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Äpfel, Äpfel, nichts als Äpfel

Äpfel, Äpfel, nichts als Äpfel

Hasborn-Dautweiler. Ohne Pause nimmt das Förderband tausende und abertausende Äpfel auf, transportiert sie in die Höhe und lässt sie dann in den elf Tonnen fassenden Container kullern. Dicht hintereinander stehen die Autos und Traktoren die Straße hoch zum Haus des Obst- und Gartenbauvereins, fast wie bei einem Autobahnstau

Hasborn-Dautweiler. Ohne Pause nimmt das Förderband tausende und abertausende Äpfel auf, transportiert sie in die Höhe und lässt sie dann in den elf Tonnen fassenden Container kullern. Dicht hintereinander stehen die Autos und Traktoren die Straße hoch zum Haus des Obst- und Gartenbauvereins, fast wie bei einem Autobahnstau. Die Kofferräume und Anhänger sind gefüllt mit duftenden Äpfeln: rote, gelbe, grüne, graubraune, einfach paradiesisch. Hintergrund für dieses Apfelfestival ist der Auftrag der Firma Merziger Fruchtsaftgetränke an den Obst- und Gartenbauverein Hasborn-Dautweiler, möglichste viele Äpfel aus der Region einzusammeln und sie nach Merzig weiterzuleiten. Seit vor etlichen Wochen die Werbung für die Aktion angelaufen ist, kommen die Obstbauern an den Anliefertagen aus allen Richtungen: aus den Landkreisen St. Wendel, Saarlouis und Merzig, sogar aus dem Kuseler und Birkenfelder Raum. Ihre süßen Früchte sind auf den Streuobstwiesen in der Region gewachsen und gereift. Kaum jemand kann die vielen Äpfel selbst aufessen und verwerten, die es in diesem guten Apfeljahr gibt. Deshalb kommen jetzt so viele Obstbauer nach Hasborn. Helfer des Obst- und Gartenbauvereins nehmen die Früchte am Kelterhaus in Empfang und wiegen sie ab. Und dann beginnt das Tauschgeschäft. Äpfel gegen Saft tauschenWer zum Beispiel einen Zentner Äpfel gebracht hat, kann dafür 30 Liter Saft sofort mitnehmen. Die Auswahl ist groß. Die Kunden können zwischen Apfelsaft, Viez, Apfelschorle, Orangensaft, Ananas-Karottensaft und Multisäften auswählen und zahlen je nach Sorte zwischen 53 Cent und 1,02 Euro pro Flasche. Auch wer ohne Äpfel kommt, kann Säfte zu einem kleinen Aufpreis mitnehmen. In den Hallen des Vereins sind ständig zwischen 20000 und 25000 Flaschen vorrätig. Niemand braucht jedoch "die Katze im Sack" zu kaufen. Jede Sorte kann vorher aus einem Becher auf ihren Geschmack getestet werden. Sammelstelle für Merziger"Wir sind für die Merziger schon seit 16 Jahren die Sammelstelle für Äpfel", stellte Vereinsvorsitzender Werner Klesen beim Besuch der SZ fest. Das freut ihn nicht wenig, nicht nur wegen der Provision, die sein Verein dafür bekommt. Er sieht darin auch eine Bestätigung für die gute Zusammenarbeit mit Merziger. Zwischen dem 23. September und dem 25. Oktober liegen 14 Annahmetage für Äpfel. Diese Tage sind nicht immer gleich stark frequentiert. "Wenn am Tag vorher gutes Wetter war, haben die Leute Äpfel geerntet und kommen am Tag darauf zu uns", hat Werner Klesen festgestellt. "Wenn es aber geregnet hat oder kalt war, dann kommen weniger." Schon die Vorfahren wussten, dass wirklich gute Apfelernten nur alle sieben bis acht Jahre möglich sind. Diese Erfahrung hat sich, seit in Hasborn Äpfel gesammelt werden, bestätigt. 1992 wurden 465 Tonnen Äpfel gebracht, 1993 nur etwa 40 Tonnen. Im Jahre 2000 waren es wieder 367 Tonnen, 2001 nur 123. 2008 dürfte wieder einen Rekord bringen. Werner Klesen rechnet mit über 400 Tonnen. Ähnlich sieht es bei den verkauften Flaschen aus. 1992 lag ihre Zahl bei 148540, 2000 bei 106098. Dieses Jahr dürfte die Zahl von 150000 überschritten werden. Auch die Stunden der 14 Helfer schnellen derzeit in die Höhe. Waren es 2007 rund 400, werden es diesmal wohl 600 sein. Wie geht es mit den Äpfeln weiter? Eine Spedition aus Luxemburg bringt die in Container abgefüllten Äpfel von Hasborn nach Merzig. Dort werden sie mit Äpfeln aus anderen europäischen Ländern gemischt, gewaschen, gekeltert und die Masse zur Saftherstellung nach Lauterecken in die Pfalz gebracht.

Auf einen BlickDer Obst- und Gartenbauverein Hasborn-Dautweiler nimmt Äpfel noch an folgenden Tagen entgegen: am 14.,18., 21., 23. und 25. Oktober. Die Annahmezeiten: dienstags und donnerstags von neun bis zwölf und von 15 bis 19 Uhr, samstags von neun bis zwölf Uhr. gtr