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Volleyball: Premiere für den TV Bliesen in der 2. Bundesliga

Volleyball : Corona hat manchmal auch was Gutes

Volleyball: Bliesens letztjähriger Spielertrainer Philipp Sigmund blieb dem Zweitliga-Aufsteiger nun doch als Spieler erhalten.

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“, diese Redensart lässt sich perfekt auf das Engagement von Philipp Sigmund bei den Volleyballern des TV Bliesen übertragen. Im Sommer 2019 war der heute 27-Jährige als Spieler vom USC Konstanz ins Saarland gekommen. Doch bereits nach dem zweiten Spieltag wurde der Zuspieler, nachdem sich der Verein und Übungsleiter Michael Hefter trennten, zum Spielertrainer „befördert“. Sigmund verzichtete daraufhin weitestgehend auf Einsätze auf dem Feld, um sich voll und ganz seiner Tätigkeit auf der Bank zu widmen. Mit Erfolg: Unter der Regie des jüngsten Trainers der Liga tütete Bliesen Ende Februar durch einen 3:0-Sieg gegen die TG Rüsselsheim II den Aufstieg in die 2. Liga ein.

Während der Feierlichkeiten verriet Sigmund dann aber, dass er den Trainer-Job an den Nagel hängt  und den Verein wohl verlässt – um sich ganz auf seine Doktorarbeit im Bereich „Förderung im Spitzensport“ zu konzentrieren. Intern hatte er dies  schon länger bekannt gegeben.

Doch wenn Bliesen an diesem Samstag um 19 Uhr die Blue Volleys Gotha zum ersten Zweitliga-Spiel der Vereinsgeschichte im Sportzentrum St. Wendel empfängt, wird Sigmund nun doch als Spieler und Kapitän auf dem Feld stehen. 

„Normalerweise wäre ich in den kommenden Monaten an den Wochenenden ständig für meine Doktorarbeit im Einsatz gewesen“, berichtet Sigmund. „Doch wegen Corona fallen Veranstaltungen wie Wettbewerbe oder Kongresse aus. Deshalb kann ich nun doch spielen.“ An seine neue Aufgabe, nicht mehr Trainer, sondern „nur noch“ Spieler zu sein, hat sich der 27-Jährige schnell gewöhnt. „Diese Umstellung ist mir nicht schwer gefallen“, sagt er.

Dass Sigmund geblieben ist, ist für Bliesen ein Glücksfall – denn der Zuspieler ist einer der wenigen Akteure im Kader, die bereits über Zweitliga-Erfahrung verfügen. Von 2009 bis 2013 ging der Baden-Württemberger dort für die „Volley Youngstars Friedrichshafen“ (die zweite Mannschaft des deutschen Rekordmeisters VfB Friedrichshafen) ans Netz.

Auch wenn das schon ein wenig her ist, kann Sigmund doch gut einschätzen, worauf es für Bliesen in der neuen Liga ankommt. „Das lässt sich in einem Satz sagen: Wir dürfen nur wenig Fehler machen“, erklärt der 27-Jährige. „Ein paar einfache Fehler kann man sich in der 3. Liga noch leisten, in der 2. Liga aber nicht mehr.“

Sigmund ist aber optimistisch, dass der TV für die neue Spielklasse gut gerüstet ist. „Wir haben einen breiten Kader, was bei 28 Saisonspielen auch wichtig sein wird. Auch vom Potenzial her sehe ich uns in der Lage, den Klassenverbleib zu schaffen.“

Bei der „Mission Ligaverbleib“ wird Sigmund – getreu der Redensart „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ – auch im Auswärtsspiel beim TV Hammelburg mithelfen können. Diese Partie sollte ursprünglich am 19. September ausgetragen werden. Zu diesem Termin wäre der Zuspieler nicht dabei gewesen, da er einen Tag vorher in seiner Heimat am Bodensee seine Freundin Selina heiratet. Doch mittlerweile wurde die Partie in Hammelburg auf den 17. Oktober verlegt. „Das kam mir super gelegen“, freut sich Sigmund.