Viel Feuer Licht und Grusel Damit Fratzen die Nachbarn erschrecken

Viel Feuer Licht und Grusel Damit Fratzen die Nachbarn erschrecken

Halloween-Feten ziehen vermehrt Deutsche in ihren Bann. Doch nicht nur Kinder folgen dieser uns eigentlich fremden Tradition. In Mosberg-Richweiler sowie in Theley waren Menschen gruselig-schön unterwegs.


Kleine Hexen, Zauberer und Gespenster haben den Schaumberg in Beschlag genommen. Halloween war in Theley angesagt, um das ursprüngliche Herbstfest der Druiden aus England zu feiern.

Spaß hatten auch Helen Schlaup und ihre Freundin Luise Neis. Die zehnjährigen Mädchen aus Theley waren mit Zauberhut, essbaren Glubsch-Augen und Schnitzmesser bestens ausgestattet. Helens Mutter Nicole hatte an einer extra aufgestellten Bude zwei Kürbisse für die Kinder organisiert. Schon gingen die Mädchen zu Werke und verpassten den Früchten mit Messern ein gruseliges Aussehen. Die Freundinnen seien jedes dabei, um die Fratzen zu gestalten. "Wenn man die Technik raus hat, geht das ganz leicht", berichtet Helen. Und schon ist sie wieder bei der Sache, schneidet mit flinken Griffen Augen und zähnefletschenden Mund in ihren Kürbis.

Viele jüngere Besucher ließen sicherheitshalber ihre Eltern diese Arbeit übernehmen. So auch Corina Wagner und Axel Jung aus Primstal, die sich für ihre fünf- und siebenjährigen Kinder ins Zeug legen. Corinna Wagner: "Unsere Kinder sind noch zu klein für das Schnitzen, und mir macht das so viel Spaß."

Helen Schlaup und Luise Neis gönnen sich zwischendurch eine Verschnaufpause und naschen ihre Marshmallow-Glubsch-Augen. Die Mädchen kichern, als beim Zubeißen ein rotes Gelee herausläuft. Dass Halloween kein typisch deutsches Fest ist, wissen die Freundinnen aus der Schule. Am Morgen sollen Kinder über ihre Lehrer mit einer irischen Halloween-Story die Geschichte und Herkunft erfahren haben.

Auf dem Schaumberg , wo sich nach Angaben von Timo Groß als Vertreter der Gemeinde am Tag rund 500 Besucher versammelt hatten, wurde nicht nur gebastelt, sondern auch gezaubert. Helen und Luise lockte es wie andere auch zur Bühne und, wo sie gebannt die Show des Magiers Ted McKoy verfolgten. Der Schotte, seit 1998 beim Festival der Straßenzauberer in St. Wendel dabei, weiß, mit lockeren Sprüchen die Jüngsten zu begeistern. Kinder malten mit ihm wild Bilder in die Luft und vollbrachten magische Bewegungen. Anschließend ging's zum Lagerfeuer, wo Mercedes Oeß in ihrem langen Hexenkostüm schon wartete. Hier konnten die Kinder mit der Umweltpädagogin Stockbrot backen. Für den Fackelzug entschieden sich einige Ältere, der sich bei Einbruch der Dämmerung den Schaumberg hinaufbewegte.

Übrigens: Die Kürbisse wurden zu Hause vor der Tür aufgestellt. Im Inneren erleuchtete Kerzenschein, damit die Gruselfratzen auch den richtigen Ausdruck erhielten. Mit Mutter Nicole zogen Helen und Luise anschließend von Haus zu Haus, um von ihren Nachbarn jede Menge Süßes zu ergattern.

Produktion dieser Seite:

Melanie Mai, mcg,

Luise Neis (rechts) und Helen Schlaup gingen mit Feuereifer an die Arbeit, diese Kürbisse zu Gruselmasken zu fertigen. Foto: Marion Schmidt. Foto: Marion Schmidt

Matthias Zimmermann

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