St. Wendel wurde als eine von deutschlandweit 50 Zukunftskommunen ausgezeichnet

Ausgezeichnet : St. Wendel ist ein Vorbild für andere

Die Kreisstadt wurde als Zukunftskommune ausgezeichnet. Davon gibt es 50 in ganz Deutschland. Im Saarland ist sie die einzige.

Das Beste kommt zum Schluss. Dieses Sprichwort konnte einem gegen Ende der jüngsten Stadtratssitzung in den Sinn kommen, als St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU) unter dem Punkt Mitteilungen und Anfragen eine nicht alltägliche Nachricht zu verkünden hatte: „Wir sind ausgezeichnet worden als eine von 50 Städten in Deutschland.“ Und zwar von der Online-Plattform Zukunftsfähige Kommunen, die Forschende und Praktizierende des Projektes Transformbar betreiben. Die Plattform dient nach Angaben des Projekt-Teams der Verbreitung innovativer Ansätze der kommunalen Nachhaltigkeits-Transformation und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. „Grund für die Auszeichnung sind besonders innovative kommunale Projekte mit mindestens drei substanziellen Erfolgen“, erklärte der Chef der St. Wendeler Stadtverwaltung den Ratsmitgliedern. „Das ist eine tolle Auszeichnung und zeigt, dass wir richtig gut unterwegs sind.“ Daher darf sich St. Wendel, das „mehrere wegweisende Vorhaben in einer zukunftsfähigen, enkeltauglichen Stadt mit Erfolg umgesetzt hat“, offiziell mit der Auszeichnung „Wegweisende Zukunftskommune“ schmücken.

Auf einer entsprechenden Karte der Plattform www.zukuntfkommunen.de sind die deutschlandweit 50 Kommunen gelistet – wobei St. Wendel die einzige aus dem Saarland ist. Für kleine und mittelgroße Kommunen stelle die Webseite eine Plattform zur Verfügung, „um zukunftsweisende Projekte sichtbar zu machen und zum Austausch von Erfahrungen anzuregen“, heißt es dazu aus dem St. Wendeler Rathaus. „Die Auszeichnung zeigt, dass die Arbeit, die wir in unserer Stadt machen, bundesweit Beachtung findet“, unterstreicht St. Wendels Bürgermeister Peter Klär gegenüber der Saarbrücker Zeitung noch einmal die Bedeutung.

Auf der Internetseite wird die Kreisstadt wie folgt beschrieben: „In Sankt Wendel, einer bunten und lebhaften Kleinstadt im Saarland, werden Kultur, Sport, Naturschutz und Bildung groß geschrieben. Lokalpolitik, Verwaltung sowie Bürger der Stadt sind auf dem Weg in eine enkeltaugliche Zukunft. Die Synthese aus Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeitmöglichkeiten und Tourismus – eingebettet in eine intakte Naturlandschaft – ist hier auf beispielhaftem Weg.“ Darüber hinaus ist unter anderem aufgeführt, dass St. Wendel seinen Strombedarf zu 126 Prozent aus regenerativen Energien decken kann und mehrere städtische Fahrzeuge mit Elektromotoren nutzt.

Außerdem zeige der Wertstoffhof der Stadt, wie Kreislaufwirtschaft in Gang kommen könne, da durch ein mengenabhängiges Gebührensystem zunächst die Restabfallmenge halbiert wurde. Vom verbleibenden Rest würden große Teile einer Wiederverwertung zugeführt. Dabei würden auch Einsatzmöglichkeiten für Personen geschaffen, die derzeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden und deshalb eine Qualifizierung brauchen.

Ein weiterer Punkt ist die der Renaturierung der Bachaue im Osteral. Ihr wird ein bundesweiter Modellcharakter zugestanden. Denn dadurch, dass die Aue in einen naturnahen Zustand zurückversetzt wurde, seien Selbstreinigungsvermögen und Biotopqualitäten sowie die Hochwassersituation für die Unterlieger verbessert worden. Durch diese Landschaft führt heute ein Lehrpfad.

Ein weiterer Punkt auf der Habenseite: Der Wendelinushof, „einem Werkstatthof für Menschen mit Behinderungen, werden gesunde und hochwertige Lebensmittel produziert, verarbeitet und vermarktet“. Die Energieversorgung werde über eine Holzhackschnitzel-Anlage sichergestellt – und auch hier würden die hoch innovativen Aspekte auf Schautafeln erläutert oder bei Führungen den Besuchern erklärt. Und abschließend: Wer Nachhaltigkeit in allen Facetten von Bildung, ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten hautnah erleben möchte, der solle nach St. Wendel ins Saarland kommen.

www.zukunftskommunen.de

Der St. Wendeler Wendelinushof, ein Werkstatthof für Menschen mit Behinderungen, steht für Nachhaltigkeit. Hier werden gesunde und hochwertige Lebensmittel produziert, verarbeitet und vermarktet. Die Energieversorgung wird über eine Holzhackschnitzel-Anlage sichergestellt. Foto: Klos Franz Rudolf

www.sankt-wendel.de