Ab Ostersamstag fliegt das Ei

Die American Footballer der South West Wolves fiebern der Premiere ent- gegen. Am 15. April be- streiten sie in St. Wendel ihr erstes Ligaspiel. 500 Fans werden erwartet.

In den Vereinigten Staaten ist American Football Volkssport, in Deutschland führte das Spiel mit dem "Ei" als Ball lange ein Schattendasein. Bis vor wenigen Jahren das Fernsehen die Sportart für sich entdeckte. Zwei Privatsender übertragen seitdem regelmäßig Spiele der NFL, der amerikanischen Top-Liga. Bis zu 1,8 Millionen Zuschauer schalten ein - und das sonntags am späten Abend oder in der Nacht auf Montag. Und auch im Saarland gibt es immer mehr Fans.

Das hat Ende 2015 dazu geführt, dass die "South West Wolves" gegründet wurden. Auf dem Fußballplatz des SV Baltersweiler hatte Björn Sprunck über soziale Medien zu einem Probetraining aufgerufen - und viele folgten der Einladung. Darunter auch Anton Felix. Er ist mittlerweile Vorsitzender der Wolves, die eine Sparte des SV Baltersweiler geworden sind. "Zum ersten Training kamen 16 Leute, zum zweiten schon 40. Mittlerweile haben wir 75 Spieler und mehr als 100 Mitglieder", berichtet der 30-jährige Wirtschaftsberater aus Werschweiler: "Mit so einem Zulauf hätten wir nie gerechnet." Zumal in St. Wendel vor einigen Jahren schon einmal das Experiment eines Football-Clubs scheiterte. Die "St. Wendel Griffins" lösten sich 2004 wegen Spielermangels auf. "Damals war die Zeit hier für den Sport vermutlich noch nicht reif", mutmaßt Felix. Um American Football wettkampfmäßig zu betreiben, sind nämlich viele Akteure nötig. Bis zu 53 Akteure können in einer einzigen Partie eingesetzt werden.

Trainiert werden die Wölfe vom 44-jährigen US-Amerikaner Bill Roberts. Der "Headcoach" stammt aus Akron Ohio, wohnt aber in Wolfersweiler. Derzeit fiebern er und seine Spieler dem 15. April entgegen. Dann steht das erste Pflichtspiel der Vereinsgeschichte an. Auf dem Rasenplatz des St. Wendeler Sportzentrums geht es um 15 Uhr gegen die Mosel-Valley-Tigers aus Treis-Karden.

"Wir hatten beim ersten Trainingsspiel schon 300 Zuschauer - und das ohne Werbung. Für das erste Ligaspiel hoffen wir auf mindestens 500 Besucher", erklärt Felix. Die Partie soll zu einem echten Event werden. "Wir planen eine Halbzeit-Show, eine Verlosung, viel Musik, ein Stadionsprecher soll den Besuchern einheizen", verrät Felix. Was die Wolves sportlich erwartet, kann der 30-Jährige nur schwer einschätzen. Schließlich haben bislang nur gut ein Dutzend der "Wolves-Akteure" jemals in einem Verein Football gespielt. Trotzdem hat sich der neue Club für seine erste Runde ehrgeizige Ziele gesteckt. "Wir wollen in die Playoffs zur Landesliga", verrät Felix. Dafür muss sein Team in der vier Mannschaften umfassenden Verbandsliga Mitte, Gruppe II, mindestens Zweiter werden. Die Wolves sind neben Bundesligist Saarland Hurricanes das einzige Football-Team im Saarland, das aktiv am Spielbetrieb teilnimmt.