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Schöner Fluss der Stimmen

Schöner Fluss der Stimmen

Marpingen. Ein imposantes Werk ist Mendelssohns Psalmkantate "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" für Sopransolo, gemischten Chor und Orchester. Die umfangreiche Solopartie war mit Suzanne Dowaliby kompetent besetzt: Mit großer Stimme wurde sie der geforderten Dramatik gerecht, überzeugte aber ebenso in den lyrischen Passagen

Marpingen. Ein imposantes Werk ist Mendelssohns Psalmkantate "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser" für Sopransolo, gemischten Chor und Orchester. Die umfangreiche Solopartie war mit Suzanne Dowaliby kompetent besetzt: Mit großer Stimme wurde sie der geforderten Dramatik gerecht, überzeugte aber ebenso in den lyrischen Passagen. Ausdrucksstark in den geforderten Nuancen des "Schreiens" und beweglich im schnellen Tempo des Schlusses gab sich der Chor. Organist Ottmar Schue hatte die schwierige Aufgabe übernommen, die Orchesterbegleitung farbenreich auf der Orgel umzusetzen und erwies sich als verlässlicher Begleiter; als Solist fügte er eine feinsinnige Interpretation der Orgelsonate über "Vater unser im Himmelreich" in die Vokalmusik ein. Die übrigen Werke, A-cappella-Gesänge, machten deutlich, dass die 34 Sängerinnen und Sänger, die sich Kammerchor nennen, mit ihrem guten Stimmmaterial problemlos das Klangvolumen eines zahlenstärkeren Klangkörpers erreichen können. Nicht nur Lautstärke, sondern auch Flexibilität in der Dynamik waren stets abrufbar vorhanden, alle Weisungen des Dirigenten wurden einfühlsam umgesetzt in den Chören "Jauchzet dem Herrn, alle Welt", "Denn er hat seinen Engeln befohlen" und "Richte mich, Gott". Der Männerchor "Beati mortui" ("Selig sind die Toten") und der bekannte Frauenchor "Hebe deine Augen auf zu den Bergen" brachten im schönen Fluss der Stimmen den ganzen großen Raum zum Schwingen. Der Kammerchor Schaumberg hatte letztlich auch die besten Voraussetzungen, das Programm mit der doppelchörigen Psalmkantate "Warum toben die Heiden", bei der auch acht Solostimmen gebraucht werden, zu beenden und dabei den gegensätzlichen Stimmungen der Vorlage, die von Wut und Gewalt bis zu Ehrfurcht und Zuversicht reichen, sensibel nachzuspüren. Das vierstimmige "Wer bis an das Ende beharrt" aus dem Oratorium "Elias" eignete sich in seiner bündigen Geschlossenheit bestens als Zugabe.