Konzept: Vier Leitthemen für St. Wendels Zukunft

Konzept : Vier Leitthemen für St. Wendels Zukunft

Bürgermeister Peter Klär (CDU) erläutert Eckpunkte des Stadtentwicklungsplans. Ein Großprojekt dürfte die Gestaltung der Bahnhofstraße werden.

Wer in Sachen Städtebauförderung künftig Fördergelder von Bund oder Land haben möchte, der braucht ein Konzept. Das ist ein Grund dafür, dass St. Wendel ein Stadtentwicklungskonzept bis 2030 erstellt hat. Dieses hat der Stadtrat jüngst einstimmig abgesegnet (siehe Text unten).

Im SZ-Gespräch skizziert Bürgermeister Peter Klär (CDU) noch einmal den Weg hin zu dem 400 Seiten starken Werk und erläutert dessen Grundideen. Begonnen hat alles im Herbst 2015 mit einer Befragung der St. Wendeler Bürger. Wie sehen sie die Stadt? Wie soll sich diese entwickeln? Das wollte die Verwaltung unter anderem wissen. In einem nächsten Schritt wurde das Büro Kernplan beauftragt, ein städtebauliches Konzept zu erstellen. Es gab Gespräche in den Stadtteilen. „Auch hier konnten sich die Bürger einbringen“, sagt Klär.

Unterm Strich haben sich so vier Leitthemen für die Kreisstadt St. Wendel ergeben. Eines beschäftigt sich mit Gewerbe, Handel, Grundversorgung, Wirtschaft und Energie, eines mit Wohnen. Die Schlagworte Familie, Soziales, Bildung und Vereine gehören zu einer dritten Säule. Das vierte Leitthema bildet ein Komplex aus Tourismus, Sport, Kultur, Freizeit und Umwelt. „Darauf wollen wir uns in den nächsten Jahren ausrichten.“

Dem Verwaltungschef ist es nach eigener Aussage wichtig gewesen, dass alle Stadtteile in dem Entwicklungsplan vertreten sind. Ein eigenes Konzept soll in der Altstadt verfolgt werden. Hier sind unter anderem Wohnen und Einkaufen zentrale Themen. Bei letzterem sei auch St. Wendels Kaufmannschaft gefragt. Nach einem Besuch auf dem Umwelt-Campus in Birkenfeld ist in Klär die Idee gereift, Studenten Wohnraum in der Kreisstadt anzubieten. Er sieht die jungen Leute in typischen Altbauwohnungen — mittendrin im Geschehen.

„Jedes Dorf hat sein eigenes Sanierungsgebiet bekommen“, erläutert Klär. Privatleute, die in diesem Gebiet Eigentum haben, können von steuerlichen Vorteilen profitieren. Der Bürgermeister macht ein Beispiel: Ein Eigentümer wendet sich an die Stadtverwaltung mit dem Plan, seine alte Scheune in Wohnungen umzubauen. Dies wird geprüft. Wenn alles passt, gibt es einen Stempel, der das Vorhaben absegnet. Damit geht es dann zum Finanzamt. Die große Stärke der Dörfer sei das Thema Wohnen. „Hier können Menschen auf dem Land leben und haben eine attraktive Stadt ganz in ihrer Nähe“, sagt Klär.

Zu einem Großprojekt könnte die Gestaltung der Bahnhofstraße inklusive des Bahnhofumfeldes werden. Um hier konkret in die Planungen einsteigen zu können, möchte Klär ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben. Denn die Straße ist eine Landstraße und daher nicht im Besitz der Stadt. Das heißt, Veränderungen in Sachen Verkehrsführung müssten abgesprochen und genehmigt werden. Es gibt Überlegungen, die Fußgängerunterführung zu schließen. Aber auch dazu braucht es das Gutachten. Da in den nächsten Jahren Kanalarbeiten in der Bahnhofstraße anstehen, möchte der Verwaltungschef bis dahin wissen, wie die Gestaltung überirdisch aussieht. Ein umgestaltetes „Einstiegsportal in die Stadt“ schwebt ihm vor.

Ein weiteres Thema in Sachen Stadtentwicklung ist die Elektromobilität. Außerdem wäre für Klär ein Programm zur Gestaltung von Häuserfassaden vorstellbar. Denn Städtebaumittel könne die Kommune auch an Privatleute weitergeben. St. Wendel sei eine alte Stadt. Aber: „Wir sind aus Tradition modern“, sagt Klär. Das Stadtentwicklungskonzept sei dynamisch. Jahr für Jahr müsse festgelegt werden, in welchem Bereich Fördergelder in Anspruch genommen werden. Immer wieder gebe es Fördertöpfe zu bestimmten Thema. Gerade sei Energie im Fokus.

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär. Foto: B&K- Bonenberger & Klos/B&K Fotograf Bonenberger

Fakt ist, im kompletten Stadtgebiet St. Wendels wird sich einiges verändern und entwickeln. Doch das ginge nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der die nächsten Jahre bis 2030 betrifft.

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