Fußball-Saarlandliga: Backes vergrößert Hasborns Sorgen

Fußball-Saarlandliga : Backes vergrößert Hasborns Sorgen

Der VfL Primstal hat in der Fußball-Saarlandliga zum sechsten Mal in Folge das Derby gegen den SV Hasborn gewonnen. Vor 800 Zuschauern im Hasborner Waldstadion war Steffen „Buggy“ Backes der Matchwinner.

Steffen Backes, Offensivspieler des VfL Primstal, wurde nach dem Schlusspfiff des Derbys zwischen seinem VfL und dem SV Hasborn am Samstag von seinen Mitspielern gefeiert. Kein Wunder, schließlich war der 21-Jährige maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Elf von Trainer Andreas Caryot mit 2:0 beim Lokalrivalen durchsetzte. Backes traf vor 800 Zuschauern zwei Mal für den VfL.

„Das fühlt sich absolut geil an“, jubelte der Doppeltorschütze. „Zwei Tore und drei Punkte – und das nach einer Zeit, in der wir viel gelitten haben. Das ist natürlich super.“ Primstal war vor dem Derby-Sieg fünf Mal in Folge ohne Sieg geblieben (vier Unentschieden, eine Niederlage). Dadurch hatte der VfL auch den Kontakt zur Tabellenspitze verloren.

Zwar ist Primstal auch nach dem dreifachen Punktgewinn in Hasborn weiter nur Siebter. Allerdings beträgt der Rückstand auf einen Platz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Oberliga berechtigt, nur noch fünf Zähler (Spitzenreiter TuS Herrensohr verzichtet wie angekündigt auf eine Oberliga-Bewerbung). Trainer Andreas Caryot will sich dennoch nicht mit dem Thema Aufstieg beschäftigen. „Nach dem, was wir in den letzten Wochen gespielt haben, wäre es vermessen und überheblich zu sagen, wir schauen nach ganz vorne.“

Während Primstal sich über den Erfolg im Derby freute, war die Stimmung beim SV Hasborn im Keller. Einige Spieler sanken nach dem Abpfiff mit den Händen vor den Gesichtern zu Boden. Andere schlichen mit gesenktem Blick Richtung Kabine. Betrübt war auch Trainer Michael Warschburger. Er wollte sich nach der Partie nicht zum Spiel äußern.

Hasborns Verteidiger Nikolas Wilhelm meinte geknickt: „Die Enttäuschung ist riesengroß. Ich habe jetzt zehn Mal gegen Primstal gespielt und neun Mal verloren.“ Der 24-Jährige ergänzte: „Noch bitterer ist die Niederlage, weil wir wissen, dass wir hinten drin stehen und jeden Punkt brauchen.“ Hasborn bleibt nach der Pleite auf einem Abstiegsplatz.

Wilhelm feierte am Samstag sogar unfreiwillig sein Debüt als Torhüter. Sieben Minuten vor dem Ende des Derbys zog Hasborns Schlussmann Christian Reiter gegen den frei vor ihm auftauchenden Pascal Limke die Notbremse. Schiedsrichter Pascal Frenzel zückte Rot. Da Hasborn zu diesem Zeitpunkt schon drei Mal gewechselt hatte, musste ein Feldspieler in den Kasten.

Zum Zeitpunkt, als der Abwehrspieler zwischen die Pfosten ging, lag sein Team mit 0:1 zurück. Primstal war acht Minuten zuvor in Führung gegangen. Tobias Scherer wurde auf links bedient, lief bis zur Grundlinie und brachte das Leder an den kurzen Pfosten. Dort spitzelte Backes, obwohl von zwei Gegenspielern bewacht, die Kugel über die Linie. In der Nachspielzeit bezwang Backes auch Aushilfs-Schlussmann Wilhelm. Nach einer Ecke von Tim Roob köpfte der Angreifer das Spielgerät zum 0:2-Endstand ins Netz.

Zuvor hatte Hasborn in einer eher mäßigen Partie in der ersten Hälfte die besseren Chancen: In der 21. Minute bediente Johannes Gemmel seinen Mitspieler Steffen Hoffmann mit einem Steilpass. Der scheiterte aber frei vor VfL-Torhüter Larson Arend. Zehn Minuten später köpfte David Quinten das Leder in die Arme von Arend. Kurz danach brachten Quinten und Wilhelm den Ball nach einer Ecke aus dem Gewühl nicht über die Linie.

„Wenn wir da in Rückstand geraten, läuft das Spiel wohl anders“, gab auch Primstals Trainer Caryot zu. Nach dem Seitenwechsel passierte vor den Toren lange nichts, ehe Backes die Partie mit seinem Doppelpack entschied. Hasborn ist nun am Samstag um 14.30 Uhr beim SC Friedrichsthal (Spielort: Kunstrasen der DJK Bildstock) zu Gast. Primstal erwartet am Samstag um 16 Uhr den VfB Dillingen.

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