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Sensibel für den Klimaschutz

Sensibel für den Klimaschutz

St. Wendel. Von Indien nach China über Taiwan nach Polen und auf die Philippinen. Nach einem Abstecher nach Griechenland ist die vorläufige Endstation Deutschland erreicht

St. Wendel. Von Indien nach China über Taiwan nach Polen und auf die Philippinen. Nach einem Abstecher nach Griechenland ist die vorläufige Endstation Deutschland erreicht. Alle 24 Schüler standen auf bei der Frage: "Wer von euch trägt eine Jeans?" Doch dass ihre Beinkleider 50 000 bis 100 000 Kilometer die beschriebene Route um den Globus gereist sind, war keinem in der Klasse 9 b des Cusanus Gymnasium St. Wendel bewusst. Am Beispiel der Jeans demonstrierte Michael Geisler von der Firma Geoscopia den Schülern, wie viel Energie in einem Produkt steckt. Auf Klimaschutz achtenAuf eine Einladung der Verbraucherzentrale reist die Germanwatch Klimaexpedition durchs Saarland. So sollen Schüler der fünften bis 13. Klasse für das Thema Klimaschutz sensibilisiert werden und lernen, wie sie selbst etwas dafür tun können. Vier Schulen im Landkreis St. Wendel hat Geisler in dieser Woche besucht. Live-Satellitenbilder aus dem All zeigten den Schülern, in welchem Zustand sich unser Planet befindet.Ein Satellitenbild vom Eis auf Grönland, gerade mal eine Viertelstunde alt, machte deutlich, dass Gletscher schmelzen und dadurch der Meeresspiegel ansteigt. Die Schüler hätten schon viel über den Klimawandel gehört, sagte Referent Geisler. Er wolle ihnen ermöglichen, sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen. "Der Klimawandel wirkt sich auch bei uns aus", berichtete Geisler den Schülern. Das Bild eines Flussbettes identifizierte ein Schüler erst durch die Brücke im Hintergrund. Es zeigte den ausgetrockneten Rhein bei Düsseldorf. "Im Sommer 2003 führte er an dieser Stelle kaum Wasser, weil es im Winter in den Bergen nicht geschneit hatte", erklärte Geisler.Vieles von dem, was Geisler erzählt habe, sei ihm nicht bewusst gewesen, meinte der 14-Jährige Philipp Jung. Aber vom Problem des Klimawandels habe er schon einiges gehört. Philipp: "Meine Informationen bekomme ich aus dem Internet." Er versuche, möglichst viel Fahrrad zu fahren und immer daran zu denken, das elektrische Licht auszuschalten. Geisler gab weitere Anregungen, wie jeder durch das eigene Konsum- und Ernährungsverhalten etwas für das Klima tun kann."Wir möchten die Schüler sensibilisieren, damit sie in ihrem Umfeld etwas verändern", beschrieb Geisler ein Ziel des Projekts. An anderen Schulen sei seine Arbeit bereits erfolgreich gewesen: "Ich bekomme Rückmeldungen von Klassen, die dafür gesorgt haben, dass an ihrer Schule vegetarische Tage eingeführt wurden oder Strom gespart wird." kira