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Viele Vorschläge für die Saison-Fortsetzung

Fußball : Viele Vorschläge für die Saison-Fortsetzung

Der Saarländische Fußball-Verband (SFV) hat am Mittwoch die Aussetzung des Ligabetriebs bis zum 15. Januar beschlossen. Viele Vereine im Landkreis St. Wendel begrüßen diesen Schritt – und haben sich Gedanken gemacht, wie es weitergehen könnte.

Die saarländischen Fußballer haben sich in die Winterpause verabschiedet. Die Entscheidung des Saarländischen Fußball-Verbandes, den Spielbetrieb bis mindestens zum 15. Januar 2021 ruhen zu lassen (wir berichteten), kam wenig überraschend.

Und die meisten Vereine halten den Beschluss angesichts immer noch hoher Covid-19-Fallzahlen für richtig. „Es macht keinen Sinn zu spielen, wenn die Gesundheit auf dem Spiel steht“, sagt Adrian Harasimiuc, Sportlicher Leiter beim Bezirksligisten SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf. „Wir vertrauen dem, was die Wissenschaft sagt und deshalb ist es die einzige vernünftige Lösung“, findet Peter Krämer, Trainer des Landesligisten TuS Nohfelden.

Bis Ende November gilt bundesweit ohnehin noch ein Amateursportverbot. Im Saar-Fußball wären im Dezember nur noch zwei Spieltage ausgetragen worden, dann hätte auch unter normalen Umständen die Winterpause angestanden. So sind die Auswirkungen der neuerlichen Verlängerung der Spielbetriebs-Aussetzung für die Clubs vergleichsweise gering.

Aber wie soll es im kommenden Jahr weitergehen? Wenn die Saison noch regulär zu Ende gespielt werden soll, müssten eine ganze Reihe von Nachholspielen in ein enges Zeitfenster gepackt werden. „Ich bin der Meinung, dass vor März nicht wieder gespielt werden kann“, sagt Harasimiuc. Dann die Runde komplett mit englischen Wochen „durchzupeitschen“, wäre für ihn keine Option. „Die Verletzungsgefahr würde steigen. Zudem hat fast jede Mannschaft Schichtarbeiter oder Akteure, die irgendwo auswärts studieren.“

Klaus Hoffmann, Übungsleiter beim Kreisligisten SV Remmesweiler, sieht das ähnlich: „Berufsbedingt hätten wir unter der Woche nie das komplette Team zur Verfügung. Zudem hätten die Spieler dann keine Zeit, kleinere Verletzungen auszukurieren.“

Pascal Bach, Trainer des Saarlandligisten SV Hasborn hält extrem viele englische Wochen (sein Team hat erst sechs Begegnungen absolviert, während es bei den meisten Ligakonkurrenten acht oder neun sind) ebenfalls für kaum durchführbar. Sein Alternativvorschlag: „Ich würde jetzt eine Tabelle anhand der Quotientenregel ausrechnen und die Liga in zwei gleichstarke Staffeln einteilen. Zum Beispiel der Tabellenführer und der Dritte kommen in Gruppe A, der Zweite und der Vierte in Gruppe B.“ Dann ständen in Ligen mit 16 Teams nur noch 14 statt 24 Saisonbegegnungen an.

Eine Teilung der Ligen – allerdings nach einer anderen Herangehensweise – schwebt auch Hoffmann vor: „Meine Idee wäre, die Hinrunde noch zu Ende zu spielen und dann die Liga in drei Gruppen zu teilen, in der jede Mannschaft einmal gegeneinander spielt“, berichtet der 52-Jährige.

Das könnte so aussehen, dass die ersten fünf um den Aufstieg spielen, die Teams auf den Plätzen sechs bis zehn um die Mittelfeld-Ränge und die Mannschaften auf den hinteren Plätzen gegen den Abstieg. Auch dann wären – je nach Gruppeneinteilung – noch rund 14 Begegnungen auszutragen. Die Ergebnisse aus der Hinrunde könnten in Form von „Bonuspunkten“ teilweise berücksichtigt werden. „Dann hätten wir auch noch einen hohen Wettbewerbscharakter“, findet Hoffmann.

Krämer könnte sich sogar mit einer noch weiter verkürzten Saison anfreunden: „Ich denke, jeder Verein hätte Verständnis dafür, wenn nur noch die Vorrunde beendet wird.“ Damit könnte auch Scheuern-Steinbach/Dörsdorf leben. „Vielleicht sollte man das zuerst mal ins Auge fassen und dann, wenn noch Zeit ist, eine Art Play-Offs spielen“, erläutert Harasimiuc.

Im Landkreis St. Wendel scheinen die Verfechter des Modells, die Saison mit Hin- und Rückrunde komplett zu Ende zu spielen, in der Minderheit. In anderen Landkreisen gibt es aber (vor allem bei Clubs in höheren Ligen) Befürworter davon. Jens Kiefer, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der SV Elversberg (dessen Teams in der Jugend-Regionalliga und in der Herren-Oberliga spielen) sagt: „Es sollten noch so viele Partien wie möglich gemacht werden. Eine Verkürzung der Saison wäre einfach nicht gerecht. Manche Vereine hätten Vorteile davon, andere dagegen Nachteile.“

Adrian Harasimiuc von der SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf glaubt nicht, dass vor März gespielt wird. Foto: FNS
Pascal Bach, Trainer SV Hasborn, würde die Ligen gerne aufspliten. Foto: Kerosino Foto: Kerosino/Achim Thiel

Thomas Recktenwald, Spielausschuss-Vorsitzender des Verbandsligisten SG Marpingen-Urexweiler hat dagegen nur einen Wunsch. Die SG war schon direkt von Corona betroffen, Spieler des Vereins mussten in Quarantäne, Begegnungen abgesagt werden. „Ich kann mit jeder Lösung leben, Hauptsache wir können wieder zur Normalität zurückkehren“, erklärt Recktenwald. „Es wäre auch gerade für Kinder und Jugendliche extrem wichtig, dass sie sich beim Sport mal wieder austoben können.“