Wo Mini-Meister am Werk sind

Sieben Minigolf-Anlagen gibt es im St. Wendeler Land. Teils werden sie für Turniere genutzt, teils sind sie als reiner Freizeitspaß gedacht. Die St. Wendeler Redaktion hat sich aufgemacht, die Anlagen genauer zu inspizieren. Dieses Mal im Check: die Minigolf-Anlage in Bliesen.

 Jubel: 61 Schläge sind für SZ-Redakteurin Evelyn Schneider ein gutes Ergebnis.
Jubel: 61 Schläge sind für SZ-Redakteurin Evelyn Schneider ein gutes Ergebnis.
 Dieser Ball hat Praktikantin Chiara Recktenwald Glück gebracht.
Dieser Ball hat Praktikantin Chiara Recktenwald Glück gebracht.
Wo Mini-Meister am Werk sind

Minigolf hat in Bliesen eine lange Tradition. Angefangen hat alles 1975 mit einem Ausflug nach Traben-Trarbach. Dort haben Mitglieder des Bliesener Freizeitclubs Deutschlands erste genormte Beton-Minigolf-Anlage gesehen, und prompt ist die Idee entstanden: So etwas brauchen wir in Bliesen auch. Heinz Klee, Vorsitzender des Vereins, erinnert sich: "Wir haben damals 1000 Mark für die Baupläne gezahlt. Und dann die Anlage von Hand gebaut."

Diese liegt in Bliesens Mitte, unmittelbar neben dem Dorfplatz und der Sport- und Kulturhalle. Parkplätze gibt es kostenlos und reichlich. Zu der Anlage gehört auch ein Vereinsheim mit Terrasse und einem Schwenker. Minigolf-Platz und Vereinsheim sind verpachtet. Für die Vereinsmitglieder gibt es trotzdem reichlich zu tun. "Beton ist wartungsintensiv", sagt Klee. Risse müssen regelmäßig zugespachtelt, die Beschichtung teils erneuert werden. Zwei bis drei Arbeitseinsätze im Jahr sind Pflicht. "Früher haben wir zusammen gespielt, jetzt arbeiten wir zusammen", bringt es Wendelin "Wennel" Guntert auf den Punkt. Acht deutsche Meisterschaften sind auf Bliesens Anlage ausgetragen worden. In einem guten Sommer kämen bis zu 5000 Besucher, schätzt Klee.

Ausstaffiert mit Schlägern und Bällen geht es vom Vereinsheim aus über eine Brücke zu Bahn 1. So der intuitiv eingeschlagene Weg, denn einen konkreten Hinweis gibt es nicht. Ausgerechnet bei Hindernis 1 fehlt die Nummerierung, die in der Folge gut sichtbar auf den Bahnen aufgebracht ist. Bahn Nummer 1: ein Klassiker zum Warmschlagen. In der Folge gilt es, den Ball durch Tunnel zu bugsieren, einen Slalom oder eine Schanze zu meistern. Der Schwierigkeitsgrad scheint zu wechseln: zwischen leicht und schwierig.

An jedem Hindernis steht eine Ablage für die Ergebniskarten, an jedem zweiten zusätzlich ein Mülleimer. Sonnenschirme gibt es keine. Sonnige und schattige Bereiche wechseln sich auf der Anlage ab. Die ist zwischendrin mit einem angelegten Beet samt Mini-Teich aufgehübscht. Auch Bänke gibt es reichlich, zum Ausruhen, Warten auf den nächsten Schlag oder eben zum Abstellen von Taschen.

Was auffällt: Auf einige Bahnen ist Werbung aufgedruckt, die mal deutlich zu lesen und mal nur noch zu erahnen ist. Da erkennt man den Sport-Charakter der Anlage. Den Bahnen ist ihr Alter von 37 Jahren teilweise deutlich anzusehen. Die Hindernisse sind aber schön gestaltet. Der Bahnrekord von 21 Schlägen bei 18 Hindernissen ist während einer deutschen Meisterschaft aufgestellt worden. Laut Klee sind Laien gut, wenn sie am Ende weniger als 60 Schläge gebraucht haben. Die magische Marke kann das SZ-Team nicht unterschreiten. SZ-Redakteurin Evelyn Schneider verfehlt sie mit 61 knapp. Praktikantin Chiara Recktenwald braucht 81 Schläge und Fotograf Josef Bonenberger tauscht dieses Mal nicht die Kamera mit dem Schläger.

Beim Vereinsheim gibt es eine große Auswahl an nicht-alkoholischen Getränken, Kaffeespezialitäten und alkoholischen Getränken. Cola und Bier kosten je 1,50 Euro. Auch Eis am Stiel wird angeboten. Zudem gibt es Wiener Würstchen , Mettbrötchen oder Frikadellen. In der ersten Woche eines jeden Monats werden frische halbe Hähnchen serviert.

Fazit: Wer ein bisschen sportlichen Ehrgeiz mitbringt, für den dürfte die Minigolfanlage in Bliesen eine willkommene Herausforderung sein. Spaßspieler kommen auch auf ihre Kosten, sollten sich aber beim Weitabschlag ins Netz nicht deprimieren lassen.

Die Minigolfanlage in Bliesen (Abteilung 1) ist täglich

von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Erwachsene zahlen 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ein Euro.

Kontakt: Tel. (0 68 54) 69 49.