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Zauberlehrling macht Meisterbrief

Zauberlehrling macht Meisterbrief

Oberlinxweiler. Er lässt Münzen verschwinden und Karten auftauchen, ja sogar hübsche Mädchen tauchen plötzlich aus einer zuvor anscheinend leeren Kiste auf. Jakob Mathias ist erst 13 Jahre alt und hat die Kniffe der Zauberei schon voll drauf. Schließlich bekam er das Talent in die Wiege gelegt. Denn sein Vater ist Martin Mathias

Oberlinxweiler. Er lässt Münzen verschwinden und Karten auftauchen, ja sogar hübsche Mädchen tauchen plötzlich aus einer zuvor anscheinend leeren Kiste auf. Jakob Mathias ist erst 13 Jahre alt und hat die Kniffe der Zauberei schon voll drauf. Schließlich bekam er das Talent in die Wiege gelegt. Denn sein Vater ist Martin Mathias. Und der hat schon zwei Deutsche Meistertitel in der Tasche. Einen kann jetzt auch Jakob vorweisen. Denn bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Neuss belegte er den ersten Platz in der Jugend-Kategorie "Mikromagie". 424 von 500 möglichen Punkten erreichte er mit seinem Münztrick. Zudem belegte Jakob mit seinem Kartentrick und 397 Punkten den zweiten Platz. "Ich bin schon etwas stolz", sagt Jakob. Dass ihm nur drei Punkte zum ersten Platz gefehlt haben, das ärgert ihn nicht. Er ist vollkommen zufrieden mit dem, was die sieben Juroren bewertet haben. Schließlich sei das Anspruchsniveau beim Wettbewerb sehr hoch gewesen, wie sein Vater Martin Mathias erzählt: "Viele tolle Shows haben keinen ersten Platz gemacht." Das System des Wettbewerbs sieht keine Rangfolge vor. Es gibt Punkte - und ab einer bestimmten Anzahl (400) wird der Zauberer mit Platz eins belohnt. Das blieb dem 60-Jährigen in diesem Jahr verwehrt. Er belegte den zweiten Platz. Dennoch hält er seine Show für "erstklassig". Nur sie passte eben in keine Kategorie - "das war das Dilemma". Er sagt: "Ich entwerfe meine Programme, ohne in Kategorien zu denken." Aber auch er ist glücklich mit dem Ergebnis. Stolz zeigen die beiden Magier ihre drei Trophäen - eine goldene und zwei silberne - im Wohnzimmer. Und an der Haustür in Oberlinxweiler hängt ein Willkommensschild für den frisch gebackenen deutschen Meister. Jakob hilft seinem Vater in dessen Shows seit seinem dritten Lebensjahr. Als er die Grundschule besucht, zaubert er erstmals selbst. Und entwickelt sich und seine Programme immer weiter. Seit Mai 2007 bereitete er sich auf den Wettbewerb vor, sehr intensiv seit Januar. Auf eigenen Vorschlag stand er in den vergangenen Monaten jeden Morgen um fünf Uhr auf. Von sechs bis sieben Uhr zauberte er gemeinsam mit seinem Vater. "Ich bin der Komponist, er ist der Musiker", beschreibt Martin Mathias, dass er die meisten Ideen für ein Programm hat, sein Sohn könne sie aber besser umsetzen. Dabei lobt der Vater vor allem die Fingerfertigkeit seines Sprösslings: "Was er mit den Münzen macht, das bekomme ich technisch nicht hin." Hilfreich sei, so Jakob, das Klavierspielen. Denn neben der Zauberei ist die Musik sein großes Hobby. Er ist genau wie Jenny Haben, seine Klassenkameradin auf dem Wendalinum, Mitglied in der Gruppe Speed. Und wenn die beiden nicht gerade gemeinsam auf der Zauberbühne stehen, dann musizieren sie.