1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

Bezaubert mit Brahms' Liebeswalzern

Bezaubert mit Brahms' Liebeswalzern

Theley. Unter seinem neuen Leiter Thorsten Hansen hatte der Kammerchor Schaumberg in beachtlich kurzer Zeit die "Liebesliederwalzer" von Brahms einstudiert und begeisterte damit ein großes Publikum in Theley. Ihm assistierte das perfekte Klavierduo Thomas Layes und Andreas Rothkopf; Ansgar Hoffmann steuerte eine stimmige und originelle Gedichtauswahl bei

Theley. Unter seinem neuen Leiter Thorsten Hansen hatte der Kammerchor Schaumberg in beachtlich kurzer Zeit die "Liebesliederwalzer" von Brahms einstudiert und begeisterte damit ein großes Publikum in Theley. Ihm assistierte das perfekte Klavierduo Thomas Layes und Andreas Rothkopf; Ansgar Hoffmann steuerte eine stimmige und originelle Gedichtauswahl bei.Zur Eröffnung sang der Chor, stimmgewaltig und doch flexibel, vier Madrigale des berühmten englischen Renaissance-Lautenisten John Dowland zum Thema "Liebe". Georg Friedrich Daumer, ein Nürnberger Religionsphilosoph, Philologe und Lyriker, hatte 1855 ein "weltpolitisches Liederbuch" aus übersetzten Gedichten zusammengestellt, das Brahms gleich zweimal, 1868 und 1874, zu einem Chorwerk inspirierte. Die Sängerinnen und Sänger gaben Sehnsucht, Liebesfreud und Liebesleid äußerst kontrastreich wieder: teils temperamentvoll und lautstark "Nein, es ist nicht auszukommen mit den Leuten", teils sanft und zurückgenommen "Wenn so lind dein Auge schauet". Die unterschiedliche Perspektive der Texte spiegelte sich in Gesängen der Männer und der Frauen. Bei den "Neuen Liebesliederwalzern" wurden daraus auch einzelne solistische Partien. Der junge Dirigent, der nach einer beachtlichen Frühkarriere noch in Saarbrücken studiert, übertrug seine differenzierten Vorstellungen souverän und elegant auf den Chor.Das Pianistenduo, "orchestrale" Stütze des Gesangs, reagierte vorzüglich und krönte immer wieder durch eigene Melodien den Klang. Das fiel besonders auf, wenn es mit den Männerstimmen konzertierte. Ein Hörvergnügen war denn auch Schuberts Fantasie in f-Moll, deren fein herausgearbeitete Stimmungen ein stilistisches Pendant zu den Brahms-Gesängen darstellten.Einem solchen Aufgebot an Romantik unterbrach Ansgar Hoffmann mit zunehmend witziger Liebeslyrik des 20. Jahrhunderts und brachte mit einer gelungenen Eigenkomposition auch das 21. Jahrhundert ein.