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Zwei Ju-Jutsu-Koryphäen trainieren mit Kindern in St. Wendel

Juju on Tour in St. Wendel : Ju-Jutsu-Koryphäen trainieren mit Kindern

120 Teilnehmer tummelten sich auf der Matte in der Sporthalle der St. Annenschule in St. Wendel, um von ihren Vorbildern zu lernen.

Die Sporthalle der St. Annenschule in St. Wendel Alsfassen platzte aus allen Nähten. Der Deutsche Ju-Jutsu Verband (DJJV) hatte dorthin zum Jubiläumslehrgang anlässlich „50 Jahre Ju-Jutsu in Deutschland“ geladen – und der Ju-Jutsu-Verein St. Wendel richtete diesen für den Saarländischen Verband aus. „Die 180 Quadratmeter große Mattenfläche wurde von 120 Kindern und Jugendlichen restlos gefüllt“, sagt Vereins-Sprecherin Gabriele Rammacher. Die Lehrgangsreferenten Tom Ismer, Worldgamessieger, und Annalena Sturm, Mitglied der aktuellen Ju-Jutsu Nationalmannschaft, zeigten sich von dem Andrang beeindruckt.

„Dass beim Angrüßen die Lehrgangsteilnehmer rund um die gesamte Mattenfläche eine geschlossenen Reihe bilden konnten, hätten sie noch nicht gehabt“, verrät Rammacher. Mit dabei waren auch noch andere Trainer und Sportler des DJJV zusammen mit dem Maskottchen Juju. Der sportliche, blaue Drachen war dieses Jahr bereits in vielen Landesverbänden quer durch die Republik unterwegs. „Aber einen solchen Andrang nur von Ju-Jutsu-Sportlern gab es bis dato bei keinem anderen Jubiläumslehrgang“, weiß Rammacher. Bundesweit hat der DJJV rund 50 000 Mitglieder in nicht ganz 1000 Vereinen. Im Saarland sind es 1300 Mitglieder in 18 Vereinen.

Ju-Jutsu sei nicht die bekannteste der fernöstlichen Kampfkunstarten. „Trotz des japanischen Namens ist es in der heutigen Form eigentlich eine deutsche Schöpfung“, erklärt Rammacher. Es gehe zurück auf das traditionelle japanische Jiu-Jitsu, das Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland kam. In den 60er-Jahren fanden sich dann im Auftrag des Deutschen Dankollegiums hochgraduierte Budosportler zusammen und kreierten auf Grundlage des Jiu Jitsu und mit Anleihen aus Judo, Karate und Aikido eine neue Sportart mit dem Schwerpunkt auf praxisnaher, effektiver Selbstverteidigung. „So entstand 1969 Ju-Jutsu, die sanfte Kunst. Die Kunst nachzugeben und eben dadurch zu gewinnen“, sagt Rammacher.

 Die Lehrgangsreferenten Tom Ismer und Annalena Sturm bei der Siegerehrung mit den erfolgreichen Kindern.
Die Lehrgangsreferenten Tom Ismer und Annalena Sturm bei der Siegerehrung mit den erfolgreichen Kindern. Foto: Gabriele Rammacher

Bei dem dreistündigen Lehrgang in Alsfassen brachten Ismer und Sturm mit Geduld und Autorität den jungen Teilnehmern in spielerischer Form die Disziplin Duo näher. Nach einem ausgiebigen gemeinsamen Aufwärmtraining wurde in Gruppen trainiert. Auf zwei vorgegebene Angriffe mussten laut Rammacher freie Technikkombinationen erarbeitet und eingeübt werden. Die besten jeder Gruppe durften dann am abschließenden Wettkampf teilnehmen. Ismer und Sturm fanden ihrerseits nach der Siegerehrung und dem Abgrüßen trotz der Überlänge des Lehrgangs noch Zeit für eine Autogrammstunde.