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So bereiten sich Floristen in St.Wendel auf den Muttertag vor

Floristen in Zeiten von Corona : „Kohlrabi ist das neue Klopapier“

Floristen haben gerade jede Menge zu tun. Wie immer vor Muttertag. Doch in Zeiten von Corona läuft alles ein wenig anders ab. Und so viel sei schon mal verraten: Nicht nur Blumensträuße sind dieses Mal gefragt.

Christine Simon vom „Ostertaler Blütenzauber“ in Niederkirchen begrüßt die Kunden hinter der Kasse mit Mundschutz. Und auch sonst ist in Zeiten der Corona-Pandemie so einiges anders: „Wir haben den Binderaum zweigeteilt, einer arbeitet im Hinterzimmer, der andere im Laden, an der Kasse gibt es eine Plexiglasscheibe. Zudem darf sich nur noch ein Kunde hier aufhalten.“ Für den bevorstehenden Muttertag wickelt Inhaberin Simone Alles seit Freitag einen Teil des Verkaufs im Außenbereich ab: „Wir bauen draußen fertig Dekoriertes auf, Bäumchen, Sträuße und Arrangements, sodass die Kunden direkt auswählen und bezahlen können“, erläutert Mitarbeiterin Christine Simon. Man wolle so Kontakt und Wartezeiten vermeiden. Sie weist darauf hin, dass man aus diesem Grund zum Muttertag nur Topfpflanzen, bepflanzte Schalen, vorbestellte und bereits gebundene Sträuße erwerben könne.

Christa Groß vom „Blumenhaus Christa“ in St. Wendel musste ihr Blumengeschäft ebenfalls an die neuen Hygienevorschriften anpassen: „Wir haben an der Kasse einen Spuckschutz installiert. Außerdem achten wir darauf, dass die Kunden sich nicht zu nahe kommen. Aber die meisten Leute sind sehr vernünftig und halten schon von sich aus Abstand. Sie tragen auch alle eine Mund-Nasen-Maske. Sollte jemand keine Maske dabei haben, helfen wir natürlich gerne aus“, berichtet die Inhaberin. Für den Muttertag hielten sich die Vorbestellungen im üblichen Rahmen der vergangenen Jahre. Man werde neben bereits vorbestellten Sträußen auch viele fertig dekorierte anbieten. Durch das recht großzügige Platzangebot im Laden könne man außerdem Sträuße auf Kundenwunsch zusammenstellen. Zu ihrer Freude beobachte sie, dass die Menschen wieder regionaler einkauften: „Es gibt einen höheren Bedarf an Blumen, Pflanzen und Kräutern für den Garten und man leistet sich auch selber mal einen schönen Blumenstrauß, wenn man soviel Zeit zu Hause verbringt.“, ergänzt Groß. Gerade die Kundentreue in schwierigen Zeiten habe sie als sehr positiv empfunden: „Es gab großen Zuspruch beim Lieferservice, die Kunden haben uns toll unterstützt während der vier Wochen, die wir geschlossen hatten.“

Ähnlich gute Erfahrungen hat auch Petra Merten vom „Blumenstudio Merten“ in St. Wendel gemacht: „In der Zeit der Schließung haben wir auf dem Wochenmarkt und sehr viel über Instagram verkauft. Die Kunden konnten ihre vorbestellte Ware zu einem verabredeten Zeitpunkt am Seiteneingang abholen, völlig kontaktlos. Das Geld warfen sie dann in einem Umschlag in den Briefkasten. Dabei erreichten uns viele rührende und auch sehr aufbauende Botschaften.“ Momentan stelle sie fest, dass viele Leute es sich auch zu Hause schön machten, es würden viele Außen- und Balkonpflanzen nachgefragt, Trockenkränze und -sträuße lägen ebenfalls im Trend, so Merten. Auch sie hat ihr Geschäft im Sinne der geltenden Hygienemaßnahmen umgestaltet: „Wir haben eine Schutzfolie an der Kasse und es dürfen sich nur zwei Kunden zur gleichen Zeit im Laden aufhalten. Den Bereich mit den Schnittblumen haben wir abgesperrt, er ist nur noch den Mitarbeitern zugänglich. So können wir weiterhin individuell zusammengestellte Sträuße binden.“ Dadurch könne man auch am Muttertag diesen Service anbieten, halte jedoch zusätzlich bereits gebundene Exemplare und weitere dekorierte Artikel vor. Es werde einen Abholservice am Seiteneingang des Geschäfts geben und man liefere zudem noch aus.

 Christa Groß (links) und Mitarbeiterin Kathrin Schmitt hinter dem Spuckschutz an der Kasse des „Blumenhaus Christa“.
Christa Groß (links) und Mitarbeiterin Kathrin Schmitt hinter dem Spuckschutz an der Kasse des „Blumenhaus Christa“. Foto: Jennifer Fell
 Markus Groß bietet im Außenbereich seines Geschäfts in Bliesen eine große Auswahl an Stämmchen für die Terrasse.
Markus Groß bietet im Außenbereich seines Geschäfts in Bliesen eine große Auswahl an Stämmchen für die Terrasse. Foto: Jennifer Fell

Markus Groß, Inhaber des „Blumenhaus Groß“ in Bliesen, hat in seinem Blumenladen kurzerhand ein Einbahnsystem eingeführt. „So können wir die Abstandsregelungen leichter einhalten. Um die Verweildauer zu minimieren, halten wir viel Ausdekoriertes und vorgefertigte Sträuße für den Muttertag bereit. Die Kunden können zwischen verschiedenen Preisklassen wählen.“, erklärt Groß. Ohnehin stelle er aber in den vergangenen Jahren einen starken Trend hin zu Stämmchen für die Terrasse fest, die er in großer Auswahl anbiete: „Daran hat man lange Freude. Wir haben sicher fünfzehn unterschiedliche Varianten, Margerite, Geranie, Dipladenia und noch vieles mehr.“ Überhaupt habe er den Eindruck, dass die Menschen wieder mehr gärtnerten, es gebe einen großen Ansturm auf Gemüse und Pflanzen: „Kohlrabi ist das neue Klopapier. Die Nachfrage ist riesengroß, aber es sind kaum noch Pflänzchen zu bekommen.“ Auch sonst sei man vom Kundenansturm nach der Wiedereröffnung förmlich überrannt worden: „Es ist schön, dass die Kunden uns treu geblieben sind und gewartet haben, obwohl die Baumärkte weiter geöffnet waren, was wir als sehr ungerecht empfunden haben.“ Das „Blumenhaus Groß“ ist für den Muttertag bestens gerüstet. Neben vorbereiteter Ware würden auch zwei Kassen zur Verfügung stehen, sodass viele Käufer bedient werden könnten, sagt der Blumenhändler.