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SZ-Redakteuer Thorsten Grim betrachtet die Schönheit hinter einem Haar-Vorhang

Die Wochenkolumne : Kein Pokal fürs Haareschneiden

Was schön ist und was nicht, hängt immer vom Betrachter ab. So er denn vor lauter Haaren noch etwas sehen kann.

Na, wirklich viel Platz haben mir die Kolleginnen hier ja nicht gelassen, damit ich mich über die Gemeinheiten dieser Welt auslassen kann. Schreibe ich halt über das Schöne, das geht schneller und benötigt weniger Raum – weil seltener. Und das ist schön. Doch darüber kann man selbstredend unterschiedlicher Ansicht sein, liegt Schönheit doch im Auge des Betrachters. Aus dem sieht er derzeit allerdings wenig. Weil sich permanent ein Vorhang aus überlangem Haar davor schiebt. Was nicht schön ist. Jedenfalls greifen jetzt immer mehr Menschen zu Scheren und sonstigen Haar-Schneidmaschinen, damit sie nicht peu à peu unter einer Günter-Netzer-Gedächtnisfrisur verschwinden. Deren Ur-Träger ist übrigens vielen als Schönspieler in Erinnerung geblieben. Unvergessen seine Selbst-Einwechslung während des DFB-Pokalfinales 1973, die er mit dem Tor zum 2:1-Sieg krönte. Doch zurück zum Selbst-Haarschnitt. Der hat keinen Pokalsieg zur Folge. Und wenn man sich danach im Spiegel betrachtet, heißt es nicht selten: Schöne Sch...!