Zur Tafel kommt jetzt das Tablet

Das St. Wendeler Gymnasium Wendalinum ist eine von zwei sogenannten neuen Smart Schools im Saarland, die beide mit unterschiedlichen Konzepten digitale Bildung in die Schule einbringen wollen. Nun hat ein Technologiekonzern 56 Tablets zur Verfügung gestellt.

Ziel der Smart School ist, den Ausbau der Schule zu einer umfassend digitalisierten Einrichtung. "Die grüne Tafel wird nach wie vor bleiben und im Unterricht eingesetzt", stellt Wendalinum-Schulleiter Heribert Ohlmann fest. Schritt für Schritt soll der Unterricht demnächst in einem "digitalen Klassenzimmer" stattfinden. Die Infrastruktur hat der Schulträger, der Landkreis St. Wendel , dafür geschaffen. "Primär suchen wir beim Einstieg zur digitalen Schulen den Weg über die Lehrkräfte", erklärt er. Dazu hat der Technologiekonzern Fujitsu 56 Tablets zur Verfügung gestellt.

In der Pilot-Klasse 6a, dem "digitalen Klassenzimmer" an der Schule, werden bereits digitale Medien im Unterricht eingesetzt. Das Arbeiten damit gehört für die Schüler der 6a zum Alltag. Angefangen beim digitalen Klavier im Musikunterricht, über verschiedene Lernplattformen im Fach Mathematik bis hin zu Taktikanalysen im Sportunterricht. "Durch den Zugriff auf die neuen Medien hat man viel mehr Möglichkeiten bei der Unterrichtsgestaltung, man kann viel besser visualisieren", sagt Klassenlehrerin Pamela Mößmer. Statt wie früher nach einer einfachen Landkarte aus Papier zu greifen, benutzen die Schüler ihre Tablets mit Kartendiensten und Schreibprogrammen. Deutschlehrer Christian Schweitzer ergänzt: "Die Schüler nehmen das gerne an, weil es ihrer Lebenswelt entspricht." Alles gehe etwas schneller, Inhalte könnten digital hinzugefügt werden. "Wir versuchen die Medien so nutzen, wie die Schüler sie nutzen", sagt Deutschlehrer Schweitzer.

Auch Schüler-, Klassen- und Notenbücher werden laut Ohlmann künftig digital geführt. Die schulinterne Arbeitsgruppe "Medienbildung" wird in den kommenden Wochen die Lehrer in der Anwendung der Tablets und Nutzung fachspezifischer Software schulen. Im nächsten Schritt werden dann auch die Schüler ihre Smartphones oder Tablets im Unterricht verwenden können. Die Smart School in der Kreisstadt hat saarlandweit zwar eine Vorreiterrolle eingenommen, soll im Landkreis aber kein Alleinstellungsmerkmal bleiben. "Wir wollen die Überlegung der Bildungsoffensive über das Wendalinum hinaus in andere Schulen des Landkreises hineintragen", kündigt Landrat Udo Recktenwald (CDU ) an. In der für den 30. Januar terminierten Sitzung des Kreistages werde beraten, wie die digitale Bildung weitere Schulen und Schüler voranzubringen kann. Eines ist klar. "Dafür muss der Landkreis als Schulträger in den nächsten Jahren das nötige Geld in die Hand nehmen und die entsprechende Versorgung im digitalen Bereich schaffen", weiß Recktenwald, dessen Behörde die weiterführenden Schulen unterstellt sind.

Zum Thema:

Hintergrund Die Gemeinschaftsschule Bellevue sowie das Gymnasium Wendalinum werden als Projekte der medienbezogenen Schulentwicklung mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM), dem Bildungsministerium, dem Regionalverband Saarbrücken sowie dem Landkreis St. Wendel und Unternehmen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) umgesetzt und fortlaufend weiterentwickelt. Das Konzept der Smart School besteht aus drei Säulen Infrastruktur, pädagogisches Konzept/Inhalte und Lehrerfortbildung. frf