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Vergissmeinnicht Pflanzaktion in Hoof

Vergissmeinnicht Pflanzaktion in Hoof : An jene, die vergessen, mit Blumen erinnern

Bei einer Pflanzaktion in Hoof haben Seniorinnen Vergissmeinnicht eingesetzt. Die Aktion ist Teil der Kampagne „Demenz geht uns alle an“.

Das Rauhblattgewächs Vergissmeinnicht ist ein Symbol für den Abschied in Liebe. 120 blaue Frühjahrsblüher verschönern nun eine zehn Quadratmeter große, herzförmige Fläche am Dorfplatz im St. Wendeler Stadtteil Hoof. Die Seniorinnen Gudrun Raber, Ursel Morgenstern und Marie-Luise Hoffmann haben die Pflanzen in das Beet eingesetzt. Die Aktion war Teil der landesweiten Sensibilisierungskampagne „Demenz geht uns alle an“. Sie soll ein Zeichen dafür setzen, den Pflegekräften, pflegenden Angehörigen und an erster Stelle den Betroffenen mit dem nötigen Verständnis und Respekt für ihre besondere Situation zu begegnen.

„Bei einer Besprechung habe ich von der Aktion erfahren“, berichtet der Hoofer Ortsvorsteher Gernot Müller (SPD). In Hoof ist 2012 das Projekt „Heemer Betreuungshelferin“ an den Start gegangen, das drei Jahre später mit dem Baustein „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ erweitert werden konnte. „Deshalb wollten wir bei der Kampagne dabei sein“, sagt Müller. Das Gleiche gilt für die Kreisstadt: „St. Wendel soll wachsen und blühen“ hat Bürgermeister Peter Klär (CDU) während seiner Rede beim Neujahrsempfang für 2020 propagiert.

Das fleißige Hoofer-Pflanztrio hat den beiden Mandatsträgern die äußere Reihe in der Herzform zum Einsetzen der dann im Frühjahr blühenden Vergissmeinnicht noch übrig gelassen. Vergissmeinnicht stehen in der Symbolik der Blumensprache für Treue, Liebe, Verbundenheit und für den Wunsch, nicht vergessen zu werden. „Das Thema Demenz findet bei uns in den anderen Stadtteilen nicht so statt. Es ist aber ein Thema für die Gesellschaft, sich mit den Betroffenen zu befassen“, lobt Klär, wie sich im Ostertaldorf um die Belange älterer Menschen gekümmert wird.

Verbunden ist die Pflanzaktion mit dem regelmäßigen Seniorenkaffeenachmittag im Dorfladen-Bistro. An einem großen Tisch sitzt der Hoofer Altmeister neben der Grande Dame, es wird geplaudert und sich ausgetauscht. „Der Nachmittag ist zu einem harmonischen Treffpunkt für unsere ältere Dorfbevölkerung geworden“, was Müller freut. Dabei möchte er zudem, dass seine Mitbürger in einer lockeren Atmosphäre unterhalten und mit wichtigen Tipps und Informationen versorgt werden.

Seit einiger Zeit unterstützen Helene Ball und Karl Joachim aus Gonnesweiler ehrenamtlich das Projekt und moderieren die Inforeihe „Älterwerden“. Ein Glücksgriff, wie Müller anmerkt. Vor Jahren haben Ball und Joachim einen Kurs des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum Thema „Hilfestellung die Angehörige, die Menschen mit Demenz“ haben. „Sie sind dann quasi hier hängen geblieben, weil ihnen imponiert hat, was sich in Hoof auch für ältere Menschen tut und angeboten wird“, sagt Müller. Mittlerweile hat das Referentenduo vom Bostalsee die Dorfbevölkerung kennen und schätzen gelernt.

Pascal Müller, Lokale Allianz für Menschen mit Demenz, Bürgermeister Peter Klär, Ortsvorsteher Gernot Müller, Jürgen Rauber vom Umweltamt (von links) und Karl Joachim (stehend) beim Pflanzen der Vergissmeinnicht. Foto: Faber Foto: Frank Faber

In Deutschland leben laut Angaben der Deutschen Alsheimer Gesellschaft gegenwärtig rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten von ihnen seien von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jahr für Jahr treten mehr als 300 000 Neuerkrankungen auf. Die Zahl der Demenzkranken nehme kontinuierlich zu. Sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt, werde sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf rund drei Millionen erhöhen, so die Berechnungen der Deutschen Alsheimer Gesellschaft. Die Zahl der Menschen mit Demenz, die noch nicht das 65. Lebensjahr erreicht haben, betrage mehr als 25 000.