Weihnacht im amerikanischen Stil

Modern und doch besinnlich wurde es beim Auftritt des Chores aus Amerika in der St. Wendeler St. Annenkirche. Sie brachten ein Stück amerikanische Weihnacht ins Gotteshaus.

Ein Adventskonzert der besonderen Art erlebten Besucher der St. Annenkirche. Dort sangen 29 Sängerinnen und Sänger aus Amerika internationale, traditionelle und auch moderne Weihnachtslieder, die sie normalerweise nur in ihrer eigenen Kirche, der Calvary Church in Charlotte, zum Besten geben. "In den USA hat man eine ganz andere Art, Weihnachten zu feiern", erklärte Pfarrer und Konzertorganisator Michael Landoll im Vorfeld der Veranstaltung. "Mit ihr möchte der Chor nun auch unser deutsches Weihnachtsfest bereichern."

Farbenfrohe Outfits

Der Erste dieser angesprochenen Unterschiede fiel gleich auf, als die Sänger die Kirche betraten. Während die meisten Chöre ihre Adventskonzert in feierlicher schwarzer Kleidung mit dem ein oder anderen farblichen Akzent gestalten, waren bei dem Calvary-Choir alle bunt und lebensfroh gekleidet. Jedes Mitglied trugt eine andere, auffällige Farbe und zauberte so noch vor dem ersten Ton schon ein wenig amerikanische Weihnachtsstimmung in die St. Annenkirche.

Und auch die musikalische Eröffnung des Konzertes tat dieser Atmosphäre keinen Abbruch. Mit strahlenden Gesichtern schmetterten die Musiker unter Leitung ihres Dirigenten Tim Hathaway ein kleines Weihnachtsmedley aus "Hark the herald angels sing" und "Joy to the world". Ebenso fröhlich ging es mit "Go, tell it on the mountain" und dem afrikanischen Weihnachtslied "Sing Noel" weiter.

Doch der Chor konnte auch anders. Besinnliche Töne schlugen die Sängerinnen und Sänger ebenso an. Dazu gehörten unter anderem "Praise the Lord" oder auch "How deep the father's love for us". Weitere Abwechslung brachte der beständige Wechsel der Besetzung. Mal sang der gesamte Chor, mal unterstützte eine Solistin die Darbietung und hin und wieder gab es auch eine kleine Gruppe, die in den Vordergrund trat. So zum Beispiel bei dem Song "Hail favored one", der als Duett und Zwiegespräch zwischen Maria und dem Erzengel Gabriel begann und als Terzett mit Joseph als dritter Stimme endete.

Eine persönliche Note bekam das Konzert durch kurze Geschichten, die die Chormitglieder zu verschiedenen Liedern erzählten. So berichtete Sänger Brian dem Publikum von seiner Suche nach Gott, die erst die Geburt seiner beiden Töchter beendete und wie der Song "When I think about the Lord" ihn jedes Mal daran erinnert: "Mir wurde klar, wenn ich meinen Kindern ihre Fragen zu Gott ehrlich beantworten möchte, dann muss ich meinen Glauben finden."

Die St. Annenkirche war für die 29 Sänger nur eine Station auf ihrer Rundreise durch das Saarland und die Westpfalz. In insgesamt sechs Kirchen und acht Altersheimen gibt der Calvary-Choir sein weihnachtliches Repertoire zum Besten, bevor es dann wieder zurück nach North Carolina geht, wo die Deutschlandreisenden den Rest des eigentlich 150 Stimmen starken Chors wieder vervollständigen.