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Zahlen vom Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel für den Dezember

Aktuelle Zahlen vom Arbeitsmarkt : Arbeitsmarkt spiegelt Probleme der Saarwirtschaft

Experte der Agentur für Arbeit Saarland spricht von einem Auseinanderdriften des Marktes zwischen Arbeitslosigkeit in industriellen Bereichen und einem wachsenden Fachkräftebedarf im Handwerk. 1533 Personen im Landkreis St. Wendel waren zum Ende des Jahres ohne Job.

Zum Jahresende hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt leicht verschlechtert. Wie ein Sprecher der Agentur für Arbeit Saarland berichtet, waren im Dezember 1533 Frauen und Männer im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus von 42 gegenüber dem Vormonat. Das wirkt sich auch auf die  Arbeitslosenquote aus. Diese lag bei 3,2 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im November.

„Nach einer langen Phase einer guten Entwicklung wirken sich jetzt die konjunkturellen und strukturellen Probleme der Saarwirtschaft auf den Arbeitsmarkt aus“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. Die aktuelle Entwicklung führe zu einem zunehmenden Auseinanderdriften des Arbeitsmarkts: Einer steigenden Arbeitslosigkeit in vielen industriellen Bereichen stehe ein wachsender Fachkräftebedarf vor allem im Handwerk, aber auch im Dienstleistungssektor oder in pflegerischen und erzieherischen Berufen gegenüber. „In diesem Zusammenhang wird es künftig darum gehen, dass arbeitslose Menschen sich offen zeigen für eine berufliche Umorientierung, auch verbunden mit einer beruflichen Weiterbildung.“

Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Dezember bei 834, das waren 32 mehr als im November und 125 mehr als vor einem Jahr (plus 17,6 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um zwölf auf 83 im Vergleich zu November. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um zwei verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 415. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel erhöht.

Wie sieht es im Jobcenter des  Landkreis St. Wendel aus? Dieses verzeichnete laut Sprecher im Dezember einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen (plus zehn) auf 699. Damit lag die Zahl aber um 47 unter dem Vorjahreswert. „Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht vorhanden“, erläutert der Sprecher. 238 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 27 erhöht. Knapp ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Dezember 225. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um ein Achtel.

Enbenfalls gesunkene Zahlen zeigen sich beim Blick auf die Statistik in Sachen Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit). In der Unterbeschäftigung, so erklärt der Experte der Agentur für Arbeit, werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten. Das sind beispielsweise Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung würden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. „Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden“, so der Sprecher. Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Dezember mit 2423 Menschen um 41 unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 63,3 Prozent. Der Arbeitsmarkt sei dank arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen um mehr als ein Drittel entlastet worden.

Nur leichte Bewegung gab es beim Stellenmarkt. Im Dezember wurden 203 Jobs neu gemeldet, 26 weniger als im Vormonat. Seit Beginn des Jahres 2019 gab es 2453 Stellenzugänge, 163 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (minus 6,2 Prozent). Die meisten Jobangebote gab es laut Sprecher in der Zeitarbeit, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch im verarbeitenden Gewerbe, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Baugewerbe und im Öffentlichen Dienst waren die Beschäftigungsmöglichkeiten gut. Aktuell warten rund 750 Stellen auf passende Bewerber.

WND-Arbeitsmarkt Dezember Foto: SZ/Steffen, Michael

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