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Volleyball: TV Bliesen empfängt den TuS kriftel

Volleyball : Kenny und die Currywust

Ryan Kenny, lange verletzter Zuspieler des Volleyball-Drittligisten TV Bliesen, wird an diesem Samstag sein Heimdebüt ge- ben – im Top-Duell gegen Spitzenreiter Kriftel. Der Amerikaner fühlt sich in Bliesen wohl – und hat sich ins Essen verliebt.

Die lange Leidenszeit von Ryan Kenny ist endlich vorbei. Der 26-jährige Volleyballer, der einen amerikanischen und einen britischen Pass besitzt, war vor der Saison zum Drittligisten TV Bliesen gekommen. In der Vorbereitung machte der Zuspieler einen richtigen starken Eindruck – bis er Ende August in einem Vorbereitungsturnier an der Saarbrücker Sportschule zu einer folgenschweren Aktion ansetzte: „Ich habe versucht, mit einem Sprung einen Ball zu erreichen und bin dabei seltsam aufgekommen“, berichtet Kenny.

Die Folge: Eine schwere Schulterverletzung. Kenny musste operiert werden – und erlebte danach eine schwere Zeit. Schließlich war er extra zum Volleyballspielen nach Deutschland gekommen. Und genau dies konnte der Zuspieler bislang nicht tun. „Es war wirklich hart, weil ich mit meiner Schulter gar nichts machen konnte“, gibt der 26-Jährige zu.

Doch mittlerweile ist Kenny wieder fit, seit einigen Wochen trainiert der Amerikaner. Und am vergangenen Samstag stand er bei der 2:3-Niederlage des TV in Konstanz auch zum ersten Mal als Spieler am Netz. „Ich bin im zweiten Satz reingekommen. Es war gut, wieder spielen zu können“, freut sich der Neuzugang. „Ich würde sagen, von der Beweglichkeit bin ich schon bei 80 oder 90 Prozent. Aber ich brauche noch ein wenig Training, um mein Selbstvertrauen zu steigern.“

Vom Trainer gab es jedenfalls Lob. „Dafür, dass er so lange pausieren musste, hat Ryan seine Sache in Konstanz richtig gut gemacht“, sagte Michael Hefter nach dem Comeback seines Zuspielers. Und so wird der aus New Jersey stammende Kenny auch an diesem Samstag wieder ans Netz gehen, wenn Bliesen (Tabellendritter) um 20 Uhr zum Topspiel Spitzenreiter TuS Kriftel (mit dem ehemaligen Bliesener Lukas Scholtes) empfängt. „Ich bin sehr aufgeregt und freue mich endlich einmal vor unserem tollen Publikum spielen zu können“, sagt Kenny.

Dass er dabei mit seiner Mannschaft dem souveränen Ligaprimus die zweite Saisonniederlage beibringt, hält der Zuspieler durchaus für möglich. „Wir haben zwar in Kriftel mit 1:3 verloren, aber auch dort hätten wir gewinnen können. Wenn wir uns im Aufschlag und in der Annahme gegenüber diesem Spiel verbessern können, ist ein Sieg möglich“, analysiert der 26-Jährige.

Die genaue Analyse kommt auch daher, dass Kenny trotz seines jungen Alters schon über Erfahrung als Trainer verfügt. „Ich habe, als ich in England beim Erstligisten Team Durham gespielt habe, dort die zweite und dritte Mannschaft trainiert“, verrät Kenny. Und auch beim TV Bliesen wurde er schon in die Arbeit als Übungsleiter eingebunden. „Während meiner Verletzung habe ich Michael Hefter unterstützt, gerade bei der Arbeit mit den anderen ausländischen Spielern.“

Auch in einem Pflichtspiel saß Kenny schon auf der Bank. Als Trainer Hefter beim Gastspiel beim TSV Stuttgart im Dezember berufsbedingt verhindert war, übernahm der Amerikaner das Coaching (unterstützt von Bliesens Ex-Übungsleiter Gerd Rauch). Sein Debüt als Drittliga-Trainer war sogar von Erfolg gekrönt: Bliesen siegte mit 3:1.

Kennys Vertrag läuft übrigens nach dieser Spielzeit aus. „Aber ich führe derzeit mit dem Verein Gespräche, um eventuell noch eine weitere Saison hier zu spielen, denn es gefällt mir wirklich gut in Deutschland“, erzählt der 26-Jährige. „Ich mag die Kultur und die Sprache, die interessant ist. Ich versuche, sie auch ein wenig zu lernen.“ Dann ergänzt Kenny lachend. „Und ich mag das Essen hier. Vor allem Curry-Wurst.“