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So waren die Fastnachtsumzüge im Landkreis St. Wendel

Fastnacht : Narren erobern Straßen im St. Wendeler Land

Gleich fünf Fastnachts- umzüge führten am Wochenende durch den Landkreis. In farbenfroher Kostümen gingen die Narren dabei auf die Jagd nach Süßigkeiten.

„Die Straße lebt, St. Wendel bebt“ war der diesjährige Fastnachtsumzug in der Kreisstadt überschrieben. Naja, immerhin 43 Wagen, Fußgruppen, Musikvereine und Tausende Besucher haben am Sonntag den Asphalt und die Bürgersteige erzittern lassen. Wie lange die Oldtimerfreunde/Feuerwehr aus Dörrenbach noch mit ihrem Gefährt mit dem Lindwurm rollen dürfen, hängt von der Kreativität der Deutschen Umwelthilfe ab. „Unsere Umweltplakette muss zuerst noch erfunden werden“, wissen die Liebhaber alter Fahrzeuge. Hingegen posiert der städtische Wagen mit dem flächendeckenden Glasfaserausbau und dem Ende des Schneckentempos beim Surfen im Internet: „Mit Speed in die Zukunft“. Doch wer soll sich demnächst noch eine Wohnung in der Kreisstadt leisten können? Denn die Immobilienpreise sind rasant in die Höhe geschnellt und die Spekulanten sahnen kräftig ab und spielen Monopoly. „Der Investor strahlt, der Bürger zahlt“, kritisiert die St. Wendeler Feuerwehr und schmeißt wie größenwahnsinnige Immobilienmogule haufenweise Geldscheine ins Volk. Die künftigen Bauern (Landjugend) stellen mit ihrem Motto klar: „Natur ist nicht zu digitalisieren“. Neben den fahrenden Teilnehmern sind viele verschiedene und farbenfroh kostümierte Fußgruppen vom Zwergenaufstand über thailändische Tänzerinnen bis hin zu den Punkern mit der Irokesenbürste beim stimmungsvollen Zug um die Häuser mitmarschiert.

„Allez hopp – Berschweller steht Kopp“ hallte es am Samstag beim sechsten Berschweiler Faasendumzug durch den kleinsten Marpinger Ortsteil. Insgesamt 20 Gruppen waren gekommen, um an dem Umzug durch die Hauptdurchgangsstraße des Ortes teilzunehmen, unter ihnen auch das diesjährige Prinzenpaar Ronny I. und Lena I. Besonders farbenprächtig waren die Auftritte der Gruppen Samba Total, Reif für die Insel und den Bruche Mädels. Aber auch die in Eigenleistung gestalteten Motivwagen gaben dem Umzug sein attraktives Gesicht. „Wir sind froh, dass das Wetter gehalten hat und wie immer jede Menge Fasebooze nach Berschweiler gekommen sind“, sagte Ebi Monz von der Interessengemeinschaft Fasching Berschweiler, die den Umzug organisiert hatte. Im Anschluss an den Umzug fanden sich viele Narren in der Berschweiler Ortsmitte ein. Im Festzelt und den angrenzenden Lokalen feierten sie bis in die Abendstunden.

Pünktlich zum Zugstart um 14.11 Uhr fing es in Wolfersweiler an zu nieseln. Die Wetter-App auf dem Smartphone versprach Regen bis 15 Uhr und genau so kam es dann auch. Fast. Während sich der närrische Lindwurm durch die Straßen schlängelte, waren zunächst die Regenschirme die wichtigsten Utensilien. Manche nutzten auch die Gunst der Stunde und funktionierten die schützenden Accessoires flugs zu Auffangbehältern für Süßes um. Trotz des eher bescheidenen Wetters waren doch recht viele Besucher nach Wolfersweiler gekommen. „Mir senn gericht“, sagte Horst Kessler aus Mosberg-Richweiler und verwies auf seine Enkelkinder, die mit großen Taschen ausgerüstet waren, um all die Süßigkeiten nach Hause schleppen zu können. Angeführt wurde der Zug vom Wagen des CCW 19Uhr71 aus Wolfersweiler. Zugchef Olli war auch mit an Bord. „Leider haben drei Gruppen krankheitsbedingt absagen müssen“, erläutert er. Trotzdem dürften es wohl so rund 200 Aktive gewesen sein, die den 1,9 Kilometer langen Zugweg in neun Gruppen und Wagen absolvierten, schätzte der Zugchef. Mit dabei – wie auch an der Kappensitzung – der Spielmannszug Neunkirchen der Feuerwehr Löschbezirk Wellesweiler. Im Anschluss ging das närrische Treiben in der Halle weiter.

Trotz Nieselregen und Wind machten sich am Sonntag pünktlich um 14.11 Uhr die Narren in Sötern auf den Weg. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen durch den Ort und konnten reichlich Süßigkeiten und anderes Wurfmaterial einfangen. Mit musikalischer Begleitung durch die Musikvereine aus Sötern, Schwarzenbach und Eisen zog die Narrenschar – bestehend aus 18 Vereinen und Gruppierungen – durch die Hauptstraße. Mit dabei waren die Hühner aus Eckelhausen und die Gummibärenbande der Jugendfeuerwehr Sötern. Der Theaterverein Sötern hatte in diesem Jahr das Motto „Punkt, Punkt, Komma, Strich – wir feiern heute ordentlich“. Die Abteilung Turnen der Sportvereinigung Sötern war mit dem Hard Rock Kaff Sötern passend kostümiert unterwegs. Der große Wagen mit Windmühle und Käseträgern sowie zahlreichen Holländern wurde vom Karnevalverein Eisen auf den Weg gebracht.

Fast schon gruselig ging es in Wolfersweiler zu. Hier war der traditionelle Totenkult aus Mexiko mit dabei. Foto: Ralf Mohr
Trotz Nieselregen machten sich am Sonntag die Narren in Sötern auf den Weg. Hier die Abteilung Turnen der Sportvereinigung Sötern als Rocker. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos
Hunderte Narren haben sich am Sonntag den Kinder-Fastnachtsumzug in Alsweiler angesehen. Foto: Thorsten Grim
Beim St. Wendeler Umzug marschierten auch die „Mamas“ und ihre Kinder mit. Insgesamt 43 Wagen, Fußgruppen und Musikvereine waren am Start. Foto: B&K/Bonenberger/
Als Clowns verkleideten sich die Mitglieder der Sportfreunde Dörrenbach. Sie spazierten am Sonntag beim Umzug in der Kreisstadt mit. Foto: B&K/Bonenberger/
Ulla Gard am Fenster in der Bahnhofstrasse in St. Wendel. Foto: B&K/Bonenberger/

Eine dichte Wolkendecke am Himmel, dafür aber viele kleine Sonnenscheinchen auf der Straße. Das ist die Kurzversion des Alsweiler Fastnachtsumzuges am Sonntag, der auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Von Kindern für Kinder“ stand. In der Langversion oblag es Peter Laub, dem frischgebackenen Präsidenten des Sportclubs Eintracht Alsweiler, den Umzug anzuführen. Mit seinem Spendenmobil – und unterstützt von einem waschechten Panzerknacker – animierte der Organisator des närrischen Treibens viele der hunderten Fasendbooze entlang der Umzugsstrecke durch den Ortskern, ihre Geldbeutel zu öffnen und ein paar Euro für die Jugend des Vereins springen zu lassen. Ihm dicht auf den Fersen folgte der Wagen mit dem Kinderprinzenpaar Emma und Paul. Weiter ging es Schlag auf Schlag: Hippies und Punks folgten römischen Legionären, Schotten folgten auf wilde Tiere und Minigardisten in Regenmänteln waren auch dabei. Denn leider hatte es pünktlich zu Zugbeginn angefangen zu nieseln. Doch das Wetter wurde besser, als der Musikverein Concordia Theley die Alsweiler Hauptstraße unter die Schuhsohlen nahm. „Die Hände zum Himmel“ schmetterten die Blasmusiker, was Petrus wohl zur Einsicht verhalf, den tröpfelnden Wasserhahn doch wieder zuzudrehen. Nach dem Umzug wurde im Alsweiler Pfarrheim weitergefeiert. Zunächst standen auch hier die kleinen Fasendbooze im Mittelpunkt, denn der örtliche Theater- und Karnevalverein hatte ein kleines, aber feines Kinderfastnachtsprogramm organisiert. Ab 18.11 Uhr legte dann DJ Jörg Hits der 70er, 80er und 90er auf, sodass auch die etwas älteren Fastnachter noch ordentlich feiern konnten.