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Weihnachtsmarkt St. Wendel: Er darf so bleiben, wie er ist

Weihnachtsmarkt St. Wendel: Er darf so bleiben, wie er ist

Laut Pressemitteilung der Stadt hat der St. Wendeler Weihnachtsmarkt nach einer ersten Hochrechnung geschätzte 250 000 Besucher angelockt. Mehr geht auch nicht: Der Weihnachtsmarkt hat seine Kapazitätsgrenze erreicht.

Endlich Feierabend für den Zauberer und Wegelaberer Kalibo. Neun Tage ist er mit seinem neuen Schnabelschuhen durch St. Wendels Gassen gelaufen und hat die Weihnachtsmarktbesucher bespaßt. Aber nicht weitersagen, der Typ aus dem Mittelalter trägt am Arm eine trendige Fitnessuhr. Sie zeigt Kalibo an: 180 Kilometer ist er durch St. Wendel gelaufen. Auch ein Arbeitsnachweis für seinen Auftraggeber.

"Mit der Resonanz sind wir mehr als zufrieden. In erster Linie hat das Wetter gestimmt", meint St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU ). Geschätzte 250 000 Besucher seien in die Kreisstadt geströmt. 350 Reisebusse hätten die Menschen zur Kombination aus Weihnachts- und Mittelaltermarkt befördert. Zudem seien Menschenscharen mit der Bahn angereist. "An den neun Tagen Weihnachtsmarkt herrscht Ausnahmezustand, das ist es schon gut, dass dies die Bürger so mittragen", sagt Klär.

Was logistisch den Raum des Marktes und das städtische Umfeld anbelangt, ist man nun an die Kapazitätsgrenze gestoßen. "Mehr können wir nicht verkraften", weiß der Rathauschef. Immer wieder aufkommende Gerüchte, den Markt über eine Dauer von zwei Wochen zu veranstalten, dementiert er sofort. "Für uns steht nicht die Dauer, sondern die Nachhaltigkeit an erster Stelle. Lieber Qualität statt Kommerz und Glühwein-Rummel", betont er. Bewährt habe sich die einstündige Verlängerung an den Wochenenden. Ihm ist wichtig, dass der Markt auf das Weihnachtsfest einstimmt. Das Konzept der Stadtverwaltung bestätigt wie im Vorjahr das Reportermagazin Geo, welches St. Wendel erneut zu einem der zehn schönsten kleinen und romantischen Weihnachtsmärkte Deutschlands kürt. Als charmant bezeichnet die Modezeitung Brigitte das himmlische Vergnügen in der Kreisstadt.

"Jetzt haben wir den Durchbruch geschafft. Offensichtlich treffen wir den Geschmack der Menschen", freut sich der Stadtchef, dass das vorweihnachtliche Spektakel längst der regionalen Zugkraft entwachsen ist. Für Reiseveranstalter im gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland ist aus dem Geheimtipp in der adventlich geschmückten Provinz mittlerweile ein beliebtes Reiseziel mit Erlebnischarakter geworden.

Auch aus Sicht der Polizei sind die neun Tage gut verlaufen. "Es gab auf dem Weihnachtsmarkt keine Straftaten", vermeldet der stellvertretende Leiter der St. Wendeler Polizei , Ralf Kartes, zufrieden. Mit verstärkten Streifengängen hatte die Polizei Präsenz gezeigt. "Das dient der Sicherheit der Besucher, sie fühlen sich so bei einer derartigen Massenveranstaltung gut aufgehoben. Wie in den Vorjahren haben uns an den Wochenenden Kollegen aus Frankreich, Luxemburg und US-Militärpolizisten unterstützt, das kam sehr gut an", berichtet Kartes. Gegriffen habe das von der B 41 an ausgeschilderte Parkleitsystem. "Die Besucher von auswärts haben sich daran gehalten", hat er festgestellt. Mit Bürgermeister Klärs Einschätzung, dass der Weihnachtsmarkt an seine logistische Kapazitätsgrenze gestoßen sei, geht Kartes konform. "Wenn der Markt noch weiter expandieren würde, müsste man einen Bus-Shuttle-Service anbieten", sagt der stellvertretende Polizeichef.

Ausruhen, so Klär, will man sich nicht auf den Lorbeeren. Im kommenden Jahr soll erneut ein kreatives Programm geboten werden.

Zum Thema:

Am Rande Eine Straftat - allerdings nicht gemeldete - hat sich dennoch ereignet. Mehr als 40 Trinkhörner haben Besucher bei Büdchen-Betreiber "Wastel" Danneck auf dem Schlossplatz mitgehen lassen. Im Gegensatz zu anderen Glühweinständen hat der Hoofer Künstler auf Hornpfand für die Met-Kundschaft verzichtet. Sein Versäumnis. Und so waren die dekorativen Trinkgefäße weg. frf