Wie beliebt sind Elektroautos?

Während der Autoausstellung in St. Wendel waren auch Modelle zu sehen, die ohne Benzin oder Diesel laufen.

20 Autohäuser aus dem Landkreis haben am Wochenende 150 Modelle in der St. Wendeler Innenstadt zur Schau gestellt. Seit vorigem Jahr hat die Aktionsgemeinschaft "In St. Wendel tut sich was" die zweitägige Ausstellung ins Frühjahr gelegt. Der Samstag war für die Verkäufer und die Besuchergrüppchen zum Frösteln, bei anstehenden Probefahrten konnte gleich die Heizung getestet werden. Mit den Sonnenstrahlen am Sonntag spazierten deutlich mehr Menschen entlang der im Spalier geparkten Modelle.

Zu begutachten gab es Neuwagen, bewährte Klassiker und Elektroautos. Bis zu 4000 Euro an Umweltbonus können Käufer von Elektrofahrzeugen einstreichen, die Hälfte vom Staat, die andere Hälfte vom Händler. Ziel ist es, die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Pkws anzukurbeln. Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen rollen. Ein ehrgeiziges Vorhaben. "Die Förderung ist nicht das eigentliche Thema. Das Interesse der Kundschaft ist groß, aber die Kaufbereitschaft sehr zurückhaltend", berichtete Josef Schmidt vom gleichnamigen St. Wendeler VW-Autohaus. Der Händler präsentierte den neuen E-Golf. "Es ist eine Weiterentwicklung des Vorgängers, die Reichweite beträgt jetzt 300 Kilometer", sagte Schmidt. Abzüglich Licht und weiterer von der Batterie gespeisten Teile, betrage die Nettoleistung etwa 240 Kilometer. "Wenn man bremst, erzeugt die Batterie wieder neue Energie", so Schmidt. Gegenüber einem Benziner würden sich die Wartungskosten reduzieren. Den E-Golf gibt's für 33 000 Euro. Bis Ende 2020 sind Elektroautos ab Neuzulassung fünf von der Kfz-Steuer befreit. "Die E-Autos sind noch etwas exotisch", meinte Verkäufer Eike Albert vom Sotzweiler Nissan-Händler Backes. Es sei ein großes Problem, dass der Kunde oder der Neugierige noch nicht richtig über Elektrofahrzeuge aufgeklärt sei. Nissan ist mit dem Typ Leaf, für den der Käufer 34 000 Euro hinlegen muss, mit mehr als 200 000 verkauften Exemplaren weltweit Branchenführer.

Vieles im batteriebetriebene Automarkt ist auf Drängen der Europäischen Union in Gang gekommen. Wie sieht es nun auf der Straße vor der Haustür aus? "Im ländlichen Raum fehlt noch der Markt für die Elektroautos", meinte Christian Schulz. Drei Solartankstellen, so erklärte der Verkäufer vom St. Wendeler Audihändler Kröninger, gebe es im Stadtgebiet. "Das Netz ist noch nicht ausgebaut, die Infrastruktur muss auch mitziehen", so Schulz.

Thomas Recktenwald, Werkstattchef bei Opel Bauer in Türkismühle stellte das Modell Insignia nach dem sogenannten Facelift vor. "Das Auto ist länger, wodurch der Innenraum größer und geräumiger ist. Auch die Optik hat sich verändert", so der Werkstattchef. Begleitet wurde die Show von Musikern und Zauberer Magic Pete.

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