Projekt: Schaut her: Skulpturen in der Natur stehen für Frieden

Projekt : Schaut her: Skulpturen in der Natur stehen für Frieden

Um die St. Wendeler Straße der Skulpturen wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, starten ein Fotowettbewerb und jede Menge Workshops.

Ständig fahren oder spazieren Menschen an ihnen vorbei. Doch schauen sie wirklich noch hin? Nehmen sie die Kunst im öffentlichen Raum noch wahr? Um Skulpturen aus Stein oder Stahl wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, gibt es „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ (wir berichteten). Initiiert, organisiert und getragen wird dieses Projekt gleich von mehreren Partnern: dem Verein „Straße des Friedens – Straße der Skulpturen in Europa“, dem Museum St. Wendel, dem Kunstzentrum Bosener Mühle, dem Kulturprogramm „steinreich“ der Kultur-Landschaftsinitiative (Kulani) und dem Bildungs-Netzwerk St. Wendeler Land.

Um auf die Kunstwerke und deren Friedensbotschaft aufmerksam zu machen, ist den Verantwortlichen eines ganz wichtig: das Mitmachen. Ob Schulkind oder Erwachsener – jeder kann sich beteiligen. So ist eine Reihe an Workshops geplant. Diese sollen entweder im Freien bei den Skulpturen, im St. Wendeler Museum oder dem Kunstzentrum Bosener Mühle über die Bühne gehen. Die beiden Künstler Lydia Kaminski und Philipp Neumann wollen sich mit Schülern der Mittelstufe dem Thema Frieden widmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Skulpturen „Requiem für die Juden“ von Shelomo Selinger und der „Liebesthron“ von Leo Kornbrust. Die Jugendlichen sollen auf einer zwei Mal zwei Meter großen Holzplatte gemeinsam malen. Dabei gilt es, Kompromisse zu finden. Außerdem lernen die Nachwuchskünstler, dass die eigene Freiheit auch oft mit der des anderen zu tun hat.  Mit der Fuß-Skulptur des japanischen Künstlers Hashimoto möchte sich Künstlerin Isabelle Federkeil zusammen mit Schülern auseinandersetzen. Thema ihres Workshops ist der Fuß als Sinnbild menschlicher Bewegung. Das sind nur zwei Beispiele aus einer Vielzahl an Schüler-Workshops. Mehr als 30 Termine stehen von März bis Juni auf dem Programm.

Auch die Erwachsenen haben die Qual der Wahl. Sie können beispielsweise unter der Leitung von Künstlerin Claudia Vogel Skulpturen aus Speckstein gestalten oder sich mit Armin Rohr ans Zeichnen in der Natur wagen. Wie Cornelieke Lagerwaard, Vorsitzende des Vereins Straße des Friedens, berichtet, möchte Martin Steinert sein Projekt bereits im Januar starten. „Hierfür werden motivierte Erwachsene gesucht, die mit ihm bis zum Ende durchhalten“, sagt die Leiterin des St. Wendeler Museums. Seine Vision sei es, aus einzelnen Dachlatten ein Kunstwerk entstehen zu lassen. Eventuell könne ein Text auf den Holzstücken stehen. „Das Konzept soll bei einer Vorbesprechung erarbeitet werden“, sagt Lagerwaard. Sechs bis zehn Leute können sich dafür beim Museum anmelden.

Gefragt sind bei dem Projekt „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ aber auch alle Hobbyfotografen. Sie können sich an einem Wettbewerb beteiligen. Gesucht sind Aufnahmen der Skulpturen im Wandel der Jahreszeiten, ganz gleich zu welcher Tageszeit. Bis zum 30. Mai sollten Teilnehmer bis zu drei Fotos im Hoch- oder Querformat auf der Internetseite des Projekts (siehe unten) hochladen. Eine Jury prämiert schließlich die schönsten Bilder. Zur Belohnung gibt es für die ersten drei: 300, 200 und 100 Euro. Außerdem sind zum Ende des Projekts zwei große Ausstellungen geplant: vom 8. Juni bis 22. Juli im Kunstzentrum Bosener Mühle sowie vom 10. Juni bis 22. Juli im St. Wendeler Museum. „Dafür drucken wir die Bilder der Wettbewerbsteilnehmer aus“, sagt Lagerwaard. Außerdem können die Besucher quasi „einmal an allen Workshop-Ergebnissen vorbeispazieren.“

Skulptur von Gernot Rumpf an der Skulpturenstraße. Foto: CMFRISCH

Für diejenigen, die sich an dem Fotowettbewerb beteiligen wollen und noch Inspiration suchen, hat die Museums-Leiterin einen Tipp: Am Freitag, 1. Dezember, wird im Mia-Münster-Haus eine Schau mit Fotos eröffnet, die sich ebenfalls mit dem Thema „Straße der Skulpturen“ beschäftigt. Entstanden ist diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Fotoclub Tele Freisen.