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Volleyball: TV Bliesen feiert wichtigen Sieg gegen Friedrichshafen

Volleyball : Bliesen schöpft neuen Mut im Abstiegskampf

Volleyball-Zweitligist bezwingt im Kellerduell Friedrichshafen mit 3:1 und verkürzte den Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Die ganz großen Jubelstürme gab es nicht. Dabei hatten die Volleyballer des Zweitligisten TV Bliesen am Samstag um Punkt 19 Uhr im Sportzentrum St. Wendel gerade die Volley YoungStars Friedrichshafen mit 3:1 bezwungen. Die Stimmungslage nach dem Erfolg des Tabellenvorletzten gegen das sieglose Schlusslicht ließ sich eher als kollektives Aufatmen beschreiben. „Endlich haben die Jungs sich einmal belohnt“, pustete Bliesens Sportlicher Leiter Gerd Rauch durch. Zuvor hatte der TV in diesem Kalenderjahr nämlich noch keine Partie gewonnen. Neun Niederlagen in Folge hatte der Aufsteiger hinnehmen müssen.

„Es ist jedem ein Stein vom Herzen gefallen, und es war befreiend, mal wieder zu gewinnen, auch wenn wir in dieser Partie sicherlich der Favorit waren“, atmete Fynn Krämer auf. Der 16-Jährige hatte am Samstag für Bliesen erstmals in der 2. Liga von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld gestanden.

Für seine Leistung erhielt der Nachwuchs-Akteur auch ein Lob von seinem Ex-Trainer: Philipp Sigmund, der mittlerweile als Jugend-Landestrainer in Baden-Württemberg arbeitet, war mit den Gästen angereist, weil der Großteil des Friedrichshafener Kaders in seinen Auswahl-Teams spielt.

„Fynn hat das gut gemacht. Er hat starke Aufschläge gezeigt und zwei, drei Bälle in wichtigen Situationen hervorragend gerettet“, lautete Sigmunds Urteil. „Wenn Fynn etwas jünger wäre, würde ich seine Eltern mal fragen, ob sie nicht nach Baden-Württemberg umziehen wollen“, ergänzte der Trainer lachend.

Sein Nachfolger in Bliesen, Burkhard Disch, war nach dem Erfolg gegen das Team vom Bodensee ebenfalls froh: „Wir sind erleichtert, dass wir gewonnen haben – und vor allem auch, dass wir drei Punkte geholt haben.“ Dadurch verkürzte Bliesen nämlich den Rückstand auf die TGM Mainz-Gonsenheim, die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht, auf vier Punkte. Mainz hat zudem schon eine Partie mehr absolviert als die Nordsaarländer.

Dank des Endes der Sieglos-Serie ist in Bliesen jetzt auch der Glaube an den Ligaverbleib wieder zurück. „Wir leben noch, und es kommen noch genug Spiele. Wir werden uns noch nicht geschlagen geben“, kündigte Disch an.

Bis der Sieg gegen Friedrichshafen unter Dach und Fach war, musste der Aufsteiger allerdings einige brenzlige Momente überstehen. Bliesen begann nervös. Zudem funktionierte die taktische Maßnahme, Angreifer David Hancock in die Annahme zu beordern, um dort stabiler zu sein, erst mit etwas Anlaufzeit.

Bliesen lag im ersten Durchgang mit 14:20 zurück, bekam dann aber noch die Kurve – und holte sich den Satz, nachdem Aaron Neumann einen Schmetterball verwandelte, mit 25:23. Durchgang zwei ging dann sogar in die Verlängerung. Der TV vergab zunächst drei Satzbälle, ehe Steve Weber ein extrem wichtiger Punkt gelang. Der Luxemburger schmetterte die Kugel an der linken Außenlinie entlang zum 26:24 ins gegnerische Feld.

Auch Satz drei war spannend bis zum letzten Ballwechsel: Bliesen wehrte zunächst einen Satzball ab und hatte dann nach einem wuchtigen Schlag von Hancock Matchball (25:24). Doch danach gelangen dem Tabellenletzten drei Punkte in Folge – und damit der Satzgewinn.

Die Gastgeber ließen sich davon ein paar Augenblicke aus dem Konzept bringen – und musste im vierten Satz einem 1:5-Rückstand hinterherlaufen. Die Partie drohte zu kippen, doch dann raffte sich Bliesen noch einmal auf. Nach exakt zwei Stunden legte Zuspieler Máni Matthíasson für den Amerikaner Steven Tarquinio auf – und der verwandelte zum 25:22 für Bliesen und damit zum extrem wichtigen Sieg.

Bereits 23 Stunden danach stand die Mannschaft wieder auf dem Feld. Im Heimspiel gegen den Tabellenvierten TSV Mimmenhausen war der Abstiegskandidat allerdings chancenlos. Bliesen verlor mit 0:3 (10:25, 22:25, 20:25). „Wir sind nicht reingekommen und hatten eigentlich nur eine Phase, wo wir das spielen konnten, was wir spielen wollten“, analysierte Disch. Das war im zweiten Satz, als der TV zwischenzeitlich mit 18:14 führte – doch dann drehten die Gäste wieder auf.

Für den TV steht nun am Samstag das letzte von fünf Heimspielen in Folge an. Um 17 Uhr empfängt der Abstiegskandidat den Tabellendritten TV Hammelburg. Mittlerweile wurde auch die vor einer Woche wegen einem Schaden am Hallenboden abgebrochene Partie gegen die FT Freiburg neu terminiert. Das Spiel findet am Samstag, 17. April, ab17 Uhr statt.