Tag des Schwimmens: Werbung für den Schwimmsport

Tag des Schwimmens : Werbung für den Schwimmsport

Zum „Tag des Schwimmens“ hatte das St. Wendeler Freibad zahlreiche Aktionen zum Mitmachen vorbereitet.

27 Grad, blauer Himmel und Wochenende – das sind die idealen Voraussetzungen für einen Tag im St. Wendeler Freibad. Neben Rutschen und Springen vom Turm gab es am Sonntag für die 1830 Besucher noch weitere Aktivitäten. Es ist der saarlandweite „Tag des Schwimmens“ der Initiative „Sicher Schwimmen im Saarland“. Die Schwimmsportvereine in St. Wendel bieten den Badegästen ein Mitmachprogramm an.

„Seepferdchen“ hüpfen mit Poolnudeln zwischen den Beinen im Nichtschwimmerbecken und veranstalten ein Rennen. Im großen Schwimmerbecken müssen Dreierteams Schätze bergen und paddeln in ihrem Gummiboot von einem Ende der Bahn zum anderen. Schwierigkeit hierbei: Zwei von drei Bootsinsassen haben die Augen verbunden. Der dritte, sehende Insasse übernimmt das Kommando und muss navigieren. Und das auch noch auf Zeit. Bei der Siegerehrung sind sich die Kinder, darunter Andrew und Amon Armbrüster, Kevin Stüber und Marcella Bräuninger einig: Das ist cool.

Während es Andrew gefällt, zu kommandieren, erklärt Kevin: „Das war auch schwer, weil man die Augen verbunden hatte.“ „Ich habe kommandiert und nach dem Schatz getaucht“, verkündet Amon stolz. Bei dem Schatz handelt es sich um einen Edelstein. Bei diesen Aktivitäten sind die Schwimmclubs SC Heuler und SC Neda zuständig, wobei es keine strenge Trennung der Vereine gibt. „In St. Wendel gibt es kein Konkurrenzdenken unter den Vereinen“, erklärt Jochen Davidshöfer, stellvertretender Vorsitzender des SC Heuler.

Beim dritten Wassersport treibenden Verein, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) St. Wendel, steht die Sicherheit im Vordergrund. Übungsleiterin Marie Raquet fragt Maren Mosler die Baderegeln ab. „Die Baderegeln habe ich gut gelernt, und beim Schwimmen war ich die Schnellste“, freut sie sich. Insgesamt wird der Tag zur Abnahme von Sport- und Jugendschwimmabzeichen genutzt. Vier Seepferdchen und je sieben Bronze- und Silber Abzeichen stellt die DLRG St. Wendel an diesem Tag kostenfrei aus.

So ein Aktionstag dient der Werbung für die Vereine und den Schwimmsport. Dass dies notwendig ist, wird schnell klar, wenn man mit Verantwortlichen redet. Torsten Knoll, Betriebsleiter der Schwimmbäder in St. Wendel, sieht täglich vor allem am Sprungturm folgendes: „Von 100 Leuten, die hier springen, können mindestens 80 schlecht schwimmen und schaffen sich irgendwie an den Beckenrand.“ Und er fügt hinzu: „Viele haben einen sehr schlechten Schwimmstil. Dann wird es anstrengend und statt eines Erfolgserlebnisses entsteht der Eindruck, dass Schwimmen zu anstrengend ist als Sportart.“ Das mache es auch schwieriger für das Personal bei der Aufsicht der Schwimmer. „Sprunganlage und Rutschen erhöhen die Attraktivität eines Schwimmbades, nur dann kommen die Jugendlichen ins Schwimmbad“, führt Knoll weiter aus. Dies sei wichtig für den Erhalt eines Bades.

Die Rettung von Menschen aus dem Wasser ist eine Aufgabe für die DLRG. Die Mitglieder führten Rettungsübungen vor. Foto: Carmen Gerecht

Davidshöfer weiß noch einen weiteren Grund, weshalb die Qualität nachgelassen hat: „Die Eltern wollen, dass ihre Kinder schwimmen lernen, aber wir haben nicht genügend Wasserzeiten, um die ganzen Anfragen unterzukriegen. Das ist ein echtes Problem.“ Grund: Schwimmbäder verursachten hohe Kosten für die Kommunen, so dass diese es sich nicht leisten könnten, mehr Zeiten an die Vereine abzugeben. Manche müssen sogar ganz schließen. Dann werden auch die Wege länger. „Die Kinder und die Trainer zahlen übrigens alle den normalen Eintrittspreis“, so Davidshöfer. Aber die drei Vereine helfen sich aus und tauschen auch mal untereinander, damit die Wartelisten mit Kindern, die schwimmen lernen wollen, kürzer werden. „Zum Glück haben wir in St. Wendel ja noch ein Luxusproblem mit zwei Bädern, und die Stadt unterstützt uns auch“, meint der stellvertretende Vorsitzende. Gegen Ende der Veranstaltung zeigen sich alle zufrieden mit dem Tag. Auch Knoll ist bisher glücklich mit dem Betrieb im Freibad und hofft auch weiterhin auf regen Besuch in dieser Saison.

Mehr von Saarbrücker Zeitung