Theater-Programm: Von Martin Luther bis zu den Blues Brothers

Theater-Programm : Von Martin Luther bis zu den Blues Brothers

St. Wendeler Theatergemeinschaft hat ein ausgewogenes Programm erarbeitet. Karten gibt es ab 11. September.

Namhafte Tournee-Theater mit bekannten Schauspielern gastieren von September 2017 bis April 2018 im Saalbau St. Wendel. Das Programm hat die Theatergemeinschaft St. Wendel zusammengestellt. Alle Aufführungen beginnen um 19.30 Uhr.
Den Auftakt macht a.gon-Theater aus München am Samstag, 30. September, mit der Gesellschaftskomödie „Paulette — Oma zieht durch“. Oma Paulette muss von Grundsicherung leben und ist dadurch verbittert, bösartig und rassistisch. Als der Gerichtsvollzieher auch noch die Möbel holt, reicht es ihr. Ab sofort dealt sie mit weichen Drogen. Zunächst ganz ungestört von der Obrigkeit, denn wer wird so etwas schon bei einer Frau ihres Alters erwarten? Sie muss sich nun aber die Neider und Konkurrenten aus der Unterwelt vom Halse halten.

Zum wiederholten Male hat die Theatergemeinschaft Schauspieler Helmut Zierl nach St. Wendel geholt. Zusammen mit Sandrine Guiraud spielt er in „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke. Foto: Jürgen Frahm/© Jürgen Frahm
Die Gesellschaftskomödie „Paulette  — Oma zieht durch“  gastiert am Samstag, 30. September,  im St. Wendeler Saalbau. . Foto: Wolfgang Brümmer
Franziska Traub spielt in „Was dem einen recht ist“. . Foto: Christine Fenzl/© Christine Fenzl
Doris Kunstmann kommt mit „Bella Figura“ nach St. Wendel. Foto: Marion Schroeder
Haio von Stetten erlebt in St. Wendel die Paar-Hölle. Foto: Gregor Hohenberg

Das materiell nun viel bessere Leben, wie auch die für den Geschäftserfolg unumgängliche Begegnung mit Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe, bewirken, dass Paulette ganz andere Seiten an sich entdeckt. Diese Komödie basiert auf dem gleichnamigen französischen Kinofilm. Es geht um die Überwindung von Altersarmut, soziale Ausgrenzung, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.
Zum 500. Jahrestag der Reformation zeigt die Agentur Theaterlust aus München am Freitag, 3. November, „Martinus Luther“. In diesem Schauspiel von John von Düffel wird gezeigt, wie Luther wurde, was er war. Und wie Luther aufhörte, Luther zu sein.
Am Montag, 4. Dezember, gastiert  das Rumänische Staatsballett Fantasio mit „Der Nussknacker“ im Saalbau. Die Tänzer der neu aufgebauten, jungen Ballettkompanie interpretieren Tschaikowskys Weihnachtsballett. Die Geschichte von Klara, ihrem Onkel Drosselmeier, dem zum Prinzen verwandelten Nussknacker und der Zuckerfee soll zum vorweihnachtlichen Familien-Erlebnis werden.
Die Schauspieler Doris Kunstmann und Heio von Stetten gastieren mit der Komödie „Bella Figura“ von der Konzertagentur Landgraf aus Titisee-Neustadt am Montag, 22. Januar 2018, in St. Wendel. Eigentlich will Boris nur mit seiner Geliebten Andrea Essen gehen. Im Restaurant trifft er die beste Freundin seiner Frau, deren Freund und dessen Mutter. Sie feiern den Geburtstag der Mutter; und Boris und Andrea müssen nun mitfeiern, mittrinken und taumeln in eine Groteske der Peinlichkeiten. Was folgt, ist das vom Publikum erhoffte eskalierende Beziehungsgemetzel der weltweit erfolgreichen Autorin Yasmina Reza. Während die gesellschaftliche Fassade immer mehr Risse bekommt, müssen die ertappten Fremdgeher aus der Paar-Hölle bella figura machen.
In „Was dem einen recht ist“  von Donald R. Wilde gastieren Saskia Vester und Franziska Traub am Sonntag, 4. Februar 2018, in St. Wendel. Auf dem 60. Geburtstag teilt der erfolgreiche Chirurg Paul seiner Frau Patricia in aller Öffentlichkeit mit, dass er ab sofort in eine neues Leben starten wird. Und dash nicht allein, sondern mit der 29-jährigen Krankenschwester Susan. Ein Glück, dass die geschockte Patricia eine gute Freundin hat, die sie auffängt und langsam wieder aufrichtet. Wobei der Umstand „älterer Mann mit wesentlich jüngerer Frau“ zumindest moralisch keine Rolle spielt. Ganz anders sieht es dagegen aus, als Patricia ihrerseits einen um Jahre jüngeren Mann kennenlernt.
In dem Schauspiel „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke am Dienstag, 6. März 2018, treffen sich zwei Paare zum berufsbedingten Wohnungstausch. Karrierefrau Hannah muss als Zen-Coach für Bankmanager nach Zürich; ihr Freund, der sensible Sebastian, soll sie begleiten. In ihre Wohnung ziehen währenddessen die Tier-Physiotherapeutin Magdalena und ihr Mann Roman, gespielt von Helmut Zierl. Der ist ein nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch noch im All voll vernetzter Alles-Im-Griff-Typ und das Gegenteil von Sebastian, der an der modernen Welt verzweifelt. Sebastian erkennt auf Anhieb seinen Erzfeind — im Gegensatz zu Hannah, die Gefallen an seinen Macherqualitäten von Roman findet. Umgekehrt wird Magdalena von Sebastians Melancholie magisch angezogen.
Die letzte Aufführung in der Theatersaison 2017/2018 ist am Samstag, 21. April 2018, das Musical „The Blues Brothers“ nach dem Kultfilm von John Landis. Ihr Markenzeichen: schwarzer Anzug, schwarzer Hut, schwarze Sonnenbrille. Ihre Mission: die Rettung des katholischen Waisenhauses mit Hilfe des Blues. Das sind die Brüder Jake und Elwood, kurz: die Blues Brothers. Sozusagen in göttlichem Auftrag trommeln sie ihre alte Band zusammen. Sie begehren gegen die Wohlstandsgesellschaft auf und kennen nur ein Ziel: das ultimative Blues-Konzert. Songs wie „Jailhouse Rock“, „Gimme Some Lovin“, „Stand By Your Man“ und „Everybody Needs Somebody To Love“ stehen auf dem Programm. Dabei wird John Landis Kultfilm aus dem Jahr 1980 nicht einfach nacherzählt; die Zuschauer erfahren vor allem viel über das wild bewegte Leben der beiden Komiker John Belushi und Dan Aykroyd, die als Männer hinter den Sonnenbrillen die Blues Brothers erst ins Leben gerufen haben.