Wohnraum als Kunst

Um Häuser geht es in der neuen Ausstellung im Mia-Münster-Haus in St. Wendel. Sie öffnet am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr.

Das älteste Haus, das je ausgegraben wurde, sei rund 10 000 Jahre alt, heißt es in einer Mitteilung des Museums. So lange schon bildeten Häuser die Grundlage für gesellschaftliche Strukturen, für Dörfer und Städte. Strukturen, die, wenn sie sich auch wandeln, Jahrtausende überdauern können. Die einzelnen Häuser aber bröckeln mit der Zeit und irgendwann werden sie abgerissen. Auf stehengebliebenen Brandmauern sind Spuren der früheren Nachbarn zu erkennen.

Dem Thema Häuser widmen sich Doris Hinzen-Röhrig, Silvia Sinha und Christine Falk mit Malerei , Zeichnungen und Fotografien. Obwohl die Künstlerinnen völlig verschieden arbeiten, interessieren sich alle drei für das Nebeneinander von Altem und Neuem, die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Zeitabläufe und Widersprüche Alle drei leben und arbeiten in Berlin, die Stadt der tausend Baustellen, möglicherweise ein weiterer Grund, sich mit Stadtlandschaften auseinanderzusetzen.

Doris Hinzen-Röhrig (1951) studierte zunächst Grafik-Design, anschließend Kunstgeschichte und Soziologie in Saarbrücken. Sie initiiert und beteiligt sich an nationalen wie internationalen Workshop- und Ausstellungsprojekten. Seit 2011 beschäftigt sie sich mit dem Thema Häuser , vor allem mit den Altbauten von Großstädten, insbesondere ihren freistehenden Fassaden, die entweder als Brandmauern zu erkennen oder auch das Resultat von Abriss sind.

Silvia Sinha (1960) begann einst als Autodidaktin mit der Fotografie, mittlerweile arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die künstlerisch abstrakte Interpretation in der Architektur. Dabei geht es ihr um die Inszenierung eigenständiger Räume, die sich aus dem konkreten Landschafts- oder Stadtraum hervorheben. Sie arbeitet mit genau gewählten Bildausschnitten und betont auf diese Weise die Grundstruktur hinter der Oberfläche.

Christine Falk (1962) studierte zunächst Keramik, später Malerei in Berlin. Sie erhielt etliche Stipendien, initiiert und beteiligt sich bis heute an zahlreichen Kulturaustausch-Projekten. Reisen ist für sie Inspiration. Trotz aller Unterschiede gibt es überall auf der Welt gleichbleibende, von der Funktion her bestimmte Bedingungen, wenn man etwas bauen möchte. Durch die Konzentration auf diese "konstanten Größen" reduziert sie den Sinneseindruck auf diese Grundstruktur, wobei ein "Link" mit der Realität immer bestehen bleibt.

Am Sonntag, 27. September, ist ab 15 Uhr nicht nur die druckfrische Dokumentation zur Ausstellung käuflich zu erwerben (zum Preis von acht Euro), sondern zu dieser Gelegenheit reisen auch die Künstlerinnen noch einmal an. Sie stehen den Besuchern Rede und Antwort bei Fragen rund um ihre Arbeit. Diese Veranstaltung dauert etwa anderthalb Stunden, die Teilnahme ist kostenlos. Die Ausstellung dauert bis einschließlich Sonntag, 1. November.

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag: 10 bis 16.30 Uhr; Donnerstag 10 bis 18 Uhr; Samstag 14 bis 16.30 Uhr; Sonntag und an Feiertagen: 14 bis 18 Uhr. Montags ist das Museum immer geschlossen.