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Würdiges Finale der Orgelmusik-Reihe

Würdiges Finale der Orgelmusik-Reihe

Mit einem abwechslungsreichen Konzertprogramm, das den Bogen vom spanischen Barock bis zu zeitgenössischen Klängen spannte, faszinierte Organist Stefan Klemm das Publikum bei der letzten „Orgelmusik am Abend“ in diesem Jahr.

Attraktiv und abwechslungsreich war das letzte Konzert der diesjährigen "Orgelmusik am Abend": Der Hausherr, Basilika-Kantor Stefan Klemm, gestaltete mit großem Können ein würdiges Finale. Mit "Batalla imperial" ("Kaiserliche Schlacht") des spanischen Meisters Johannis Cabanilles hatte er eine grandiose Eröffnung gefunden. Bei der frühbarocken Programmmusik wetteiferten fanfarenartige Trompeten und Krummhörner mit gemäßigteren Stimmen. Der Wechsel zwischen Solostimmen und Tutti prägte ein Concerto in h-Moll von Johann Sebastians thüringischem Vetter, Kollegen und Freund Johann Gottfried Walther (nach einer Vorlage des Eichstätter fürstbischöflichen Kapellmeisters Joseph Meck), besonders im unermüdlich wirbelnden Figurenwerk des dritten Satzes.

Als reizvoll erwies sich ein Werk des zeitgenössischen ungarn-deutschen Komponisten und Hochschulprofessors Zsolt Gardonyi mit dem geheimnisvollen Titel "Mozart Changes", das Motive einer Mozart-Klaviersonate effektvoll verfremdet und nicht zuletzt mit seinem jazzigen Schluss dem Interpreten und seinen Zuhörern Vergnügen bereitete.

Wechselnden Stimmungen im Stil der Spätromantik durfte man bei Josef Rheinbergers Introduktion und Passacaglia op. 132 nachspüren. Als im Jahr 1912 die Titanic unterging, spielten die Musiker den englischen Choral "Näher, mein Gott, zu dir". Unter diesem Eindruck notierte Sigfrid Karg-Elert damals eine impressionistische Improvisation über diese Melodie: imposante, zuletzt leise entschwebende Klänge.

Klangflächen aus Tontrauben sind charakteristisch für die 1932 entstandene "Apparition de l'église éternelle ("Erscheinung der ewigen Kirche") des tief religiösen französischen Komponisten Olivier Messiaen , bei der Klemm sich ausgezeichnet auf eine gut differenzierte Dynamik, ohne plakatives Fortissimo, verstand. Seine ganze Virtuosität konnte Stefan Klemm dann im furiosen Finale der 1. Orgelsinfonie von Louis Vierne (1898) ausleben.

Auf den hoch verdienten Beifall der Zuhörer antwortete Klemm mit der effektvollen "Toccata alla Rumba" des Hamburger Kirchenmusikers Andreas Willscher.