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Virtueller Manga- Workshop der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel

Virtueller Workshop der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel : Schöpfer einer eigenen Manga-Welt sein

Dienstag startet bei der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel ein virtueller Workshop für Jugendliche. Unter Anleitung einer Künstlerin sollen Comic-Szenen auf dem Tablet entstehen.

Sie macht schon was daher, die moderne Ausrüstung mit Tablets, Zeichen- und Grafikboards sowie den passenden Stiften. Zawhea Totin von der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel hat die zurückliegenden Tage damit verbracht, die Geräte auf ihren Einsatz vorzubereiten. Ab Dienstag, 17. August, werden sie nämlich gebraucht – für einen virtuellen Manga-Workshop. Diesen anbieten zu können, darauf sind Totin und das Bibliotheksteam stolz. Möglich gemacht hat es „Total Digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien”. Das Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands hat innerhalb der zweiten Förderphase von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung den Antrag der St. Wendeler Einrichtung bewilligt. Neben der technischen Ausstattung für die zehn teilnehmenden Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren konnte außerdem eine professionelle Künstlerin engagiert werden: Hannah Kühn. Sie leitet den Workshop, steht den Jugendlichen mit Tipps und Tricks zur Seite. „Es soll eine eigene Geschichte oder eine Szene im Manga-Stil entstehen“, erklärt Totin. In ihrer Jugend sei sie selbst Manga-Fan gewesen. „Viele interessieren sich auch für den Hintergrund von Manga. So lernen sie etwas über die japanische Kultur“, weiß die Bibliotheksmitarbeiterin, die für den Bereich Kinder- und Jugendliteratur zuständig ist.

Mangas haben ihren Ursprung in Japan. Die ältesten bekannten Vorläufer der Comic-Kunst sind Zeichnungen und Karikaturen aus dem frühen achten Jahrhundert. Wie Totin berichtet, gab es ab dem späten 17. Jahrhundert Holzschnittbilder, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der westliche Einfluss spürbar. Als ein Wegbereiter des modernen Manga gilt Osamu Tezuka. „Er wurde beeinflusst vom Stil der Disneyfilme“, so Totin. Schnell verbreitete sich der Comic-Stil über die Grenzen Japans hinaus, erreichte auch Deutschland.

Mangas sind beliebt bei jungen Lesern. „Die Story geht schnell voran“, nennt Totin einen Grund hierfür. So geht das mit dem Lesen entsprechend flott, die Handlung wird in Wort und Bild beschrieben. Die Begeisterung für die japanischen Comics beginne bei den Jungs oft schon ab er der dritten Klasse, in der Pubertät interessieren sich meist die Mädchen für Mangas. Als Beispiele für beliebte Comics nennt Totin die Reihe „Naruto“. Im Mittelpunkt steht der Weg eines Jungen, der oberster Ninja seines Dorfes werden soll. In „One Piece“ geht es um eine Schatzsuche. Die Thematik sei breit gefächert.  „Seit wir den Manga-Bereich deutlich aufgestockt haben, kommen mehr Jugendliche in die Bibliothek.“

Dass sich jetzt für junge Leute die Gelegenheit ergibt, eigene Manga-Szenen zu gestalten, ist für Totin „eine tolle Sache“. „So können die Teilnehmer Neues kennen lernen und sich selbst ausprobieren.“ Totin wird den Workshop virtuell begleiten. Sieben Termine sind angesetzt. Zum Abschluss ist am Samstag, 28. August, eine Präsentation der entstandenen Zeichnungen im St. Wendeler Museum geplant. Totin ist schon gespannt auf die Ergebnisse der jungen Kreativen.

Die Geräte bleiben übrigens nach Workshop-Ende in der Bibliothek. „Das gibt uns die Gelegenheit, auch in Zukunft virtuelle  Angebote zu realisieren“, freut sich Totin.

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