1. Saarland
  2. St. Wendel

St. Wendel blickt der Bombe entgegen

Bergung am Sonntag geplant : St. Wendel blickt auf die Bombe

100 Kilo wiegt die Bombe, 22 Kilo davon sind Sprengstoff. Wenn die bei Bauarbeiten gefundene Weltkriegsbombe am kommenden Sonntag, 11. Oktober, nahe der Lebenshilfe in St. Wendel geborgen werden soll, müssen 400 Menschen vorsichtshalber ihre Wohnungen verlassen – darunter 50 Personen aus dem Wohnheim der Lebenshilfe.

Nach Angaben von St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU) handelt es sich um eine amerikanische Splitterbombe, die vermutlich bei einem Fliegerangriff auf den Bahnhof St. Wendel im Dezember 1944 abgeworfen wurde. Splitterbomben haben einen maximalen Personenschaden zum Ziel.

Die Bombe war bei Bauarbeiten für ein Kundenzentrum der Stadtwerke entdeckt worden. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Lebenshilfe, die Feuerwehr, die Polizeiinspektion und die Bahnstrecke St. Wendel-Ottweiler. Der Zugverkehr auf dieser Strecke wird am Sonntag ab 9.30 Uhr gesperrt, der Straßenverkehr rund um die Mommstraße bereits ab 8 Uhr. Bis 9 Uhr müssen die umliegenden Gebäude geräumt sein. Einsatzkräfte werden überprüfen, ob auch alle Gebäude evakuiert sind – dann soll um 10 Uhr mit der Bergung der Fliegerbombe durch den Kampfmittelräumdienst der Polizei begonnen werden. Diese soll bis spätestens 14 Uhr abgeschlossen sein. Anschließend werden Bahn- und Straßenverkehr wieder frei gegeben. Für die evakuierten Anwohner stehen zur vorübergehenden Unterbringung wegen der Corona-Abstandsregeln gleich zwei Hallen zur Verfügung: der städtische Saalbau sowie die Turnhalle des Berufsbildungszentrums in der Jahnstraße.