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Berthold Rauber aus Theley ist gestorben

Im Alter von 88 Jahren : Der gute Geist der Johann-Adams-Mühle hat sich verabschiedet

Berthold Rauber ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Rund 5000 Führungen hat er gemacht und dabei den Gästen Rede und Antwort gestanden.

Mehr als zwei Jahrzehnte war er das Gesicht und die Stimme der Johann-Adams-Mühle. Vor wenigen Tagen kam die traurige Nachricht, dass Berthold Rauber im Alter von 88 Jahren gestorben ist.

In der Zeit von 1989 bis ins Jahr 2012 hatte er Gruppen durch das Mühlen-Ensemble geführt und den Gästen mit viel Wissen und gespickt mit interessanten Anekdoten die Geschichte der Johann-Adams-Mühle und der Region näher gebracht. Wie ein Sprecher der Gemeinde Tholey berichtet, habe Rauber erst kurz vor seinem 80. Geburtstag die letzte Gruppe durch „seine Mühe“ begleitet. Liebevoll wurde er der „gute Geist der Mühle“, genannt.

Nachdem die Gemeinde Tholey das vom Verfall bedrohte Mühlen-Anwesen, das bis 1982 bewohnt war, 1983 erworben und über mehrere Jahre saniert hatte, führte Rauber Ende 1989 die erste Gruppe durch die Mühle und kümmerte sich mit seiner Gattin Irmgard bis zur Eröffnung des Landgasthofes im Kleintierstall um das leibliche Wohl der Gäste. Bis zu seiner letzten Führung im Dezember 2012 sollten es gut 5000 Führungen werden: „Die Gruppen kamen aus allen Erdteilen, von Brasilien bis Sibirien“, blickte er damals zurück. Da die Johann-Adams-Mühle über die Wintermonate geschlossen ist, musste Rauber oft mehrere Gruppen an einem Tag durch die Räume lotsen: „Rekord waren sieben Führungen an einem Tag.“

Als 1992 in der Mühle die ersten Brotbackkurse angeboten wurden, war Rauber mit von der Partie. „Als direkter Nachbar kümmerte er sich nicht nur um das Vorheizen des Backofens, sondern führte die Backgruppen auch durch die Mühle, während das Brot im Ofen war“, weiß der Sprecher. Mehr als 850 Brotbackkurse kamen so für Rauber zusammen, der seine Führungen stets mit Geschichten und Anekdoten bereicherte, die bei den Kindern ebenso gut ankamen wie bei den höheren Semestern, so der Sprecher weiter. Auch jeden Sonntag, an dem die Mühle geöffnet hatte, war Rauber persönlich dort und stand den Gästen Rede und Antwort.

„Berthold Rauber war nie etwas zu viel, und er hatte seinen eigenen Stil entwickelt. Er wird uns unvergessen bleiben und gehört zur Johann-Adams-Mühle wie kein anderer. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Unser tief empfundenes Mitgefühl gehört seinen Hinterbliebenen“, sagt Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) und ist damit einer Meinung mit Ortsvorsteher Friedbert Becker.