1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Verwirrung und Spaß am laufenden Band

Verwirrung und Spaß am laufenden Band

Drunter und drüber ging es bei den Werschweiler Theatertagen. Drei Mal wurde das mit Liebhabern des Laientheaters gut gefüllte Dorfgemeinschaftshaus zur sturmfreien Bude. In der „Pension von leichter Sitte“ hatten Darsteller und Publikum richtig Spaß.

Die Schuldigen für den zweistündigen köstlichen Unsinn sind schnell gefunden. Regisseurin Liesel Rietz hat die Komödie "Pension von leichter Sitte" von Carl Slotboom ausgewählt und Klaus Zimmer dem Stück die Werschweiler Mundartfassung verpasst.

"Wir spielen die Stücke gerne auf der Bühne mit einer vernünftigen Sprache", sagt der grinsende Klaus Zimmer. Kaum auf der Bühne in der Rolle als Franz Gerber angekommen, ist ihm das Scherzen schon wieder vergangen.

Worum geht's? Er, seine Ehefrau Hilde (Sylvia Schmidt) und Sohn Ralf (Marius Wolff), beaufsichtigen ein Haus, dessen Besitzer in Urlaub gefahren sind. Plötzlich stellen die Gerbers fest, dass es sich dabei um eine vegetarische Pension und Zentrum für spirituelle Lebenshaltung handelt. Nach und nach tauchen merkwürdige Menschen auf, die ein Zimmer in dem Etablissement reserviert haben. "Das sind doch vollkommen verrückte Leute", findet Franz Gerber.

Die Lage spitzt sich zu, als die Gäste behaupten neben der Unterkunft noch diverse Massagen, Anwendungen und spezielles Handauflegen gebucht zu haben. Bei der vollen Pension bleibt Gerber senior nichts anders übrig, als zum Heil-Guru zu werden. Denn Hannelore Maus (Doris Gross) möchte spirituell verwöhnt werden.

Ihr schüchterner Sohn Joachim (Florian Klein) baggert derweil auf trottelige Art die Freundinnen Ulrike Fischer (Tanja Bräutigam ) und Dagmar Kraus (Kary-Ann Wern) an. Die Operndiva Cecile Wegenberger (Angelika Bolley) und Elfriede Wurm (Antje Glöckner) engagieren den Klavierspieler Friedemann Henneberger (Jan Bremges) für ein Hauskonzert. Was folgt, sind Irrungen, Verwicklungen und Überraschungen am Fließband. Ständig bimmelt das Telefon und Franz Gerber findet immer mehr Gefallen daran, bei den einquartierten Damen Hand anlegen zu können.

Gleich vier junge Laiendarsteller hat Regisseurin Liesel Rietz in die Komödie eingebaut. Seine erste größere Rolle als Gerber junior ging dem 20-jährigen Marius Wolff richtig ab. "Dadurch, dass wir Dialekt auf der Bühne schwätzen, ist das nicht anders als privat", meint er locker.

Laienschauspiel-Kollegin Kary-Ann Wern (24) schwärmt von ihrem Bühnenpartner: "Wenn man mit so einem netten jungen Mann spielen darf, macht es Spaß". Und zum Schluss taucht gar noch der Werschweiler Theatervereinchef Werner Faak mit großem Messer auf der Bühne als Metzger Lehmann auf.

Dann zieht sich der Vorhang für die diesjährigen Theatertage in Werschweiler zu und die Darsteller werden für ihre schauspielerische Leistung gepaart mit Szenenkomik mit reichlich Applaus belohnt. "Seit Mitte Oktober haben wir für die Komödie geprobt ", berichtet Faak.

Mittlerweile hätten sich die an drei Tagen inszenierten Aufführungen etabliert. "Gegenüber den beiden Veranstaltungen früher haben wir dadurch den Besucherandrang entzerren können und die Schauspieler stehen ein Mal mehr auf der Bühne", erklärt der zufriedene Chef des Theatervereins.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie Komödie "Pension zur leichten Sitte" in drei Akten von Carl Slotboom. Die Rollen und ihre Darsteller: Franz Gerber (Klaus Zimmer), Hilde Gerber (Sylvia Schmidt), Ralf Gerber (Marius Wolff), Hannelore Maus (Doris Gross), Joachim Maus (Florian Klein), Cecile Wegenberger (Angelika Bolley), Elfriede Wurm (Antje Glöckner), Ulrike Fischer (Tanja Bräutigam ), Friedemann Henneberger (Jan Bremges), Metzger Lehmann (Werner Faak), Mundartfassung (Klaus Zimmer), Textbuch (Doris Zimmer), Technik (Klaus Engelberth, Eugen Wolff), Bühnenbild (Vorstand Theaterverein und Doris Gross), Maske (Angelika Bolley, Dagmar Cullmann, Silvia Faak-Jost, Meike Schönwald), Souffleuse (Elfi Linxweiler), Regie (Liesel Rietz). frf