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Sozialverband VdK wählt Vorstand erstmals ohne Versammlung

Einmalig in der Geschichte des VdK : Sozialverband wählt Vorstand ohne Versammlung

Es ist bisher einmalig in der Geschichte des VdK: Landesvorstand und Kreisvorstände werden schriftlich gewählt. Grund dafür ist die Pandemie.

Zu einer einmaligen Situation hat die Corona-Pandemie auch beim Sozialverband VdK geführt. Erstmals in der Geschichte des drittgrößten Vereins des Saarlandes werden die Kreisvorstände und der Landesvorstand ohne entsprechende Versammlungen rein schriftlich gewählt.

„Besondere Zeiten erfordern ungewöhnliches Handeln“, bringt es der amtierende Landesvorsitzende Armin Lang auf den Punkt. „Über allem steht dabei der Schutz der Gesundheit“, ergänzt dazu auch der Landesgeschäftsführer Peter Springborn. „Gerade als Sozialverband müssen wir in diesen Zeiten handlungsfähig bleiben und die Anliegen unserer Mitglieder offensiv vertreten“, heißt es weiter seitens des Landesvorstandes.

Ursprünglich war der Landesverbandstag für den 22. August geplant. Dabei sollte satzungsgemäß der neue Landesvorstand gewählt werden. Im Vorfeld sah die Planung vor, dass auf den entsprechenden Kreisverbandstagen auch die Kreisvorstände neu gewählt werden sollten. Corona machte da aber einen Strich durch die Rechnung. Großveranstaltungen standen lange auf der Kippe, so dass sich der VdK-Landesvorstand dazu entschlossen hat, die Wahlen schriftlich zu organisieren. Denn gemäß der Satzung dürfen der Landesvorstand und die Kreisvorstände nur maximal bis 31. Dezember ohne Wahl im Amt verbleiben. „Nach dieser Problem- und Rechtslage stünde der Sozialverband VdK Saarland am 1. Januar 2021 ohne handlungsfähige Vorstände da. Dies ist eine unvorstellbare Situation: Der drittgrößte Verein im Saarland wäre handlungsunfähig“, umreißt Lang das Schreckensszenario.

Selbst wenn es unter strengen Auflagen möglich wäre, die entsprechenden Versammlungen durchzuführen, so stellt sich für den Verein die Frage, erklärt Lang, ob so große Menschenansammlungen überhaupt verantwortbar sind. „Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, dass der größte Teil unserer Delegierten alleine auf Grund des Alters der besonders gefährdeten Risikogruppe für einen schweren Verlauf der Krankheit angehört.“ So soll durch die schriftliche Wahl verhindert werden, dass eine VdK-Veranstaltung zu einem Corona-Hot-Spot wird.

Die Vorgehensweise umreißt der Landesvorstand wie folgt: Nach einem verbindlichen Termin- und Ablaufplan werden in einem schriftlichen Verfahren zunächst die Kreisvorstände und die Delegierten der Kreisverbände für den Landesverbandstag gewählt. Danach wird ebenso in einem schriftlichen Verfahren ein Landesvorstand gewählt. Sobald die Corona-Situation es wieder erlaubt – das dürfte nach Einschätzung des VdK frühestens in gut einem Jahr der Fall sein – werden alle ausgefallenen Präsensveranstaltungen nachgeholt. „Auf diese Weise ist sichergestellt, dass wir noch vor Jahresende einen rechtsfähig handelnden Landesvorstand haben und damit unser Verband voll entscheidungsfähig bleibt“, nimmt Armin Lang das Ergebnis vorweg.

„Für uns im Kreisverband St. Wendel ist es selbstverständlich, dass wir alles dafür tun, um dazu beizutragen, dass die Pandemie weiter eingedämmt wird“, bestätigte auch die Kreisvorsitzende, Gerlinde Koletzki-Rau, die Vorgehensweise des Landesvorstandes. „Das Wohl und die Gesundheit unserer Mitglieder und all unserer Mitbürger hat Vorrang vor verfahrenstechnischen, vereinsinternen Veranstaltungen und somit ist die Lösung, die Vorstandswahlen in schriftlicher Form durchzuführen, die eleganteste und sozialverträglichste Form, den Regularien gerecht zu werden.“