 65.