St. Wendel schneidet bei Kreisreport der Arbeitskammer gut ab

Arbeitskammer nimmt Region unter die Lupe : St. Wendel schneidet bei Kreisreport gut ab

Fachleute der Arbeitskammer loben in ihrer Untersuchung die Entwicklung der Region. Allerdings zeigen sie auch Schwächen auf.

„Hier lässt es sich gut leben, arbeiten und erholen“ – diese Worte zieren die Titelseite des Kreisreports St. Wendel. Und sie fassen zusammen, was die Arbeitskammer (AK) des Saarlandes bei ihrer Untersuchung herausgefunden hat. Nämlich, dass sich die Region in den Bereichen Arbeitsmarkt, Wirtschaftsförderung, frühkindliche Bildung und öffentlicher Nahverkehr in den vergangenen fünf Jahren ordentlich entwickelt hat. Dennoch gebe es noch Luft nach oben. „Vor allem im Busverkehr bestehen weiterhin einige Lücken“, sagte Jürgen Meyer, Leiter der Stabsstelle Innovation und Umwelt bei der AK.

Er stellte am Dienstagabend im Landratsamt den Kreisreport St. Wendel vor. Darin haben Experten Kennzahlen erhoben und analysiert. Vor den Kommunalwahlen am 26. Mai tourt die Arbeitskammer durch alle fünf Landkreise und den Regionalverband Saarbrücken, um die Ergebnisse zu präsentieren. „Wir wollen uns in den Wahlkampf einmischen“, erklärte Meyer und fügte hinzu: „Wir sind aber nicht parteipolitisch, wir wollen es demokratiestärkend tun.“ Die Kreisreporte sollen informieren und so letztlich auch zu Diskussionen anregen.

Und damit zurück zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). In dieser Rubrik haben die Fachleute zwar festgestellt, dass 57 Prozent der Befragten mit dem Angebot im St. Wendeler Land sehr zufrieden bis noch zufrieden sind. Allerdings nutzen nur drei Prozent den ÖPNV täglich. „Der Verkehr ist am Wochenende stark eingeschränkt und auch in den Ferienzeiten fallen attraktive Verbindungen für Pendler weg“, kritisierte Meyer. Das sei vor allem für Berufstätige ein Problem. Sie bräuchten durchgängig ein gutes Angebot, damit ihre Mobilität ohne eigenes Auto sichergestellt ist. Trotzdem: Der Landkreis St. Wendel habe die Neuvergabe der Transportleistungen im ÖPNV genutzt, um wieder direkten Einfluss auf die Qualität und das Angebot zu gewinnen. Dadurch habe es deutliche Verbesserungen für die Kunden gegeben. Lobenswert seien vor allem die zehn Nachtbuslinien, die Nachtschwärmern eine flächendeckende Anbindung gewährleisten würden.

Landrat Udo Recktenwald (CDU) betonte an dieser Stelle, wie schwierig es ist, die Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Es sei auf dem Land nicht gerade leicht, einen Bus zu füllen. „Wir haben schon auf Anregungen reagiert und probeweise neue Verbindungen eingerichtet. Und dann ist niemand mitgefahren“, erzählte Recktenwald. Theorie und Praxis würden da etwas auseinander gehen. Es würde Bedarf artikuliert, dem letztlich keine Nutzung gegenüberstehe.

Ein weiteres Thema, mit dem sich der Kreisreport befasst, ist die Kinderbetreuung. Hier schneidet St. Wendel im Landesvergleich gut ab. Bei den Drei- bis Sechsjährigen nehmen 98,4 Prozent ein Betreuungsangebot in Anspruch. Und auch bei den Kindern unter drei Jahren ist die Versorgungsquote mit 35,6 Prozent im Jahr 2017 und 39 Prozent im Jahr 2019 hoch. Im Vergleich: Die Versorgungsquote bei Schlusslicht Neunkirchen liegt bei gerade mal 26 Prozent. „Dennoch ist es notwendig, das Angebot weiter auszubauen, da die Geburtenzahlen steigen und der Bedarf wächst“, sagte Meyer.

Dass das St. Wendeler Land in dieser Kategorie führend ist, freute den Landrat besonders. Er stellte jedoch klar: „Was den Ausbau der Betreuungsangebote angeht, sind wir noch nicht am Ende.“ Es sei bereits einiges geplant, weshalb Recktenwald davon ausgeht, dass die Versorgungsquote der unter Dreijährigen schon bald über 40 Prozent liegen werde. Außerdem sei auch die Betreuung zu den Randzeiten ein Thema. Auch hier will sich der Landkreis weiter verbessern.

Wenig Luft nach oben gibt es hingegen bei der Entwicklung des Arbeitsmarktes. Mit 3,2 Prozent hat der Kreis St. Wendel die niedrigste Arbeitslosenquote im Saarland. „Eine besonders niedrige Jugendarbeitslosigkeit und ein vergleichsweise niedriger Anteil Arbeitsloser ohne Berufsabschluss sind das Ergebnis einer engagierten Arbeitsmarktpolitik“, lobte Meyer. Mit 5,7 Prozent liegt die Hartz IV-Quote im Landkreis St. Wendel deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 11,3 Prozent. Besonders gut schneidet die Gemeinde Nonnweiler ab, mit einer Hartz IV-Quote von vier Prozent. Ein weiteres positives Ergebnis: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen beschäftigten Frauen sei in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich angestiegen (plus 22 Prozent). Jedoch würden viele Frauen im Landkreis in Teilzeit arbeiten (53 zu 48 Prozent im Landesdurchschnitt). Außerdem sei der Anteil von Niedriglöhnerinnen unter den Frauen in Vollzeitbeschäftigung hoch (34 zu 30 Prozent). Und auch der Anteil der Älteren liegt über dem Landesschnitt.

Ein differenziertes Bild ergibt der Kreisreport bei dem Thema Gesundheit. Besonders häufig sind Krankheiten des Bewegungsapparates und der Psyche. Auffällig ist ebenso die hohe Zahl an Schwerbehinderten und Pflegebedürftigen. „Diese liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, betont Meyer. Als vorbildlich beschreibt er hingegen die Gesundheitsförderung von Arbeitslosen. Hier sei der Landkreis St. Wendel Vorreiter.

Das St. Wendeler Land ist vielseitig. Auf den Fotos zu sehen: Schlossplatz, Schaumbergturm, Wortsegel, Bostalsee. Foto: Evelyn Schneider
-+- LR: Rapsblaºte im St. Wendeler Land__Saarbraºcker Zeitung Daðrte Grabbert Redaktion Saarbraºcken-Mitte Gutenbergstraaüe 11-23 66103 Saarbraºcken www.leben-in-saarbruecken.de Tel: (0681) 502-2271 Fax: (0681) 502-2289 E-Mail: D.Grabbert@sz-sb.de www.saarbruecker-zeitung.de SZ. Meine Heimat. - - - - - Saarbraºcker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH Sitz: Saarbraºcken Amtsgericht Saarbraºcken, HRB 4032 Gescha§ftsfaºhrer: Dr. Joachim Meinhold (Vorsitzender), Christian Erhorn, Thomas Deicke Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Karl Hans Arnold -----Urspraºngliche Nachricht----- Von: Anton Didas [mailto:anton@didas.eu] Gesendet: Samstag, 9. Mai 2015 10:31 An: Leserreporter Betreff: Rapsblaºte im St. Wendeler Land Sehr geehrte Damen und Herren, der Raps steht im St. Wendeler Land voll in der Blaºte. Die gelb leuchtenden Rapsfelder, umrahmt von satt-graºnen Wiesen, vor blauem Himmel mit weiaüen Wolken geben der Landschaft im St. Wendeler Land ihr charakteristisches "Fraºhlings-Outfit". Bei solch schaðnen An- und Ausblicken muss man sich einfa. Foto: Anton Didas
Zu einem Sonnenaufgangs-Spaziergang am Schaumberg können Teilnehmer am 19. Mai starten. FOTO: Bonenberger/Gemeinde. Foto: Bonenberger/Bonenberger/Gemeinde
Bei der Präsentation des Kreisreports St. Wendel von links: Jürgen Meyer, Dörte Grabbert, Landrat Udo Recktenwald. Foto: Sarah Konrad

An der Spitze des Saarlandes steht die Region auch, was die Handwerksdichte angeht. Familienbetriebe würden sich hier wohlfühlen, betonte Meyer. Dafür sei die Industriedichte jedoch gering, was dazu führt, dass viele Menschen außerhalb der Grenzen des St. Wendeler Landes arbeiten. Abschließend lobte Meyer die Wirtschaftsförderung dank der Teilnahme an Bundesprojekten. Ein Beispiel dafür ist das Modellprojekt Land(auf)Schwung (wir berichteten). „Die Herausforderung ist es nun“, kündigte Meyer an, „die aufgebauten Strukturen und Stellen über die Förderperiode zu sichern und die Nachhaltigkeit der Projekte zu gewährleisten.“ Damit es sich im St. Wendeler Land auch künftig gut leben, arbeiten und erholen lässt.

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