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Von der Kriegergedächniskapelle zur Kirche

Von der Kriegergedächniskapelle zur Kirche

Die Kirchengemeinde blickt auf 80 turbulente Jahre zurück. Seit 1941 ist Urweiler eine unabhängige Kirchengemeinde. Seit 1986 wurde über eine halbe Million Euro für Renovierungsarbeiten investiert.

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien Urweiler-Leitersweiler feiert an diesem Sonntag, 27. September, den 80. Jahrestag der Kirchenweihe in Urweiler . Die Pfarrei St. Marien Urweiler-Leitersweiler gehörte stets zur Pfarrei St. Wendelin St. Wendel. Der Gedanke, in Urweiler eine Kirche zu bauen, hängt mit dem Bau eines Kriegerdenkmals zusammen, das man zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichten wollte. Dechant Matthias Heibges und Kaplan Jakob Kiefer schlugen vor, als Kriegerdenkmal eine Kapelle zur Schmerzhaften-Mutter-Maria zu bauen.

Kirche musste anbauen

In einer Bürgerversammlung am 20. März 1932 im Saale "Zur Krone" wurde beschlossen, eine Kriegergedächniskapelle zu errichten. Mit einer einzigartigen Gemeinschaftsleistung der Urweiler Bürger wurde diese Kapelle sehr schnell errichtet und am 14. Juli 1935 von Dechant Matthias Heibges eingesegnet. Die Kirche wurde für das rasch wachsende Dorf zu klein. Erst nachdem der Kettlerverein Wohnhäuser errichtet hatte, wagte man sich an die Planung der Kirchenerweiterung. Architekt August Josef Peter aus Zweibrücken, der auch die Kapelle entworfen hatte, wurde im Frühjahr 1952 mit der Planung der Kirchenerweiterung (Kirchenschiff und Turm) beauftragt.

Die Bauzeit dauerte von 1952 bis 1955. Erst mit der staatlichen Anerkennung als Kirchengemeinde am 3. September 1941 wurde Urweiler eine unabhängige Kirchengemeinde mit eigenem Kirchenvorstand. Am 12. Mai 1946 stellte der Kirchenvorstand bei der Bischöflichen Behörde in Trier den Antrag, Urweiler-Leitersweiler zur Pfarrei zu erheben. Erster Seelsorger wurde Peter Klein am 30. April 1939. Am 28. Mai 1943 wurde Walter Becker zum Vikar ernannt und dann am 6. August 1952 zum Pfarrer bestimmt. Zunächst wurde eine Krankenstation und ein Schwesternhaus erstellt, ein Pfarrhaus gebaut, eine Nähschule und ein Kindergarten eröffnet, die Kirche erweitert, ein Friedhof angelegt, Glocken angeschafft und ein Kettlerverein gegründet, der in zwei Bauabschnitten 68 Wohnhäuser erbaute. 1971 wurde eine Orgel angeschafft.

Am 3. Dezember 1972 wurde Günter Diedrich als neuer Pfarrer in sein Amt eingeführt und am 1. Oktober 1975 zum Definitor des Dekanates St. Wendel ernannt. Der Steyler Pater Peter Theodor wurde am 7. Januar 1979 als neuer Pfarrer eingeführt. Ab 1. Mai 1986 ist der Pfarrer von St. Wendelin St. Wendel, Bruno Holschbach, zugleich auch Pastor von St. Marien Urweiler-Leitersweiler. In seiner Amtszeit wurden mehr als eine halbe Million Mark für Reparaturarbeiten an und in der Kirche, am Kindergarten, Pfarrhaus und am ehemaligen Schwesternhaus sowie für Neuanschaffungen investiert: Neues Kirchendach, Reparatur Kirchenfenster, neues Kirchenportal, Sanierung Kirchturm und Reparatur Glockenstuhl, Ostwand des Kindergartens erneuert, Einrichtung der dritten Kindergartengruppe, Gestaltung des Platzes zwischen Pfarrhaus und Kindergarten, neuer Innenanstrich der Kirche, Umbau der Empore und Anschaffung einer neuen Orgel. Als neuer Pastor wurde Anton Franziskus am 27. November 1999 in sein Amt eingeführt. In seiner Amtszeit fiel der Antrag eines Kindergarten-Neubaues, der aber nicht verwirklicht wurde: Der Umbau des Seitenschiffes zu einem Pfarrsaal mit Küche und Toilettenanlage. Das alte Schwestern- und Pfarrhaus wurde abgerissen und das Umfeld der Kirche neu gestaltet.

Danach steht die Pfarrkirche zentral als Mittelpunkt im Ort und die baulichen Elemente kommen nun zur Geltung. In dem Abschlussgottesdienst am 2. Juli 2011 verabschiedete sich Pastor Franziskus. Als neuer Chef wurde Klaus Leist vom Bischof ernannt. Er ist auch gleichzeitig der Seelsorger der neuen Pfarreiengemeinschaft St. Wendel.

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AUF EINEN BLICKDas Pfarrfest beginnt am Sonntag, 27. September, um 10.30 Uhr mit einem Festhochamt in der Pfarrkirche unter Mitwirkung des Kirchenchores. Weiter geht's im Kulturzentrum "Zur Krone": Frühschoppen, Mittagessen, gemütliches Beisammensein, Kaffee und Kuchen, Auftritt des gemischten Chores 1892 Urweiler . Mit einem Dämmerschoppen wird die Zusammenkunft beendet. In einer Bilderausstellung dokumentieren die Heimatfreunde Urweiler (HFU) die Geschichte der St. Marien Kirche. Ebenfalls wird das heimatkundliche Heft Nr. 6 mit dem Titel "1930 bis 2015 - 80 Jahre Kirche und Pfarrei" zum Verkauf angeboten. hjl