ADAC Rallye Deutschland fährt nun doch nicht am Hofgut Imsbach bei Theley vorbei

Rallye : Doch keine Rallye am Hofgut Imsbach

Naturlandstiftung und Gemeinde Tholey stellen die Ampel auf Rot. Jetzt muss der ADAC schnell eine Alternative finden.

Ausgebremst. Die Deutschland-Rallye des ADAC vom 22. bis 25. August wird nicht, wie zunächst angedacht, am Theleyer Hofgut Imsbach gestartet. Dort sollte am 22. August das Motorsportspektakel mit der Wertungsprüfung (WP) 1 Selbach beginnen und mit der finalen WP 18 am 25. August unweit des Rallye-Zentrums am Bostalsee enden (wir berichteten). Der ausgetüftelte Plan des zuständigen ADAC Saarland ist mittlerweile im Papierkorb gelandet. Denn der Grundstückseigentümer des Hofguts Imsbach in Theley, die Naturlandstiftung Saar, hat direkt nach der öffentlichen Bekanntgabe, dass die weltbesten Rallyepiloten am Landschaftspark das Gaspedal durchtreten sollen, ein Veto eingelegt.

„Wir sind verärgert, wie man sich vonseiten des ADAC Saarland in der Öffentlichkeit geäußert hat“, sagt Udo Weyrath, Kurator der Naturlandstiftung. Erst durch einen Bericht in der SZ, so ergänzt der technische Geschäftsführer Eberhard Veith, sei die Naturlandstiftung über das Vorhaben ausführlich informiert worden. Von einem angesetzten Lokaltermin mit Begehung der voraussichtlichen Rallye-Strecke habe die Stiftung nichts mitgekriegt, weil die diesbezügliche E-Mail offensichtlich im Spamordner gelandet sei.

Fakt sei jedoch: „Eine Rallye durch den Landschaftspark widerspricht den Satzungen und Zielen der Stiftung – der Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege – und ist in keinster Weise vereinbar“, stellt Kurator Weyrath klar.

Nach der ersten Absage griff Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) ins Geschehen ein. Der Verwaltungschef hat ADAC-Organisationsleiter Günter Jung und die Naturlandstiftung an einen Tisch gebeten, um die Situation noch einmal zu beraten. Schmidt bekräftigte allerdings schon vor den Gesprächen: „Wir versuchen, eine Alternative über Wege der Gemeinde zu finden, aber wenn die Naturlandstiftung nicht will, dann will die Gemeinde auch nicht.“

Auch mit dem jüngsten Vorschlag ist der ADAC abgeblitzt. Dieser Vorschlag sah vor, nur die öffentliche Straße durch das Gelände als Zufahrt zum Startpunkt zu nutzen und dabei mit Tempo 30 zu fahren. Für Jung ist das „Nein“ fachlich schwer zu verstehen, weil eingeholte Umweltgutachten grünes Licht signalisiert haben. „Aber den Interessen muss man Rechnung tragen. Dass wir die WP nicht fahren können, liegt nicht an der Naturlandstiftung, sondern an der Gemeinde Tholey, die nicht möchte“, so Jung.

Diesen Vorwurf will der Bürgermeister aber so nicht stehen lassen. „Der Landschaftspark am Hofgut und die Gemeinde Tholey müssen als Einheit gesehen werden, wir lassen uns nicht auseinanderdividieren. Der Landschaftspark gehört zum touristischen Gesamtkonzept der Gemeinde, und die Flächen sind nicht für die Öffentlichkeit, sondern für eine naturverbundene stille Erholung bestimmt“, erläutert Schmidt.

Nachdem die Auftakt-Prüfung 2017 in Saarbrücken bei den Fahrern nicht gut ankam und die Start-Zeremonie 2018 in St. Wendel glatt durchfielen, ist der ADAC nun in der Bredouille. Als neue Option für den Start am 22. August favorisiert der Organisationschef aktuell den ersten Teil der Wertungsprüfung „St. Wendeler Land“, zwischen der B 41 und Steinberg-Deckenhardt. Dieses Teilstück ist zudem für den Shakedown eingeplant. „Theoretisch kann die Strecke zusätzlich als WP gefahren werden“, meint Jung.

Für die abschließende Wertungsprüfung 18 mit Zieldurchfahrt wird der ADAC wohl Richtung Mosel ausweichen, weil zuvor die WP Grafschaft auf dem Programm steht. „Für das Saarland ist das dann die zweitbeste Lösung“, sagt Jung. Diese Abschluss-WP wird am Sonntag, 25. August, ab 12.08 Uhr gestartet und weltweit im Fernsehen ausgestrahlt.

In den nächsten Tagen muss Jung dem Veranstalter der Rallye-WM, dem Automobil-Weltverband FIA, den Streckenplan auf den Tisch legen.