So soll sich der Tourismus im Landkreis St. Wendel entwickeln

Tourismus im Landkreis St. Wendel : Die Million ist geknackt — was nun?

Die Übernachtungszahlen im Landkreis St. Wendel steigen stetig. Auch auf dem Campingplatz gibt es Zuwachs zu verzeichnen.

„Wir haben auf die richtigen Produkte gesetzt“, freut sich Martina Scheer, die Leiterin der Tourist-Information St. Wendeler Land. Radfahren, Wandertouren – und in erster Linie Qualität. Die naturnahen Angebote seien bei den Gästen angekommen. Auch deswegen habe der Landkreis 2018 die Millionen-Marke bei den Übernachtungszahlen geknackt, stellt damit ein Drittel aller Übernachtungen im Saarland. Aber auch, weil das Hotel Seezeitlodge direkt super eingeschlagen habe, oder weil die Jugendherberge Theley wieder eröffnet wurde. Und: Weil es selbst sechs Jahre nach der Eröffnung noch Steigerungsraten im Ferienpark gebe: „Fast die Hälfte der Besucher übernachtet bei Center-Parcs“, so Scheer.

Die Angebote passten perfekt zu den Zielgruppen. Das sind vor allem Aktivtouristen sowie vor allem in den Sommermonaten Familien mit Kindern. Diese kommen verstärkt auch aus dem Ausland. Überwiegend aus Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Und immer mehr auch aus Frankreich und der Schweiz. Unter ihnen seien auch viele, das weiß Scheer, die einmal im Ferienpark waren und nun wiederkommen und privat übernachten. Oder auf dem Campingplatz. Dort gebe es ebenfalls mehr Übernachtungen als noch im Jahr zuvor.

Um die Bekanntheit des St. Wendeler Landes noch zu steigern, sind die Touristiker in der ganzen Republik unterwegs. „Auf 16 Messen waren wir im vergangenen Jahr vertreten“, sagt Scheer. Um verstärkt die Auslandsmärkte zu bedienen, werde Infomaterial in vier Sprachen angeboten – in Deutsch, Englisch, Niederländisch und Französisch.

Ein Marketinginstrument seien auch die Groß-Veranstaltungen. Diese spielten eine wichtige Rolle. „Events sind immer ein Reiseanlass“, sagt Scheer. Und auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) betont: „Die Veranstaltungen sind wichtig – ob am Bostalsee, auf dem Schaumberg oder in der Stadt St. Wendel“. Dort konzentriere sich der Tourismus im Landkreis. Und dort siedelten sich auch weitere Freizeitbetriebe an, wie etwa für Fußballgolf oder für Segway-Touren.

Der Tourismus habe im Jahr 2018 eine Wertschöpfung von rund 210 Millionen Euro gebracht, rechnet Recktenwald vor. 2017 seien es noch knapp 196 Millionen Euro gewesen.  Im Schnitt lasse ein Gast rund 130 Euro am Tag in der Region. In Supermärkten, Restaurants, Freizeiteinrichtungen oder auch im Einzelhandel.

„Eine Million, mehr geht kaum noch“, sagt Recktenwald stolz. Das Ziel müsse daher lauten, diese Zahl zu halten. Daher gelte es, immer neue Anreize zu schaffen, die Mitarbeiter in den Hotels und Pensionen gut zu schulen, Betriebe klassifizieren zu lassen  und in die Infrastruktur zu investieren. Recktenwald nennt die Nahequelle, den Peterberg oder den geplanten Freizeitweg von Freisen nach Nonnweiler als Beispiele. Außerdem investiere der Landkreis in die Wanderwege. Scheer spricht von 120 aktualisierten Wandertafeln an den Strecken.

Im April 2017 ist die Jugendherberge in der Gemeinde Tholey wieder eröffnet worden. 15 Monate war sie zuvor wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos
Auf dem Campingplatz am Bostalsee können sich die Gäste auch im Märchendorf einmieten. Foto: Bonenberger & Klos/B&K

Übrigens: Schon im Jahr 1987 freuten sich die Touristiker im Landkreis über eine Steigerungsrate von 4,1 Prozent bei den Übernachtungen: Damals übernachteten 97 000 Gäste im St. Wendeler Land.

Mehr von Saarbrücker Zeitung