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Sicherheitsberater St. Wendel: Tipps zum Start in die Senioren-Fahrradsaison

Sicherheitsberater : So gelingt der sichere Start in die Radsaison

Die Sicherheitsberater im Landkreis St. Wendel haben Tipps für alle Senioren, die sich nach der Winterpause wieder auf den Sattel schwingen wollen.

Obwohl der Jahreskalender noch Winterzeit ausweist, war in den vergangenen Wochen bereits so mildes Wetter, dass zahlreiche Sportfreunde auf ihre Fahrräder gestiegen sind. Auch viele Senioren nutzen den Drahtesel, um sich fit zu halten. „Sie sollten jedoch bedenken, dass sie Schwächen haben, die ihre eigene Sicherheit und die von anderen Verkehrsteilnehmern im Straßenverkehr beeinträchtigen können“, warnen die Senioren-Sicherheitsberater im Landkreis St. Wendel. Oftmals würden diese Schwächen von den Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen.

Besonders durch die vermehrte Nutzung sogenannter Elektro-Bikes erhöhe sich die Unfallgefahr. „E-Bike-Fahrer sollten ihr Lebensalter in Relation zu den möglichen höheren Geschwindigkeiten setzen“, rät ein Sicherheitsberater. Gerade Personen, die erst im fortgeschrittenen Alter mit dem Radfahren begonnen haben, sollten hier äußerst vorsichtig sein. Die Zahl der Elektrofahrräder werde weiter steigen und damit auch die Zahl der an Unfällen überproportional stark beteiligten Senioren, sagen Unfallforscher.

„Viele ältere Menschen fahren unterstützt vom Elektromotor viel schneller, als es ihre Fähigkeiten erlauben. Das führt vielfach zu Kontrollverlust und Stürzen“, weiß ein Sicherheitsberater. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub rät Älteren dazu, sich nicht ohne Vorbereitung auf ein E-Bike zu setzen. Wer viele Jahre nicht mehr Fahrrad gefahren ist, sollte sich vor der ersten Ausfahrt mit dem Antriebs- und Bremsverhalten vertraut machen.

So sei der Bremsweg bei einem E-Bike, das bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell ist, fast doppelt so lang wie bei einem herkömmlichen Fahrrad, das mit 15 Kilometern pro Stunde unterwegs ist. „Autofahrer können die Geschwindigkeit eines E-Bikes eventuell auch unterschätzen, weil sie aus der Entfernung nicht erkennen, ob es sich um ein Elektrorad oder um ein herkömmliches Fahrrad handelt“, erläutert ein Sicherheitsberater. Wer also auf einem Elektro-Rad unterwegs ist, sollte daran denken, die Geschwindigkeit anzupassen, einen längeren Bremsweg einzukalkulieren und lieber defensiv fahren.

Auch die Verkehrsunfallstatistik der Polizei zeigt, dass es für Radfahrer auf Saarlands Straßen nicht ganz ungefährlich ist. Sie weist aus, dass 2018 im Saarland drei Radfahrer getötet, 122 schwer verletzt und 491 leicht verletzt wurden. Im Bundesgebiet starben 2018 insgesamt 432 Radfahrer bei Verkehrsunfällen. Die Polizei, die Verkehrsunfallkommission und die Senioren-Sicherheitsberater geben daher Tipps, wie Radfahrer sicher in die neue Saison starten – und sie unfallfrei beenden können.

So könne ein Fahrradhelm schwere Kopfverletzungen bei Stürzen und damit verbundene, dauerhafte Schäden verhindern. „Der Kopf ist bei den Radfahrern der Körperteil, der am schwersten verletzt wird“, heißt es in einer Mitteilung. Untersuchungen hätten ergeben, dass 90 Prozent der getöteten Radfahrer ihren Unfall überlebt hätten, wenn sie einen Helm getragen hätten. „Die Senioren-Radfahrer sollten sich hier auch ihrer Vorbildfunktion gegenüber ihren Enkeln bewusst sein und beim Radfahren einen Schutzhelm tragen“, betont ein Sicherheitsberater. Dieser sollte eine optimale Passform haben, möglichst hell, auffällig und reflektierend sein. Wichtig für Radfahrer sei auch helle, reflektierende Kleidung. Neben einem verkehrsgerechten Verhalten ist auch die technische Sicherheit des Fahrrades von Bedeutung.