1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Tholey

André Dewes wird Spielertrainer beim Verbandsligisten VfB Theley

Fußball : Ein Neustart nach fünfjähriger Pause

André Dewes hat seine fußballfreie Zeit beendet: Er wird Spielertrainer beim Verbandsligisten VfB Theley.

Nach der Spielrunde 2014/15 hat sich André Dewes, langjähriger Oberliga- und Saarlandligakicker des SV Hasborn, eine fußballerische Auszeit verordnet. Was haben die Vereine daraufhin an ihm gebaggert – erfolglos. Dewes packte lieber den Rucksack und lernte Land und Leute in Australien kennen. Er orientierte sich beruflich und feierte rauschende Euro-League-Nächte mit seinem Lieblingsklub, der Frankfurter Eintracht. Hin und wieder tauchte der 35-Jährige auch in seinem Heimatort Theley bei den Spielen des VfB im Schaumbergstadion auf. Klar, dass jeder Zweite ihn gefragt hat: Wann und wo er wieder spielt.

Im Winter vergangenen Jahres ist dann den beiden Vereinschefs Mario Loncár und Stefan Groß gelungen, was andere Klubs nicht geschafft haben: Sie konnten Dewes überzeugen, Spielertrainer beim Verbandsligisten VfB Theley zu werden. „Die Konstellation hat gepasst und ist gut. Ich kenne alle Leute und das ist schon ein anderer Austausch, als wenn man als Neuling anfängt“, findet Dewes.

Auf dem grünen Rasen steht Andreas Oberhauser neben ihm, mit dem er drei Jahre für Hasborn aufgelaufen ist. „Bei uns gibt es keinen Chef oder Co-Trainer“, sagt Oberhauser. Der 30-Jährige geht bereits in seine dritte Trainersaison beim VfB. Nach Sebastian Piotrowski und Dominik Jäckel – der wieder zum Liga-Konkurrenten SG Lebach-Landsweiler zurückgekehrt ist –, hat er nun mit Dewes seinen dritten Partner. „Aktuell leitet André verstärkt das Training“, sagt Oberhauser. Seit dem 1. Juli ist der VfB wieder am Ball. „Die Spieler wollten nach der Corona-Pause auch einfach wieder kicken“, hat Oberhauser beobachtet.

Die Zeit von der Zwangspause ab März bis zum nach hinten geschobenen Saisonstart am 12./13. September passt Dewes ganz gut. „Ich habe fünf Jahre lang nichts gemacht. Bis Saisonbeginn habe ich ein halbes Jahr Vorlaufzeit, um im Ausdauerbereich wieder auf ein Niveau zu kommen, auf dem ich vorher war“, hat er sich persönlich zum Ziel gesetzt. Auch der Ball sei nach der Abstinenz eines halben Jahrzehnts nicht zu seinem Feind geworden.

Und wo findet er sich dann auf dem Feld wieder? In Hasborn hat Dewes mal den Torschützen oder den Torverhinderer gespielt. „Wir sind jetzt in der Findungsphase. Ich muss zunächst wieder Spielpraxis sammeln. Ich kann mir alles vorstellen, auf welcher Position ich dann spiele, ist noch völlig frei“, meint er. Denn mit Fundu Kamu (35), der vom SV Hasborn gekommen ist, hat der VfB einen erfahrenen Neuzugang an Land gezogen, der ebenso variabel eingesetzt werden kann. Damian Lorenz (20) ist vom Bezirksligisten SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf zum zwei Ligen höher kickenden VfB gewechselt. „Ein schneller Spieler für die Außenbahn, der ins Dribbling geht. Ihm werden wir die nötige Zeit geben, um sich den neuen Gegebenheiten anpassen zu können“, sagt Dewes.

Aus der eigenen Jugendabteilung rückt der 18-jährige Angreifer Mario Schmidt in das 23-Mann-Aufgebot hoch. „Wir haben jetzt noch sieben Wochen Zeit, uns auf den Saisonstart vorzubereiten. Die Intensität im Training werden wir jetzt peu à peu steigern“, kündigt Oberhauser an. Zum Zeitpunkt des Corona-Lockdowns im März hat der VfB den 13. Tabellenrang belegt.