Waldgehöferschaft „Urweiler Erben“ trifft sich zur Sitzung

Waldgehöferschaft „Urweiler Erben“ trifft sich zur Sitzung

Die Generalversammlung der Waldgehöferschaft "Urweiler Erben " findet am Mittwoch, 20. Januar, 20 Uhr, im Nebensaal des Gasthauses Rammacher 18, statt. Wichtigste Punkte sind der Jahresbericht des Vorstandes und ein Vortrag von Ortwin Kessler, Mitglied der Urweiler Erbengemeinschaft.

Er befasst sich seit Jahren mit der Geschichte der Urweiler Waldgehöferschaft und spricht über die fühere Nutzung des Waldes und die Niederwaldwirtschaft. Die Waldgehöferschaften gibt es nur im Raum Trier und im nördlichen Saarland. Wie die Urweiler Erbengemeinschaft entstanden ist weiß heute niemand mehr so richtig. Es gibt verschiedene Theorien. Eine besagt, dass etwa im 17. Jahrhundert die kleinen Landwirte des Ortes unter dem Druck der hohen Steuern ihren Waldbesitz an einen zahlungskräftigen Bauern übertragen haben. Der musste nun die Steuern bezahlen, ließ aber die früherer Besitzer weiter ihren Holzbedarf im Wald decken und verpflichtete sie, im Frondienst die Arbeiten zu verrichten. Eine andere datiert diese Bewirtschaftungsform auf die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg. Als alle Einwohner ermordet oder vertrieben waren und die Bischöfe von Trier aus anderen Teilen von Europa Leute in unserer Gegend ansiedelten. Dies alles ist aber geschichtlich nicht belegt. Der Sinn einer Mitgliedschaft in der Erbengemeinschaft in den vergangenen 150 Jahren bestand darin, dass die Mitglieder ihren Holzbedarf im Gemeinschaftswald decken konnten.

Ein Mitglied der Erbengemeinschaft besitzt Anteile und ist damit an der fast 180 Hektar großen Waldgehöferschaft beteiligt. Wer in die Gemeinschaft eintreten will, muss ein Mitglied finden, das seine Anteile verkauft. Meistens werden diese aber vom Besitzer an die Kinder vererbt.

Infos: Hermann Jenni, Tel. (0 68 51) 17 27 oder E-Mail:

jenni.hermann@t-online.de

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