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Volleyball-Zweitligist TV Bliesen unterliegt in Hammelburg mit 1:3

Volleyball : TV Bliesen: Corona-Hick-Hack vor Reise nach Bayern

In der 2. Liga Süd kassierten die arg dezimierten Volleyballer des TV Bliesen am Samstag ihre vierte Niederlage im vierten Spiel. Beim TV Hammelburg zog der Neuling vor 150 Zuschauern mit 1:3 den Kürzeren. Lange Zeit war unklar, wer überhaupt spielen kann.

Ganz unerwartet kam diese Niederlage nicht: Die Volleyballer des TV Bliesen haben am Samstag in einem Nachholspiel der 2. Liga Süd beim TV Hammelberg mit 1:3 verloren. Bliesen musste dabei ohne drei Stammspieler antreten, die bis zum vergangenen Sonntag in Quarantäne waren (wir berichteten).

Zudem konnte Steven Tarqinio nicht spielen: Eine Meniskusverletzung zwingt den Mittelblocker zu einer vierwöchigen Pause. Nicht mit von der Partie war außerdem Trainer Burkhard Disch aufgrund eines privaten Termins. Vertreten wurde Disch beim Nachholspiel von Co-Trainer Michel Beautier.

Der private Termin des Übungsleiters hatte schon länger festgestanden – und eigentlich wäre der TV Bliesen am Samstag auch spielfrei gewesen. Denn die Partie in Hammelburg hätte ursprünglich am 19. September ausgetragen werden sollen. Sie wurde aber verlegt, weil aufgrund der damaligen Corona-Verordnungen in Bayern wenige Tage vor Spielbeginn noch nicht klar war, ob das Ansetzen der Partie erlaubt ist (wir berichteten).

Corona-Bestimmungen hatten den TV auch unmittelbar vor der Abreise nach Hammelburg am Samstag noch fest im Griff. „Es war ein ziemliches Hick-Hack, bis überhaupt klar war, ob wir spielen“, berichtete Disch. Der Grund: Da der Landkreis St. Wendel als Corona-Risikogebiet gilt, müssen alle Akteure des Clubs vor der Reise zu einem Auswärtsspiel gemäß der Regeln der Volleyball-Bundesliga (VBL) einen negativen Corona-Test vorweisen.

Bei Zuspieler Philipp Sigmund und dem Luxemburger Maurice van Landeghem trudelte dieses Negativ-Ergebnis erst wenige Minuten vor der geplanten Abfahrt ein. „Hätte ihr Testergebnis nicht vorgelegen, wäre das Spiel wohl ausgefallen. Dann hätten wir nämlich weniger als acht einsatzfähige Spieler gehabt. Dann wäre es nach den VBL-Regularien zu einer Absage gekommen“, erläutert Disch.

Die momentanen Begleitumstände sorgen dafür, dass sich die Freude auf den Sport beim TV ganz stark in Grenzen hält: „Man kann fast nur von Tag zu Tag und manchmal sogar nur von Stunde zu Stunde planen. Das ist schon extrem belastend“, findet Disch. Eine Woche vor dem Spiel in Hammelburg musste bereits das Heimspiel gegen die FT 1844 Freiburg wenige Stunden vor Spielbeginn abgesagt werden.

Trotz aller Widrigkeiten zog sich Bliesen in Hammelburg übrigens gut aus der Affäre: „Die Jungs haben das sehr gut gemacht“, urteilte Disch, der die Partie via Live-Stream verfolgte. Nachdem der Aufsteiger den ersten Satz mit 25:23 gewonnen hatte, lag er auch im zweiten Satz zunächst klar vorne (11:6). Hammelburg drehte die Partie aber und gewann den Durchgang am Ende mit 25:22.

Danach waren die Gastgeber das dominierende Team. Die beiden folgenden Sätze gewann der neue Tabellensiebte aus Bayern klar mit 25:16 und 25:18. „Der Gegner hat ab dem zweiten Satz die Lücken gefunden. Wir hatten ab diesem Zeitpunkt in der Annahme keine Mittel mehr und waren dadurch leicht auszurechnen“, analysierte Disch.

Philipp Sigmund musste lange warten. Sein negatives Test-Ergebnis kam erst kurz vor der Abfahrt. Foto: TV Bliesen Foto: Pons/TV Bliesen

Ob dies auch der Fall gewesen wäre, wenn die Gäste in voller Personalstärke auf dem Feld gestanden hätten, ist natürlich schwer zu sagen. Bliesen rutschte durch die Niederlage und den Punktgewinn des bisherigen Schlusslichts Volley Youngstars Friedrichshafen (2:3 am Sonntag beim SV Schwaig) auf den letzten Platz ab. Sein nächstes Spiel bestreitet der TV am 31. Oktober um 19 Uhr zu Hause gegen den Tabellenelften TG Mainz-Gonsenheim.