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Zukunft der Milchbauern in Urweiler diskutiert

Zukunft der Milchbauern in Urweiler diskutiert

Urweiler. Zwar nicht, wie ursprünglich geplant mit dem Europaabgeordneten Jo Leinen, denn der stand bei Brüssel im Stau, aber doch mit dem landwirtschaftspolitischen Sprecher, Magnus Jung (SPD) aus dem Kreis St.Wendel kamen saarländische Milchbauern vergangene Woche ins Gespräch

Urweiler. Zwar nicht, wie ursprünglich geplant mit dem Europaabgeordneten Jo Leinen, denn der stand bei Brüssel im Stau, aber doch mit dem landwirtschaftspolitischen Sprecher, Magnus Jung (SPD) aus dem Kreis St.Wendel kamen saarländische Milchbauern vergangene Woche ins Gespräch. Und wo könnte man besser seinem Ärger Luft machen als vor Ort? Klaus und Christine Laub hatten nach Urweiler eingeladen, um gemeinsam zu diskutieren. Zuvor nahm Laub Jung und seine Kollegen mit auf einen Rundgang über den Hof. 160 hält Laub derzeit auf seinem Hof. Weit und breit sei er als einziger Landwirt hier übrig geblieben, wie er erklärte. Aus ehemals 27 Hektar Land und 20 Milchkühen ist durch mehrere Erweiterungen ein landwirtschaftlicher Betrieb mit 250 Hektar Land, davon 130 im Ackerbau sowie einer Herde von 160 Kühen entstanden. Von den Kälbern angefangen über die Milchkühe bis zu den Muttertieren wollen alle jeden Tag versorgt werden. Dabei gibt es auf Laubshof zwar Melkmaschinen, "aber die Tiere werden jeden Tag zwei Mal angeschlossen, jeder Melkvorgang dauert allein drei Stunden", wie Laub erklärte. "Wenn man die Arbeit sieht, die man hat und dann den Milchpreis betrachtet, dann muss man sich einfach fragen, warum man das überhaupt noch macht", brachte schließlich schon während der Führung Monika Uth, Landwirtin aus Reinheim, ihre Sorgen auf den Punkt. Und um die Sorgen, Nöte und Ängste an die Politik weiterzugeben, dazu hatten die Landwirte eingeladen. Am großen Tisch der Familie Laub gab es dann viel Gesprächsstoff. Angeführt vom Landesvorsitzenden des Bund Deutscher Milchbauern, Joachim Bösen aus Faha bei Merzig war es nicht nur die Milchpreispolitik, die auf das Heftigste diskutiert wurde. "Wir wollten heute mit Jo Leinen sprechen, denn wir sind überzeugt, dass der Schlüssel zur Veränderung der Situation in Brüssel liegt. Denn die Landwirtschaft ist ein europaweites Thema", so Bösen. Unter anderem kritisierten die Milchbauern die neuen Vorschriften in der Bestellung der Felder, aber auch der Einzug der Gentechnik bereite große Sorgen. Aber auch die Verteilung der Betriebsprämien müsse überdacht werden. Bei der Milchproduktion seien sich die Bauern einig: "Wir wollen den Markt nicht überschwemmen, sondern nur produzieren, was benötigt wird und das zu einem Preis, der uns dies ermöglicht. 25 Cent sind da zehn Cent unter der Kostendeckung", so Bösen. "Die Probleme sind bekannt. Und es ist schon fünf nach zwölf. Jeder sollte in seinem Land anfangen und die Landwirtschaftsminister müssten konkrete Aussagen machen. Nur dann kann sich etwas ändern", forderte Monika Uth.