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Schneeberge bremsen den VerkehrBusfahren in Nohfelden wird zur Geduldsprobe

Schneeberge bremsen den VerkehrBusfahren in Nohfelden wird zur Geduldsprobe

St. Wendel. Bei 16 Stadtteilen und einem einige hundert Kilometer langen Straßennetz und anhaltenden Schneefällen stoße der Räumdienst der Stadt St. Wendel auch bei großem Einsatz der Mitarbeiter an seine Grenzen

St. Wendel. Bei 16 Stadtteilen und einem einige hundert Kilometer langen Straßennetz und anhaltenden Schneefällen stoße der Räumdienst der Stadt St. Wendel auch bei großem Einsatz der Mitarbeiter an seine Grenzen.Die Ortsdurchfahrten, besondere Hang- und Gefahrenstellen, Schulwege und einige andere Stellen besonderer Zweckbestimmung haben vor allen anderen Bereichen Vorrang, erklärt Bürgermeister Klaus Bouillon.

Um Verständnis bittet er dafür, dass in den verkehrsberuhigten Bereichen nur eingeschränkt geräumt werde. Nur so könnten Schäden am Straßenbelag (Verbundsteine, Randsteine) oder den Räumfahrzeugen vermieden werden.

Um die Situation weiter zu entspannen, werde die Stadt nach und nach in den Wohngebieten eine Zufahrtsstraße, wenn möglich zweispurig, auf alle Fälle aber mit Ausweichbuchten räumen. Außerdem ist geplant, zentrale Plätze zu räumen und als Ausweichparkflächen anzubieten, von denen die Anlieger nur kurze Fußwege zu ihren durch die Schneemassen zwangsläufig beengten Wohnstraße haben.

Auf den Fahrbahnen oder am Gehwegrand geparkte Autos, oft auch noch beidseitig, machen ein Durchkommen für die Räumfahrzeuge fasst unmöglich, bemängelt der Verwaltungschef. Zum einen könnten diese Pkw durch den Räumeinsatz beschädigt werden. Zum andern müssten die ohnehin schwer zu lenkenden Räumfahrzeuge, um effektiv arbeiten zu können, relativ schnell gefahren werden. Ist der Pflug zu langsam, rutsche er nur über den Schnee oder bleibe einfach stecken.

Wer die von den Pflügen zur Seite gedrückten Schneemassen von den Gehwegen wieder auf die Fahrbahn befördere, verhalte sich rechtswidrig, betont der Verwaltungschef und verweist auf mögliche Regressansprüche bei Unfällen. Und zum Dieb werde jeder, der sich für private Zwecke an den von der Stadt an Gefahrenstellen aufgestellten Streukästen bediene.

Die Stadt bittet hier um einsichtiges und angepasstes Verhalten. So sollten Autos auf den eigenen Grundstücken abgestellt werden, um den Winterdiensten freie Fahrt zu geben. Auch gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer helfe den Winter besser zu meistern. Nach einem allgemeinen Verkehrsgrundsatz, sollte ein Fahrer, der bergabwärts fährt, einem bergauf entgegenkommenden Fahrzeug Vorfahrt einräumen. Sollten sich bei anhaltendem Winterwetter die gefährlichen Situationen durch unvernünftiges Verhalten häufen, habe die Stadtverwaltung die Möglichkeit, per Verfügung das Parken auf den Straßen ganz zu untersagen oder Halteverbot sowie Einbahnregelungen aufzustellen. red

Nohfelden. Wer in den vergangenen Tagen mit dem Auto unterwegs war, dem ist das Problem sicher schon begegnet: Riesige Schneehaufen türmen sich am Straßenrand. Dadurch sind Fahrbahnen viel schmaler als üblich. Parkplätze fallen weg. Aber auch diejenigen, die mit Bussen und Bahnen unterwegs sind, haben Probleme damit.

Peter Zell aus Nohfelden benutzt für seinen Weg zum Arbeitsplatz nach Dillingen Bus und Zug. Er braucht lediglich acht Minuten bis zu seiner Bushaltestelle. So zumindest noch vor dem Schneefall. Seitdem fahre der Bus die Haltestelle nicht mehr an, ohne dass Zell was davon wusste. Zell macht sich selbst einen Reim darauf: "Es liegen überall Eisplatten rum. Die Fahrbahn ist teilweise so eng, dass ein Bus kaum einem entgegenkommenden Auto ausweichen kann."

Das Problem seiner Ansicht nach: Die Gemeinde räume zu spät. "Ich weiß morgens nicht: Kommt der Bus, oder kommt der Bus nicht?" Er verstehe nicht, wieso die Gemeinde Nohfelden diesen Missstand nicht beseitigt. Das gleiche Problem zeigt sich bei der Heimfahrt, erklärt Peter Zell: "Ich sitze im Bus. Und während der Fahrt sagt mir der Busfahrer, dass er die Buchwaldstraße nicht anfährt."

Udo Künzer, Chef des Bauhofs in Nohfelden, verteidigt sich, dass der Winterdienst in seiner Gemeinde gut funktioniere. Mit nächtlichen Einsätzen von acht bis neun Stunden, fünf Fahrzeugen und Arbeiter, die zu Fuß Einmündungen und Parkplätze freischaufeln, sei der Dienst völlig ausreichend besetzt.

Dass die Straßen allerdings eng sind und nicht überall Autofahrer zufrieden durchkommen, bestätigt er. Jedoch sieht er das Problem bei den Anwohnern: "Wir machen mit den Schneepflügen die Straßen frei, der Schnee fällt auf die Bürgersteige, und die Anwohner schaufeln diesen Schnee an den Straßenrand oder wieder auf die Straße."

Zurzeit zeigt sich Künzer gelassen. "Am Anfang ist es immer schlimm: Die Leute müssen sich erst an den Schnee gewöhnen, und dann haben sie sich damit abgefunden."

Übrigens: Da in der Gemeinde noch genügend Salz vorhanden ist und die Straßen in den vergangenen Tagen noch mal von Schneematsch befreit wurden, habe sich laut Künzer die Lage entspannt.

Auf einen Blick

Auch die Bürger haben im Winter Pflichten. Die private Räum- und Streupflicht ergibt sich aus der verfassungsrechtlichen Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Das gilt auch für gewerbliche Flächen an allen Tagen, auch sonn- und feiertags. Wenn Gehwege durch die Räumfahrzeuge wieder zugefahren werden, müssen die Anlieger diese frei schaufeln. Dabei ist es ist nicht erlaubt, die Schneemassen in den Rinnenanlagen aufzuschichten. Die Straßeneinläufe müssen freigehalten werden, da ansonsten insbesondere in den Talsohlen von Straßen mit Hochwasserproblemen zu rechnen ist. Wer selbst verhindert ist, hat einen Dritten zu beauftragen. Nicht selten zeigt sich, dass vor Baustellen, deren Eigentümer nicht im Stadtgebiet wohnen, weder geräumt, gestreut noch gereinigt wird. Die Stadt wird in den kommenden Jahren verstärkt mit den Mitteln des Ortsrechtes auf derartige Eigentümer einwirken. red